Welper ist wieder auf Kurs

WAZ, Sport in Hattingen und Sprockhövel
15. Oktober 2014, Heiner Wilms

Am Anfang der Saison hat es schon gewaltig gerumpelt, doch inzwischen sind die Fußballer der SG Welper in die Spur gekommen. Seit vier Spielen sind die Grün-Weißen ungeschlagen. Die Folge: Welper führt die Tabelle an.

Dass es die Tabelle der Kreisliga B ist, daran kann man sich nur schwer gewöhnen. Wann war Welper schon einmal so weit unten? Da muss auch SG-Geschäftsführer Dino Carrafiello, der leidenschaftliche Statistiker und Herr der Zahlen, ein wenig nachdenken. „Das war vor dem Krieg“, sagt er zunächst, um dann aber zu präzisieren. „In der Saison 1928/29 hat Welper in einer der Kreisliga B vergleichbaren Liga gespielt.“

Kein Wunder also, dass der Abstieg im Sommer gerade für die alten Welperaner ein Schock war. Welper hatte am letzten Spieltag noch beste Chancen, verabschiedete sich dann aber mit einer indiskutablen Leistung vor heimischer Kulisse. Auch die Verantwortlichen des Vereins mussten sich zunächst einmal sortieren, obwohl im Vorfeld natürlich schon Gespräche mit Blick auf die neue Saison geführt worden waren. Doch in diesen Gesprächen war man noch davon ausgegangen, dass man weiter in der Kreisliga A spielen würde. Es gab dann Abmeldungen, ältere Spieler wie Semih Inci, Artur Grzona oder Rui Ferreira gingen – es musste also eine neue Mannschaft aufgebaut werden.

Und das ist wohl gelungen. Denn wenn Dino Carrafiello auf das aktuelle Mannschaftsfoto schaut, dann fallen im elf Spieler ins Auge, die im Sommer nicht abgestiegen sind.

Verstärkung aus den eigenen Reihen
Auch aus dem eigenen Verein gab es Verstärkungen – zum Beispiel durch Fabian Blumeroth, Sebastian Spennemann und Matthias Beutel. „Die haben früher in unserer zweiten und dritten Mannschaft gespielt, von ihrer fußballerischen Klasse gehören sie aber in die Erstvertretung“, sagt Carrafiello. Und es gab auch Rückkehrer. Zum Beispiel Michael Backhaus, der nach zweijähriger Fußball-Pause wieder das Trikot der Grün-Weißen überstreift. Inzwischen hat sich also wohl eine Mannschaft gefunden.

Dass es am Anfang nicht so lief, war sicher auch der Tatsache geschuldet, dass viele Spieler erst verspätet ins Training eingestiegen sind. Zum Beispiel Tolga Dilek, Hasan Varol oder Hasan Cenk. Auch Thorsten Henke, der in Welper das Fußballspielen erlernte, in der vergangenen Saison aber noch für den TuS Blankenstein spielte, war anfangs im Training nicht dabei. „Die ersten Wochen waren für unseren Trainer Wolfgang Westerkamp schon sehr schwierig“, sagt Dino Carrafiello. „Doch inzwischen hat sich die Mannschaft stabilisiert. Jetzt gibt es auch klare Strukturen und auch eine Hierarchie. Vielleicht wollten am Anfang zu viele Chef auf dem Platz sein.“

Die Welperaner überzeugten zuletzt auch durch spielerische Klasse. „Da sind einige Tore gefallen, die wirklich super herausgespielt waren“, sagt Carrafiello. „Da spielt dann zum Beispiel Thorsten Henke genau in die Schnittstelle auf Tolga Dilek, und der passt dann ganz präzise nach innen, so dass unsere Stürmer im Prinzip nur noch den Fuß hinhalten müssen.“

Thorsten Henke glänzt bei der SG Welper also nicht nur als Torjäger, sondern auch als Vorbereiter. „Er spielt auf der Zehn oder auf der Sechs“, sagt Carrafiello. „Und mit Hasan Varol haben wir ja noch einen zweiten Mann, der das Spiel machen kann.“

In Welper sind in den letzten Wochen die Chancen auf eine Rückkehr in die Kreisliga A also sprunghaft gestiegen. Aber die richtigen Prüfungen kommen erst noch. „Linden haben wir zum Glück ja schon geschlagen“, sagt Dino Carrafiello. „Aber solche Kandidaten wie Amacspor, Günnigfeld oder Hedefspor kommen ja erst noch. Mal schauen, wie wir uns da schlagen. Aber klar ist natürlich auch, dass wir sofort wieder aufsteigen wollen.“

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