Baumschubser, sein Lehrling und die Wildschweinfänger

Cool Tour in den Ardennen 

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Die diesjährige Osterfahrt sollte uns nach Kautenbach in die luxemburgischen Ardennen führen. Dem Wetter zum Trotz traten acht Kanuten der SG Welper die Reise nach Luxemburg an. Der Osterreiseverkehr meinte es gut mit uns, so dass die Anreise entspannt war. Nach erfolgtem Aufbau der Wohnwagen und dem Beschaffen von Feuerholz konnten wir zum gemütlichen Teil des Tages über gehen. Am prasselnden Lagerfeuer erzählen wir alte Geschichten und freuten uns darüber, dass es nicht regnete – wie in den Ardennen eigentlich üblich. Der Niederschlag rieselte in Form kleiner weißer Schneeflocken auf uns nieder.

 

Den kommenden Morgen ließen wir ebenfalls ganz locker angehen. Ausgiebig frühstücken und dann mal beratschlagen, wo wir paddeln können. Die Wahl fiel auf die Clerve, der Bach direkt vor unserer Wohnwagentür. Mit Rücksicht auf die Wetterbedingungen sollte es nur eine kurze Tour werden. Die Mittagshitze ausnutzend (bestimmt 2° C) stiegen wir gegen zwölf Uhr ins Auto und fuhren Richtung Wilwerwiltz. Von dort paddelten wir auf einem munteren Bächlein durch eine traumhaft schöne Landschaft. Einige niedrig hängende Bäume und Büsche sowie ein paar Kurven und Schwälle forderten nur wenig von unserer Aufmerksamkeit, so dass wir nach etwa 11 Kilometern wieder den Campingplatz erreichten. Nach einer warmen Dusche konnten wir dann aus unseren geheizten Wohnwagen heraus eine Gruppe niederländischer Kanuten beobachteten, die es sich dick eingepackt vor ihren Wohnwagen in ihren Campingstühlen gemütlich gemacht hatten – Respekt! Später am Tag suchten wir dann Feuerholz und richteten für den Abend unser Lagerfeuer, an dem der Tag dann auch ausklang.

 

Der Samstag morgen war ein angenehmer Morgen. Die Nacht blieb niederschlagsfrei und die Temperaturen sanken nur knapp unter den Gefrierpunkt. Auf unserem heutigen Programm standen 18 Kilometer auf der Wiltz. Sublimation ist eine feine Sache, denn dabei geht das Wasser vom festen direkt in den dampfförmigen Zustand über. Leider spielt die Zeit dabei eine wichtige Rolle, so dass wir die steif gefrorenen Paddelsachen, die in der Nacht draußen auf dem Wäscheständer hingen, erst einmal an der Heizung auftauen mussten. Gegen elf Uhr starteten wir vom Campingplatz bei immerhin 3,5° C und einigen verirrten Sonnenstrahlen. Nach dem umsetzen der Fahrzeuge hielt die Wiltz keine Herausforderungen für uns bereit. Auf dem munteren Kleinfluss kam aber trotzdem keine Langeweile auf, denn wir hatten ja noch den Kampf mit den Elementen. Man mag sich die Frage stellen, welchen Sinn solch eine Paddeltouren bei diesen Temperaturen hat. Die Antwort müssen wir leider schuldig bleiben. Vielleicht sind solche Fahrten einfach nur der Stoff, aus dem die Geschichten am Lagerfeuer für die kommenden Jahre entstehen: „Weißt du noch, damals in den Ardennen….“ An diesem Abend klarte der Himmel auf und gab den Blick auf die Sterne frei. Matthias und die Kinder studierten die Sternenkarte am Tablet-PC und suchten die Sternenbilder am nächtlichen Himmel. Mit aufklarendem Wetter sanken die Temperaturen allerdings zügig unter den Gefrierpunkt. Gegen die Kälte legten wir heute besonders viel Holz auf.

 

„Frohe Ostern“, der Sonntag morgen begrüßte uns mit klirrendem Frost aber noch blauem Himmel. „Ne – heute schon wieder paddeln“, war die erste Reaktion. Aber für elf Uhr hatten sich die beiden Sportkameraden vom VFL-Brohl angemeldet, die sich bereits gestern auf der Wiltz unserer Gruppe angeschlossen hallten. Also keine Schwäche vorweisen und die Boote startklar machen. Die Kinder bekamen heute mal paddelfrei. Wir hatten uns für eine erneute Befahrung der Clerve entschieden. Kurze elf Kilometer, die wir in eineinhalb Stunden schnell hinter uns brachten, obwohl die Fingen anschließen nicht weniger klamm waren, wie die Tage zuvor. Die Sportkameraden vom Rhein hatten mit dieser Tour die letzte Chance genutzt noch die Clerve zu befahren, denn aus Naturschutzgründen besteht hier ein Befahrungsverbot vom 1. April bis 31. Oktober jeden Jahres. Solche Touren können wir halt nur in der kalten Jahreszeit durchführen. Da muss man so manche Widrigkeit schon mal hinnehmen. Nach dem zurückholen der Fahrzeuge hielten wir noch ein bisschen Smalltalk mit den neu gewonnenen Sportfreunden, die beide auf den Namen Edmund hörten. Nach dem Austausch der Adressen verabschiedeten wir uns voneinander – vielleicht treffen wir uns ja einmal wieder.

 

Montag war unser Abreisetag. Was soll man nun vom Aufräumen, gegenseitig im Weg rumstehen und Autofahren erzählen?

Direkt ins Auge fiel allerdings ein großer Haufen Brennholz der bestimmt noch für drei Tage ausgereicht hätte. Freitag nach dem Paddeln sind unter anderem auch Matthias und Basti Holz sammeln gegangen. Ein abgestorbener Baum, der da am Wegesrand stand, hatte Matthias’ Aufmerksamkeit geweckt. Mit vollem Körpereinsatz warf sich Matthias dagegen. Bastian wurde in der richtigen Technik des Bäumeschubsens zügig angelernt und so konnte dieser Baum bald umgeschmissen werden. Anschließend wurde er mit dem Auto zum Campingplatz gezogen. Den restlichen Abend verbrachten die beiden damit, Brennholz zu sägen.

Die sonntägliche Paddeltour war offensichtlich auch nicht wirklich kräfteraubend. So unternahmen Holger, Matthias und natürlich wieder einmal Basti vor dem Abendessen noch einen Spaziergang auf den nächstgelegenen Berg. Nach deren Rückkehr behaupteten Mattes und Basti, ein Wildschwein gefangen zu haben. Holger hatte ein Beweisfoto geschossen. Dieses Foto entlarvte das Wildschwein allerdings als Blechschild, welches zu einem Waldlehrpfad gehörte.

Apropos Beweisfotos: Beim nächsten Fotoabend am Bootshaus, werden wir die Bilder der Tour allen Interessierten präsentieren.

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