Starker Saison-Abschluss von Andreas Moch beim Ironman 70.3 in Zell am See

Andi Moch auf dem Treppchen als 2. der M45

Andi Moch auf dem Treppchen als 2. der M45

Kurz vor Ende der Saison fand der IRONMAN 70.3 in Zell am See (Österreich) statt. 70.3 steht für die Gesamtdistanz die es zu bewältigen gilt, nämlich 1,9 km Schwimmen, 90 km Radfahren und 21,1, km Laufen, was in Summe 70,3 Meilen entspricht. Da der Begriff IRONMAN ja bereits für die Distanzen der Langdistanz steht, haben die findigen Macher eben 70.3 daraus gemacht und von diesem Format weltweit ca. 40 Rennen organisiert. Jahrelang hatte ich nicht einen Gedanken an eine Teilnahme an Triathlons unter dem Ironman Label verschwendet, da für mich diese Rennen für hohe Startgelder, Kommerz und Athletenabzocke standen. Zur Anmeldung in Zell am See wurde ich mehr oder weniger von einem Freund überredet und im Nachhinein muss ich gestehen, dass ich meine Meinung geändert habe. Doch der Reihe nach:

Die Anreise von 800 km zog sich sehr in die Länge aber dafür erwartete uns ein strahlend blauer Himmel und Temperaturen von 30 Grad. Dies hatte sich von Donnerstag, bis zu unserer Abreise am Dienstag, nicht geändert.

Am Samstag wurde der Ironman 70.3 gestartet, am Sonntag dann das große Highlight mit der Ironman 70.3 Weltmeisterschaft, die zum ersten Mal außerhalb von Nordamerika stattfanden. Für beide Veranstaltungen hatten jeweils 2.500 Athleten gemeldet, wobei diese riesige Menschenmenge problemlos von Zell am See geschluckt wurde, da der Ort als Wintersport-Destination über ausreichende Bettenkapazitäten verfügt.

Da wir in einem Vorort untergebracht waren, benutzten wir immer eine Lokalbahn um die 5 km ins Zentrum zurück zu legen. Erstaunlicherweise durfte die Bahn von Donnerstag bis Sonntag kostenlos benutzt werden, ein toller Service. Die Pastaparty fand in einem Kongresszentrum statt. Zum ersten Mal habe ich erlebt, dass auf einer Pastaparty von Porzellangeschirr gegessen und das Essen am Tisch serviert wurde.

Das Rennen war dann auch erstklassig organisiert. Die erste Startwelle ging um 6:30 Uhr ins Wasser, wobei ich um 7:05 Uhr dran war. In meiner Gruppe starteten alle Männer der Altersklasse 45, was alleine knapp 300 Personen entsprach. Der Schwimmkurs war denkbar einfach: 950m in eine Richtung, um eine Boje und 950 m zurück. Nach 30 min kam ich aus dem Wasser und lang auf Platz fünf der M45 .

Über die Radstrecke, eine 90 km Runde, wurde im Vorfeld viel diskutiert. Von Seiten der Organisatoren wurde auf der Pastaparty vor dem mörderischen Anstieg und der halsbrecherischen Abfahrt gewarnt. Letztendlich war dann doch alles nicht so dramatisch. Bis Kilometer 20 verlief die Strecke relativ flach und mein Radcomputer zeigte einen wunderbaren Schnitt von 41,1 km/h. Dann knickte die Strecke ab und ein 13 km Anstieg folgte, der es zum Schluss mit einer 14%igen Steigung in sich hatte. Meine gewählte Flachlandübersetzung (23er Ritzel) erwies sich nicht als optimal aber mit wild schlingerndem Oberkörper und einer Geschwindigkeit die kurz vor den Umfallen war, ließ sich auch die Rampe meistern. Danach ging es dann durch einige Serpentinen ebenso steil bergab und der Rest des Radkurses war dann überwiegend flach. Die Strecke war komplett für den Autoverkehr gesperrt. Zuschauermäßig war es sehr übersichtlich aber dafür landschaftlich absolut reizvoll. Wer gerne Berge fährt, der ist bei diesem Rennen gut aufgehoben. Mit meinen 2:33 Stunden konnte ich mich in der M45 ganz nach vorne arbeiten und es galt, auf den kommenden 21 km, den Platz zu verteidigen.

Die Laufstrecke führte als zweimal zu durchlaufender Wendepunktkurs entlang des Sees, in dem morgens geschwommen wurde. Zwei Mal ging es durch das Ortszentrum von Zell am See, wo dann auch letztendlich der Zieleinlauf war. Auch auf der Laufstrecke war die Organisation perfekt, der Kurs interessant, gut abgesperrt und tolle Verpflegung.

Nach dem Rennen konnte man sich wieder im Kongresszentrum am Buffet verwöhnen und am Nachmittag fand dann hier auch die Siegerehrung statt.

Mit meinen 4:42:54 Std (30:06/2:33:06/1:31:59 + Wechselzeiten) konnte ich den 39sten Gesamtplatz erreichen (von 2.202 die das Ziel erreichten, davon ca. 1.800 Männer) und überraschenderweise einen zweiten Platz in der M45 (von 249 Männern). Darüber hinaus gab es noch einen Slot für die 70.3 Weltmeisterschaft im Jahr 2016. Aber da die in Australien stattfinden, habe ich den Startplatz verfallen lassen.

Fazit: Ja, die Startgelder für diese Rennen sind sehr hoch und ja, es ist alles sehr kommerziell. Aber der Gegenwert war schon klasse. Mit welchem Tam Tam und Spektakel unser Sport hier zelebriert wird, ist schon erstaunlich. Der Erlebnisfaktor war entsprechend hoch. Auf ein Neues in 2016.

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