Zoch überquert Ziellinie auf Hawaii in Rekordzeit

Bei der Ironman-WM überrascht unser Triathlet. Er geht sehr taktisch vor und überwindet sogar eine kritische Phase.

Auf der windigen Radstrecke verbrauchte Roger Zoch 27 Flaschen Wasser und fuhr eine super Zeit. Fotos: Claudia Fröhlich

Als Roger Zoch die Ziellinie überquerte, ballte er die Faust und freute sich unheimlich. Die ersten normalen Schritte waren noch etwas unrund, aber die Erleichterung überwog in dem Moment. Unser Sportler hat die Ironman-WM auf Hawaii beendet – dazu noch in persönlicher Rekordzeit. All die harte Arbeit der vergangenen Wochen und Monate hat sich gelohnt, Zoch ist nun total glücklich.

Gegen 6.30 Uhr (deutsche Zeit) überquerte er am Sonntag die Ziellinie, nach einem anstrengenden Rennen über insgesamt 226 Kilometer. Die verlangten dem Grün-Weißen einiges ab und dennoch lief es so gut für ihn, dass er sogar fast eine ganze Stunde schneller war als in Zürich, wo er sich für Hawaii qualifizierte. Nach 11:29:46 Stunden hörte unser Starter den verdienten und beliebten Satz: “You are an Ironman.” Dabei ist Hawaii gar nicht als schnelle Strecke bekannt, die meisten sind langsamer als beim Quali-Rennen.

“Überglücklich und stolz”

“Natürlich bin ich überglücklich und stolz”, sagte Zoch, dem es im Vorfeld wichtig war, überhaupt das Rennen zu beenden. Das lief von Beginn am positiv. Bereits beim Schwimmen (3,8 Kilometer) im offenen Meer legte er eine gute Zeit von 1:17:54 hin. Dabei taktierte er: “Ich hatte mich sehr weit hinten orientiert, um nicht in das übliche Gedränge zu geraten. Die ersten 1900 Meter liefen perfekt, auf dem Rückweg wurde aufgrund des Wellengangs schwieriger”, erzählt der Triathlet und scherzt: “Leider konnte man keine bunten Fische sehen, auch die Delphine und Schildkröten hatten sich verkrochen. Kein Wunder.”

Beim Radfahren (180 Kilometer) musste Zoch mit dem hügeligen Inselprofil und Seitenwind kämpfen, schaffte es aber, im Schnitt 34 Stundenkilometer zu fahren. “Die letzten Kilometer habe ich gelitten. Es ging bei Gegenwind bergauf und ich hatte zu wenig Flüssigkeit auf dem Rad. Ich habe insgesamt auf der Radstrecke 27 0,75-Liter-Flaschen Wasser verbraucht. Das meiste davon, um den Körper zu kühlen. Mit 5:32:26 Stunden trat er insgesamt aber ordentlich in die Pedale.

Schwierigkeiten beim abschließenden Marathon

Erschöpft, aber überglücklich lief unser Triathlet bei der Ironman-WM in Hawaii über die Ziellinie.

Beim Wechsel auf die Laufstrecke hatte Zoch dann plötzlich Probleme mit dem linken Fuß. “Es fühlte sich an, als ob ein Nerv eingeklemmt war. Das hat sechs, sieben Kilometer gedauert, bis es sich legte”, berichtet der Eisenmann. Glück hatte er am Wettkampftag mit den klimatischen Bedingungen, auf der Laufstrecke war es nur stellenweise sehr heiß. Auf dem Stück mit dem berüchtigtem Lavagestein beschreibt er die Asphalttemperaturen mit 50 Grad als “erträglich”. So schaffte es unser Mann für Hawaii nach starkem Auftritt über die Ziellinie – wobei es in so einem Rennen bei jeden Athleten zahlreiche Höhen und Tiefen gibt.

Am Ende landete Zoch auf Platz 21 in seiner Altersklasse (M 60). “Ich freue mich total, dass die Herausforderung nicht zu einem Desaster geworden ist, sondern eine wirklich schöne Erinnerung bleiben wird.” Viel wird in Triathleten-Kreisen über den Mythos Hawaii gesprochen. “Da ich ihn jetzt hautnah erleben durfte, weiß ich, dass der Mythos auch daraus besteht, dass Aufgabe und Finishen nicht weit von einander entfernt sind”, resümierte Zoch. Die Erholung sei ihm nun gegönnt. Aber noch heute geht es direkt weiter zum Schnorcheln – um doch noch ein paar Meerestiere zu entdecken.

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