Triathleten zwischen Schützenkappelle und PCB-Becken

Beim Rennen in Harsewinkel sind drei Welperaner an den Start gegangen und haben einige Überraschungen erlebt.

Als Berthold Janzen, Christoph Kreutzenbeck und Roger Zoch Anfang Juni im westfälischen Harsewinkel aufschlugen, staunten sie nicht schlecht. Mehr als 1000 Menschen tummelten sich rund um die Triathlon-Veranstaltung, bei der es über die Mitteldistanz ging. Denn neben rund 680 Startern in verschiedenen Disziplinen waren fast genau nochmal so viele Schützenbrüder vor Ort, die parallel versuchten, ihren Vogel abzuschießen.

Christoph Kreutzenbeck fuhr die schnellste Radzeit.

Rechtzeitig zum Wettkampftag wurde das Wetter gut, wobei mit 31 Grad zur Mittagszeit schon zu viel des Guten geboten wurde. Es muss an den Schützenbrüdern und Schwestern gelegen haben, schätzen unsere Starter. „Der Wettkampf begann mit einem Handicap der Stadtverwaltung, die das 50-Meter-Becken kurzerhand sperrte, weil eine offenbar vor 56 Jahren verursachte PCB-Verunreinigung jetzt endlich bekämpft werden musste“, berichtet Roger Zoch. Die Alternative war das Hallenbad mit vier 25-Meter-Bahnen und fast höherer Temperatur als die Außenluft.

Gleich zwei Verbote im Hallenbad

Das hatte Auswirkungen auf die Ausrüstung und das technische Vorgehen im Wasser. Triathleten tragen in der Regel Neoprenanzüge bei ihren Wettkämpfen, die allerdings im muckeligen Hallenbad verboten wurden. Und auf der kurzen Bahn war noch etwas tabu: die Rollwende. Sie wurde aus Sicherheitsgründen verboten, da pro Bahn acht Starter zugewiesen wurden. „Zur allgemeinen Erleichterung ging das Perlenkettenschwimmen nur über 1000 Meter“, sagt Zoch mit einem Zwinkern.

Roger Zoch freute sich, als das dichte Schwimmen beendet war.

Christoph Kreutzenbeck, wie immer bester Schwimmer, verließ als erster Welperaner das Becken nach 13 Minuten, Berthold Janzen und Roger Zoch hatten etwas länger zu arbeiten und stiegen nach 18 Minuten aus dem Wasser. Die 80 Kilometer lange Radstrecke war schnell und flach, aber extrem windig, was zum Schluss dann doch etwas die Geschwindigkeit drückte. Kreutzenbeck fuhr mit 2:12 Stunden sechs Minuten schneller als Janzen und Zoch (beide 2:18 Stunden), in die Wechselzone.

Drei Starter, drei Podestplätze

Der abschließende Lauf über 20 Kilometer durch Parkanlagen, über Tartanbahnen und Wiesengelände, immer wieder an marschierenden Schützenkapellen vorbei, war sehr abwechslungsreich und schützte auch vielerorts vor der heißen Sonne. Kreutzenbeck lief mit einer Zeit von 1:38 Stunde auf den ersten Platz seiner Altersklasse M35. Janzen erreichte mit einer Laufzeit von 1:49 Stunde den zweiten Platz in der AK45. Zoch schaffte mit 2:05 Stunden nicht ganz den letzten Platz im Laufen, erreichte aber doch noch den 3. Platz in der AK60. Drei Starter, drei Podestplätze, mehr geht kaum noch!

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