Welper schaut schon wieder nach vorne

WAZ, Sport in Hattingen und Sprockhövel
11. Juni 2014, Sebastian Schneider

Die Saison, die zwischenzeitlich richtig gut aussah für die Fußballer der SG Welper, nahm ein bitteres Ende. Nach einem desaströsen 0:6 gegen Germania Bochum-West am letzten Spieltag muss der langjährige Bezirksligist den Gang in die Kreisliga B antreten.

„Die Enttäuschung sitzt sehr tief“, sagt Geschäftsführer Dino Carrafiello am Tag nach dem Abstieg. „Wir hatten uns im letzten Sommer sehr viel vorgenommen und in der Winterpause noch Kontakt zu den Aufstiegsplätzen.“

Aus ganz heiterem Himmel kam der Abstieg aber natürlich auch nicht, denn schon länger lief nichts mehr zusammen beim Team von der Marxstraße. Besonders nicht mehr nach einem Spiel, das Carrafiello als den Knackpunkt der Saison sieht. „Das war das Spiel gegen Linden-Dahlhausen“, sagt er. Vor dieser Partie Mitte April hatte Welper mit Hordel und der SG Wattenscheid 09 zwei Spitzenmannschaften geschlagen und auch gegen den TuS Blankenstein im Derby der Platzpartner eine starke Leistung gebracht, auch wenn dieses Spiel 3:4 verloren gegangen war.

Gegen die Bochumer, die sich übrigens am Ende retteten, dominierte die SG, unterlag aber mit 1:3. „Und von da an lief nichts mehr, aber auch gar nichts mehr“, so Carrfiello. „Leute, die vorher super gespielt hatten, konnten plötzlich kein Fußball mehr spielen.“

Es folgte zwar noch ein Sieg über BW Weitmar, aber dann gab es lange keine Punkte mehr. Vier Niederlagen hagelte es, ehe am vorletzten Spieltag die SG Wattenscheid bezwungen wurde und man so alles in der eigenen Hand hatte. Blauäugig sei man nicht ins Saisonfinale gegangen, sagt Dino Carrafiello. „Wir waren nicht so naiv zu denken, wir wären nicht im Abstiegskampf.“

Umso ratloser stimmt die Leistung beim 0:6 gegen Bochum-West. Schließlich hätte ein Sieg gegen den direkten Konkurrenten den Klassenerhalt gesichert. Ratlos ist Dino Carrafiello auch angesichts des Einbruchs im letzten Drittel der Spielzeit. „Wenn irgendetwas vorgefallen wäre, wenn es Unruhe in der Mannschaft oder zwischen Trainer und Mannschaft gegeben hätte, hätte man sich das noch irgendwie erklären können“, sagt er. Das sei aber nicht der Fall gewesen. Zwar habe man zwei Spieler aussortiert, die sich nicht mit der Mannschaft und dem Verein identifiziert hätten, ansonsten aber hätten Trainer Wolfgang Westerkamp und das Team beständig gut im Training gearbeitet.

Gespräche mit Trainer und Team

Der Abstieg ist nun Realität, und nach dem Schock wird bereits am Neuaufbau gearbeitet. „Ich bin nicht der Typ, der den Kopf in den Sand steckt“, so Welpers Geschäftsführer. Man werde bei der Analyse versuchen herauszubekommen, was für den Einbruch verantwortlich war. Und man werde sich sofort in die Gespräche mit Spielern und Trainer begeben. „Damit habe ich schon angefangen.“ Eigentlich war schon klar, dass Westerkamp weitermachen wollte, das ganze Team hatte zugesagt, ebenso einige neue Spieler. „Das war aber in der Annahme, dass wir drinbleiben“, so Carrafiello. „Die Gespräche müssen wir nun von vorne beginnen.“

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