Pfingsttour an die Sieg

Bilder zur Tour

Bereits die Planung zu unserer Paddelfahrt an die Sieg erwies sich als sehr schwierig. Bis Mittwoch wollte die Jugend sich nicht festlegen, ob das Ziel Eitorf denn das Richtige sei, oder ob man doch besser das Pfingstwochenende am heimischen Bootshaus verbringe. Grund für die Unentschlossenheit waren niedrige Pegelstände an der Sieg. Kurzentschlossen wurde dann aber doch mittwochs der Bootshänger gepackt und einem schönen Wochenende gemeinsam mit den Erwachsenen stand nichts mehr im Wege.

Es erwies sich wieder mal als sehr schwierig, das Ruhrgebiet am Freitag vor einem langen Wochenende zu verlassen. Aber dank moderner Navigationssysteme wurden wir auf unterschiedlichen Strecken an den großen Staus auf der A3 vorbeigeleitet. Viele lernten mit ihren Wohnwagengespannen die Innenstädte von Leverkusen und Köln kennen. Gegen 21.00 Uhr waren dann aber alle Zelte aufgebaut und wir saßen gemeinsam am Lagerfeuer und konnten die Paddeltour für den kommenden Tag planen.

Auf der Sieg hatten wir tatsächlich einen ausreichenden Wasserstand und so entschieden wir uns, am Samstag das obere Stück bis zum Campingplatz zu paddeln. Die Großen wählten eine Einsatzstellen noch einmal 6 Kilometer oberhalb der Stelle, an der die Jugend ihre Boote zu Wasser ließ. Aber nach einer kühlen Nacht ließen wir uns zunächst einmal ausgiebig Zeit zum Frühstücken und zum Auftauen der durchgefrorenen Knochen. Die Kinder spielten fangen und tobten im hohen Gras herum, während der Rest versuchte, sich mit Kaffee und Tee auf Betriebstemperatur zu bringen. Deutlich nach 11.00 Uhr stiegen wir dann in die Autos, um zur Einsatstelle zu fahren. Der Wasserstand der Sieg war knapp, aber den flachen Kiesbankschwällen folgten immer wieder längere Staustücke, auf denen wir ausreichend Wasser unter dem Kiel hatten. Das anfängliche Tempo erwies sich schnell für die Kinder als zu hoch und so wurde die Geschwindigkeit deutlich reduziert. Mit kleineren Spielen hielten sich die Kinder bei Laune und wir konnte eine schöne Fahrt durch eine herrliche Landschaft genießen. Zur Pause stiegen wir nicht aus, sondern ließen uns auf dem Wasser treiben. Zunächst musste aber das Boot von Jugendwart Uwe geentert werden, um an die Verpflegung zu gelangen. Im Päckchen treibend, konnten sich dann einigen Kinder noch die Beine vertreten. Beim herumklettern auf den Booten der anderen ist aber kein Kind ins Wasser gefallen. Irgendwann hat sich unser Paketverband aufgelöst und wir paddelten noch die letzten Kilometer zum Campingplatz. Kurz vor erreichen unseres Ziels, stießen auch die Erwachsenen wieder zu uns. Für den Abend war Grillen, Spiele und das obligatorische Lagerfeuer vorgesehen.

Am kommenden Tag starteten nach dem allmorgendlichen Ritual mit aufstehen, waschen und frühstücken alle zusammen am Campingplatz. Auf dem unteren Stück war der Wasserstand doch etwas schöner. Einige kleine Schwälle mit kräftigen Wellen lockerten die Tour auf. Die „Trainer“, welche ja eigentlich mehr Animateur für die gute Laune der Kinder waren ordneten an, dass erst am Ausstieg gebadet werden dürfe. Das graue Wetter vom Morgen zuvor hatte sich mittlerweile in strahlenden Sonnenschein gewandelt. Die Kinder waren erstaunlich folgsam und es wurde tatsächlich nicht geplanscht. Nina wiederholte aber auch ihr Anliegen ständig: „Es wir erst am Ausstieg gebadet.“ Diesmal stiegen wir zur Pause an einer geeigneten Stelle aus. Nachdem die Vorräte getilgt und die Kräfte zurückgekehrt waren, begannen die Kinder wieder Kinder zu sein. Nina stand mit dem Rücken zum Wasser und Tanja näherte sich, um Nina liebevoll zu umarmen. Allerdings hatte Nina nicht mit der böswilligen Absicht von Tanja gerechnet. Im nächsten Augenblick stürzten beide ins kühle Nass und die Badesaison war somit eröffnet. Bis zum Ziel wurde noch so manche Schwimmeinlage eingelegt, wenn zum Teil auch als unfreiwillige Kenterung. Am Nachmittag wurde dann am Campingplatz noch an einem Schwall geplantscht. Dabei konnten die Kinder üben, wie man richtig im fließenden Wasser schwimmt. Der Unterschied zum Schwimmbad besteht darin, dass das Wasser kalt ist und die Strömung einen auf Hindernisse zutreibt mit denen man zusammenstoßen kann. Zusätzlich wurde der Einsatz der Rettungsgeräte geübt. Ute hatte für den Abend die Lieblingsspeise aller Kinder vorbereitet. Spagetti mit Tomatensauce. Anschließend fanden die Kinder sich wieder am Spielplatz und die Alten sich am Lagerfeuer ein.

Am frühen Morgen wurde es nass. Der angekündigte Dauerregen setze ein. Einige vom großen Volk bauten ihr Lager ab, da sie Dienstag wieder arbeiten mussten. Für die Kinder stand heute kein Paddeln auf dem Programm. Aufgrund der ungünstigen Wettervorhersagen hatte Jugendwärter Uwe ein Freizeitbad ausfindig gemacht. Leider kann ich davon hier aber nicht mehr berichten. Als ich den Platz Richtung Heimat verließ, war trotz des Wetters keine schlechte Stimmung zu vernehmen. Im Gegenteil, aus dem Vorzelt von Uwes Wohnwagen waren lautes Lachen und eine heitere Stimmen zu vernehmen.

 

 

 

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