Triathleten trotzen Tieren und elf anderen Teams

v.l.n.r.: Felix Ehlert, Daniel Picht, Marco Becker, Rodion Lischnewski

Gute Platzierungen in der Landesliga.

Der Traditionsreiche Wettkampf in Sassenberg bedeutete eine Herausforderung für die Landesliga-Mannschaft und zwei Einzelstarterinnen der SG Welper. Am Ende gab es nur zufriedene Gesichter – der Weg dahin bedeutete aber einiges an Kampf.

Das Ligateam mit Marco Becker und Rodion Lischnewski hatte mit Daniel Picht und Felix Ehlert gleich zwei Triathlon-Debütanten in seinen Reihen. Beide sind erfahrene Läufer und schon länger bei der SG Welper aktiv, aber durch Wettkampfabsagen und sonstige Irrungen und Wirrungen musste der erste Dreikampf bis August 2022 warten.

Picht bekam vor dem Start dann auch noch ein spontanes Bikefitting auf einem Acker, Ehlert wertvolle Ratschläge beim Einrichten der Wechselzone, wo er ebenso spontan von einer Wespe gestochen wurde. Auch die Kollegen wurden des Öfteren hart angeflogen, blieben aber unversehrt.

Für die 1500 Meter Schwimmen auf der Olympischen Distanz gab es wegen eines sehr gnädigen Thermometers eine Neo-Freigabe, wodurch sich der eine oder andere starke Schwimmer murrend eines Vorteils beraubt sah. Freude natürlich bei der Sektion Seepferdchen.

Im Sassenberger Feldmarksee bewies der lässig ohne Neo angereiste Marco Becker erneut seine starke Form und kam nach gut 23 Minuten als Gesamt-Vierter aus dem Wasser, Rodion Lischnewski folgte zwei Minuten später. Die beiden Debütanten kämpften ein wenig mit dem ungewohnten Freiwasser, aber kraulten sich stoisch und erfolgreich zur steilen Ausstiegsrampe.

Die gute Organisation des Wettkampfes zeigte sich auch auf den zwei Runden des Radkurses, aufmerksame Streckenposten hielten die nicht offiziell abgesperrte Route frei, sodass Begegnungen mit einem Porsche 911 und zwei E-Bike-Rentnern die Ausnahme blieben. Drei Stimmungsnester mit angeheiterten jungen Männern, Grills und dicken Boxen sorgten für zusätzliche Motivation. Bei Top-Bedingungen und nahezu Windstille waren die 44 Kilometer in einer guten Stunde (oder knapp eineinhalb Stunden, je nach Lesart) runtergekurbelt und die Welperaner waren zurück bei den Wespen und den Laufschuhen.

Die 10,5 Kilometer am Feldmarksee und durch die umliegenden Wälder waren zwar oft schattig, brachten die Triathleten aber gut zum Leiden. Lischnewski konnte sein Lauf-Potenzial noch am ehesten ausschöpfen, die anderen drei haderten wahlweise mit dem auf dem Rad vergessenen Gel, der Wärme, der staubigen Strecke mit den engen Kurven oder was einem sonst noch so einfiel. Hinter dem Zielbogen hellten sich die Mienen aber sogleich wieder auf: Lischnewski finishte als 32. in 02:41:29 Stunden, Becker wurde 38. mit drei Minuten mehr auf der Uhr. Picht und Ehlert erreichten fast zeitgleich die Ziellinie in 03:12:46 bzw. 03:13:38 Stunden und wurden von den Teamkollegen ausgiebig dafür gefeiert, dass sie ihren nicht einfachen Premierenwettkampf nach Hause gebracht hatten. Für die Wertung der Landesliga-Mitte bedeutete dieses Ergebnis 12 Punkte und Tages-Rang 14.

Zwei Einzelstarterinnen

Als Einzelstarterin ging Corinna Dräger von der SG Welper auf die Olympische Distanz im Münsterland. Die 1500 Meter Freiwasser durchquerte Sie nahezu mühelos und kam gut aufs Rad. Mit der Aerodynamik hatte sie es allerdings zu gut gemeint und versehentlich den Zeitmess-Chip beim Ausziehen des Neo abgestreift. Das DNF in der Ergebnisliste war somit unausweichlich, aber die Triathletin ließ sich davon nicht beirren, sammelte auf dem Radkurs noch ein paar Konkurrentinnen ein und ging motiviert in die dritte Disziplin. Wie auch die meisten männlichen Vereinskollegen blieb sie aufgrund der Wetterverhältnisse beim Laufen etwas unter ihren Möglichkeiten und erreichte in inoffiziellen 03:19 Stunden das Ziel.

Ihren zweiten Triathlon absolvierte Welper-Neuzugang Mareike Merz über die Volksdistanz in Sassenberg. Respektvoll ging sie an die 700 Meter im Freiwasser heran, reihte sich hinten ein. Die ersten 150 Meter lief es rund, bis sie im Getümmel einen Fuß in die Magengrube bekam. Danach musste Mareike Merz auf Brustschwimmen umstellen. Das Freiwasser an sich bereitete allerdings keine Probleme und machte Lust auf mehr.

Mit einem Durchschnitt von 29 km/h auf der 22 Kilometer langen Radrunde zeigte sich die Bochumerin zufrieden. Das zuletzt im Training etwas vernachlässigte Laufen forderte schließlich seinen Tribut, aber damit war Mareike Merz ja wie erwähnt nicht alleine.

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