Rui Ferreiras Herz schlägt für Portugal

WAZ, Sport in Hattingen und Sprockhövel
16. Juni 2014, Hendrik Steimann

Geboren ist er in Hattingen. Seine Wurzeln liegen jedoch auf der iberischen Halbinsel. Als Fußballer zieht er bei der SG Welper im Mittelfeld die Fäden. Rui Ferreira Marques ist Portugiese und drückt am heutigen Montag der Elf um Weltfußballer Cristiano Ronaldo die Daumen. Wir haben mit dem 32-Jährigen gesprochen

Was ist Ihr Tipp, wenn Portugal und Deutschland gegeneinander spielen?
Rui Ferreira: Ich denke, es läuft auf ein Unentschieden hinaus.

Wie wichtig ist das erste Spiel bei der WM?
Enorm wichtig. Bei einer Niederlage wie bei der EM 2012 steht Portugal unter Zugzwang. Der Druck ist größer und die USA und Ghana muss man auch erstmal schlagen.

Wie beurteilen Sie die Chancen der Portugiesen bei dem Turnier?
Ich denke, Portugal nimmt eher eine Außenseiterrolle ein. Das letzte Länderspiel gegen Irland wurde aber mit 5:1 und da haben die Portugiesen besser gespielt als die Monate zuvor.

Wobei könnte es für Portugal kritisch werden?
Im Sturm fehlt neben Ronaldo ein echter Knipser. Die Chancenverwertung ist nicht optimal. Der zweite Faktor ist der Torwart. Da hat Deutschland mit Manuel Neuer etwa einen Vorteil. Vielleicht ist der Altersdurchschnitt auch etwas zu hoch.

Wo landet Portugal am Ende der Weltmeisterschaft, wo Deutschland?
Portugal erreicht das Achtel- oder Viertelfinale. Das ist realistisch, und damit kann man auch zufrieden sein. Deutschland wird meiner Meinung nach nicht Weltmeister. Im Viertel- oder Halbfinale ist Schluss.

Ist Portugal zu sehr von Superstar Cristiano Ronaldo abhängig?
Wenn Ronaldo spielt, spielen alle anderen besser. Es ist ein psychologischer Vorteil, die Mannschaft tritt mit ihm selbstbewusster auf. Ich hoffe daher, dass er auch gegen Deutschland spielen wird.

Bereichert eine schillernde Persönlichkeit wie Ronaldo eine Weltmeisterschaft?
Auf jeden Fall. Er ist schon eine Augenweide und hat eine gute Saison hinter sich. Er gibt Spielen schon einen Reiz, tritt vor den Mitspielern nicht arrogant auf und zeigt Einsatz für das gesamte Team.

Kann die Mannschaft als Außenseiter denn trotzdem für eine Überraschung sorgen?
Das Klima ist sicherlich ein schwieriger Punkt. Nach Erreichen der KO-Runde kommt es auch immer darauf an, wer zugelost wird. Mannschaften aus Südamerika wie Brasilien oder Argentinien sind auch eher schwierig zu knacken.

Portugal hat sich bekanntlich erst in der Relegation für die WM qualifiziert. Hatten Sie Bedenken?
Gegen Schweden waren es zwei sehr emotionale Partien. Ich habe schon gezittert, als es im Rückspiel 2:0 für Schweden stand. Doch zum Glück kann Portugal gut mit Druck umgehen.

Und wie fiebern Sie bei Deutschland-Portugal mit?
Ich habe am Fenster eine Portugal-Fahne hängen. Und bei den eigenen Spielen ziehe ich mir immer ein Nationaltrikot über. Ich werde die portugiesischen Partien wohl mit einigen Freunden verfolgen. In den Fanmeilen wird es zu voll, denke ich. Also schauen wir uns das Spiel zuhause an.

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