Querfeldeinrennen Hürth

Jeschina

Jeschina

Beim Querfeldeinrennen in Hürth war Lorant Jeschina von den Triathleten der SG Welper am Start.

Sein Bericht vom Rennen:

Rennbericht Querfeldeinrennen in Hürth- Kendenich

Es war wieder soweit. Nach fast 2-jährger „Abstinenz“ stand ich wieder am Start eines Querfeldeinrennens. Bevor da Missverständnisse entstehen: bei dieser Art Sport handelt es sich (zumindest größtenteils) NICHT um eine Laufveranstaltung, sondern um Cyclocross- Rennen, also das klassische Querfeldeinradfahren. Aufgrund einer fehlenden Lizenz infolge eines fehlenden Radvereins startete ich in der Jedermannklasse, in der an sich wie der Name schon sagt auch Jedermann starten darf. In diesem Fall standen als Jedermänner auch zwei ehemalige Profis- Ralf Grabsch und Marcel Wüst- in Hürth- Kendenich auf freundliche Einladung des Veranstalters am Start um etwas Spaß zu haben und auch die Medien auf das Rennen aufmerksam zu machen. Als Kommentator war der langjährige Eurosport Kommentator Carsten Miguels verpflichtet worden, der seinen Job wirklich sehr gut machte- aber dazu später mehr…

Der Ablauf bei solchen Veranstaltungen sieht üblicherweise eine eingehende Streckenbesichtigung vor, was diesmal auch wieder der Fall war. Hier eine kurze Rundenbeschreibung; nach dem Start ging es sofort etwas zickzack durch das Waldstück, nach ca. 300m stand dann eine schöne steile Rampe an, die man aber fahren konnte, wenn man genügend Druck hatte. Anschließend ging es auf einen längeren, flachen aber dafür matschigen Feldweg, dann rechts ab auf ein größtenteils abfallendes Wiesenstück, selbiges auch matschig und rutschig. Der letzte Teil der Wiese ging dann wieder leicht hoch, bevor man an die erste Laufpassage kam, die aus einer steilen Böschung bestand, in die ca. 50- 60cm hohe Stufen eingehauen worden waren. Alternativ dazu konnte man links von den Stufen noch den Hang hochtrippeln und sich dabei auch etwas an einem Ast hochziehen. Es folgte wieder ein flacheres Stück mit einer engen Kehre, weitere ca. 100m die zweite Laufpassage, bestehend aus 2 Hürden im Abstand von 10m in Form von Strohballen. Danach ging es flach auf Feldweg und Wiese bis zu einem Spielplatz mit Sandkasten. Dieser konnte durchfahren werden, alternativ dazu konnte man natürlich die 10m durch den Sand mit dem Rad laufen. Anschließend ging es wieder etwas zickzack durch den Wald und schon war man wieder auf der Start/Ziel- Geraden. Die Renndauer war auf maximal 60min angesetzt, die Rundenzahl wird bei solchen Veranstaltungen nach den ersten zwei gefahrenen Runden dann hochgerechnet.

Um wenigstens am Anfang nicht schon hinten zu sein (und dann gleich bei der ersten technischen Stelle oder der Rampe im Stau zu stecken) stellte ich mich selbstherrlich in die erste Startreihe. Neben mir standen dann noch unter anderem die beiden Ex- Profis mit ihren Mountainbikes und witzelten rum. In der ersten Startreihe standen dann noch einige Sportler in Einteilern die mit Carbonlaufrädern und rasierten Beinen einen ernsthaften Eindruck machten. Nun gut, zumindest mit meinem Einteiler konnte ich mithalten. Nach einem kurzen Schwätzchen zwischen Carsten Miguels und den beiden lokalen Größen ging es dann endlich los und erfreulicherweise konnte ich bis zur Rampe halbwegs meine Position halten und blieb somit vom Stau verschont. Als 5ter ging es auf den Feldweg, die ersten 3 waren da

schon ein paar Meter weg, aber ich bin halt kein Schnellstarter und versuche am Anfang nur Schadensbegrenzung zu betreiben. Soweit also alles gut, zumal ich Anfang der zweiten Runde zu den beiden vor mir fahrenden aufschließen und diese auch abhängen konnte. Somit blieb nur noch einer vor mir, den ich keine 100m vor mir ausmachen konnte. Ende der 2ten Runde wurde dann die Renndistanz von 7 Runde angezeigt und ich war mittlerweile auf knapp 50m dran. So konnte ich gut eine Studie betreiben und sehen, dass ich auf den kurvigeren Teilen Boden gutmachen konnte, auf den flacheren Drückerpassagen diesen aber auch wieder verlor. Somit startete ich am Ende der 3ten Runde auf der Start/Ziel Geraden einen Zwischensprint, der mich bis auf 10m heran brachte. Allerdings auch schwer in den roten Bereich. Das sorgte dann wieder für 30m Abstand. Um es kurz zu machen: es sollte sich daran nichts mehr ändern. Ich hatte die ganze Zeit den Führenden wie ein Esel die Karotte vor der Nase, kam aber einfach nicht ganz ran und hoffte somit auf einen Fahrfehler von ihm, der den Abstand verkürzt hätte. Ab der 4ten Runde rannte ich auch auf der kürzesten Linie durch die Sandpassage weil ich merkte, dass es ein bis zwei Sekunden schneller war als wenn ich wie meine „Karotte“ auf dem Rad durch den tiefen Sand fuhr und es auch sicherer war als dort bei einem Fehler weitere Zeit zu verlieren. Letztlich änderte es nichts an meinem 2ten Platz. Immerhin hatte meine vordere Platzierung den Vorteil, dass nach 3 Runden Carsten Miguels meinen Namen korrekt aussprechen konnte und auch mittlerweile nicht mehr sagte, dass ich aus Welper käme, sondern korrekterweise die SG Welper Triathlon als meinen Verein nannte.

Nach knapp 49min war dann das Rennen vorbei und ich auch soweit ganz gut fertig. Aber aufgrund der guten Wetterbedingungen, einer zwar uninformierten („Ich habe gar nicht gewusst, dass Du Zweiter warst!“) aber anfeuernden Freundin mit Hund an der Strecke, einem netten Kurs und einer guten Leistung auf dem Rad konnte ich zufrieden und glücklich sein. Auch die Preis für Kaffee und Kuchen waren sehr günstig, beides zudem lecker!

Apropos Preis: es gab dann einen Pokal für meine Platzierung, der Gewinner erhielt zusätzlich noch einen großen Blumenstrauß. Und DAS war dann der Augenblick, wo meine Freundin sich dachte, dass wenn sie DAS gewusst hätte, sie mich noch doch etwas mehr angefeuert hätte! Nun ja, es wird dafür vielleicht nochmal ein paar Gelegenheiten geben, wer weiß…

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