Spagat zwischen Schule und Sport

WAZ, Sport in Hattingen und Sprockhövel
30. April, Hendrik Steimann

Lasse Dumke.

Lasse Dumke. Foto: Marco Becker

Lasse Dumke schwimmt auf großen Wettkämpfen für die SG Ruhr. Das Hallenbad ist seit sieben Jahren das zweite Zuhause des Holthausers. Im vergangenen Jahr war er NRW-Vizemeister und nahm an den Deutschen Meisterschaften teil. Wir sprachen mit dem 14-Jährigen über seinen Sport und den damit verbundenen Zeitaufwand.

Wie alt warst du, als du mit dem Schwimmen begonnen hast?

Sieben. Meine Eltern haben mir das Schwimmen beigebracht. Vorher hatte ich noch keinen Kontakt zum Sport. Aber dann bin ich direkt ins Wettkampftraining eingestiegen.

Haben dich deine ersten Erfolge bei Wettkämpfen ermutigt, dich weiter zu steigern?

Mein erster Wettkampf war im Ausland, in Holland. Es war bei einem Austausch. Ich bin auf einer Strecke angetreten (50m-Kraul) und wurde direkt Zweiter. Es hat mir Spaß gemacht, und ich bin öfter zum Training gegangen.

Was ist es für ein Gefühl, einen Podest-Platz oder sogar den Sieg bei einem Wettkampf zu erreichen?

Es ist eine Bestätigung des harten Trainings, wenn man sieht, dass man nach paar Wochen wieder schneller ist und eine neue Bestzeit aufstellen kann. Es ist immer ein tolles Gefühl. Andererseits ärgere ich mich, wenn ich mal krank war und dadurch Trainingsrückstand habe. Man ist enttäuscht, wenn man weiß, dass man eigentlich unter die besten Drei kommen würde.

Wie hart trainierst du für deine sportlichen Erfolge?

Im Schnitt trainiere ich an vier Tagen in der Woche drei Stunden. Eine Stunde Landtraining, das heißt Laufen und Zirkeltraining. Die Intensität suche ich mir selbst aus. Oft gebe ich aber schon Gas, um meine Leistungen zu steigern. Dann folgen zwei Stunden Wassertraining. Dabei trainieren wir Ausdauer und Sprint. Manchmal wird mehr Wert auf die Technik gelegt. Am Wochenende wird auch Training angeboten. Da habe ich aber weniger Lust, weil ich meine Freunde treffen möchte.

Kannst du dem psychischen Druck gut standhalten?

Auf das Training freut man sich, auch auf Freunde, die man nicht in der Schule sieht. Da spüre ich keinen Druck. Bei höheren Meisterschaften ist man schon aufgeregt, auch wie der gesamte Tag geregelt ist. Bei der besten Disziplin hat man schon Druck. Man will zeigen, dass man schneller ist und möchte den Trainer und sich selbst nicht enttäuschen, da man aus dem Training weiß, welche Leistungen man bringen kann.

Schwimmst du aus eigener Motivation, oder hast du einen Förderer, der dich im Hintergrund antreibt?

Ich sollte mir damals einen Sport aussuchen. Schwimmen machte mir direkt Spaß, und ich kam gut zurecht. Ich bin von mir aus motiviert, und meine Eltern befürworten den Sport sehr.

Wird dir der Sport manchmal auch zu viel, da du dich ja auch um die Schule kümmern musst?

Manchmal habe ich schon weniger Lust, weil der Schultag lang ist. Aber wenn man im Becken ist, geht es. An zwei Tagen habe ich bis 15.30 Uhr Schule. Dann verzichte ich schon mal auf die Stunde Landtraining, sonst wird es zu anstrengend. Ich teile mir die Zeit gut ein. Wenn Klassenarbeiten anstehen, haben sie Vorrang.

Wie viel Freizeit bleibt dir denn, um dich mit deinen Freunden zu treffen?

Am Wochenende klappt es schon mal. Meistens, wenn keine Wettkämpfe anstehen. Oder auch mal nach einem Wettkampf. Das wird manchmal aber knapp, wenn der Wettkampf länger dauert. Einige Freunde sehe ich auch nur in der Schule, weil sie selbst Sport betreiben. Aber mit den Trainingskameraden verstehe ich mich auch gut.

Was sind deine nächsten Ziele im sportlichen Bereich?

Dieses Jahr möchte ich es zu den Deutschen Meisterschaften im Jugendbereich schaffen. Dort wünsche ich mir, über 200m- und 100m-Rücken auf der 50m-Bahn anzutreten. Ob ich später in den Hochleistungssport einsteige, weiß ich zurzeit noch nicht. Da muss ich abwarten. An nationale Erfolge denke ich derzeit auch noch nicht. Ich schaue aber, dass ich mich weiter steigere.

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