Winterfahrt 2012 auf dem Eifgenbach

Im Bergischen Land nahe Kloster Altenberg findet man den Eifgenbach. Er ist ein Nebenfluss der Dhünn und im Flussführer als sportlicher Kleinfluss beschrieben, der für Anfänger allerdings nicht geeignet ist. Aufgrund der anhaltenden Regenfälle Anfang Januar bot uns der Eifgenbach einen optimalen Wasserstand.Uns: das war eine kleine Gruppe von 9 Personen, die sich trotz Kälte und Regen hinter dem Ofen hervorwagten. Die Altersspanne der Mitfahrer reichte von 11 – 75 Jahren und soviel sei vorab erwähnt, alle sind abgekämpft und müde aber gesund wieder heimgekehrt.Auf den ersten Kilometern nach dem Einstieg war der Wasserstand noch etwas knapp. Das führte dazu, dass die etwas schwereren Mitfahrer aufgrund der zahlreichen Grundberührungen deutlich langsamer waren und am Schluss der Truppe deutlich zu kämpfen hatten. Nach circa fünf Kilometern besserte sich der Wasserstand und bei sehr flotter Strömung ging es dann noch zügig voran. Basti, unser Jüngster, absolvierte hier bereits an einem Baumhindernis die erste Kenterung, so dass Mann und Material geborgen werden musste. In der letzten Zeit wurde in der Gegend der Wald gerodet. Alles Holz, was wohl nicht verwertet werden konnte, ist im Bach liegen geblieben. Dadurch ergaben sich so etwa drei Baumverhaue pro Kilometer, die ein Weiterkommen extrem erschwerten. An ein zügiges paddeln war hier nicht mehr zu denken. So kämpften wir uns langsam den Bach herunter, mal unter den querliegenden Bäumen her, mal darüber hinweg. An zahlreichen Baumhindernissen mussten wir aber auch aussteigen und unsere Boote daran vorbeitragen.

Nach etwa viereinhalb Stunden und wenigstens vier weiteren Kenterungen tauchte dann endlich der Parkplatz mit dem abgestellten Auto auf und wir konnten die Fahrt beenden. Von den 16 Flusskilometer waren wir gefühlte vier Klometer mit dem Boot im Schlepp gelaufen. Wir waren nass, matschig, von den vielen Ästen und Büschen total zerschunden und ziemlich jeder Muskel im Körper schmerzte. Neben kleineren Blessuren gab es aber keine größeren Ausfälle zu beklagen.

Ein heißes Bad und ein gutes Abendessen konnte dann doch die Lebensgeister schnell wieder wecken. Vermutlich werden meine Kinder später einmal ihren Kindern berichten, was das für eine Chaostour war, die sie mit ihrem Vater im Januar 2012 gemacht haben. Solch eine Fahrt passiert uns alle zwanzig Jahre nur einmal. Nächstes Wochenende gehe ich doch besser ins Fitnessstudio!

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