Olympia war ihr großer Moment

WAZ, Sport in Hattingen und Sprockhövel
9. Januar 2014, Hendrik Steimann

Vor einigen Jahren stand Janina-Kristin Götz noch auf der internationalen Bühne der Schwimm-Welt. Neben dem Gewinn bei Deutschen Meisterschaften überzeugte sie auch bei der Europameisterschaft 1997 in Sevilla. Einmal war sie sogar bei der Weltmeisterschaft und bei den Olympischen Spielen im deutschen Nationalkader. Vor fünf Jahren hat sie ihre Karriere beendet. Seit März 2013 wohnt Götz in Hattingen und hält sich bei den Triathleten der SG Welper fit.

Bereits im Jugendalter lief es für die gebürtige Bayreutherin gut im Becken, obwohl sie anfangs nicht plante, Leistungssportlerin zu werden. „Meine Mutter wollte, dass ich schwimmen lerne. Ich blieb dann dabei und der Trainer fragte mich, ob ich nicht öfter kommen wollte. Da es mir Spaß machte, habe ich angefangen, härter zu trainieren“, blickt Götz zurück.

Einsatz zahlt sich aus

Janina-Kristin GötzUnd das hat sich für sie ordentlich ausgezahlt. Acht Mal gewann sie bei den Jugend-Europameisterschaften. Ihr Talent für die Freistil-Technik war dabei unverkennbar. Deshalb förderte ihr Heimatverein, der SC DHfK Leipzig, sie.

„Als ich bei den Wettkämpfen gestartet bin, habe ich selber gemerkt, dass ich beim Kraulen am besten zurechtkomme“, sagt die heute 32-Jährige. Vor allem über 200 und 400 Meter ließ sie vielen Konkurrentinnen kaum eine Chance. Die anderen drei Schwimmtechniken beherrscht sie natürlich auch und ist in den Disziplinen ebenfalls bei Wettkämpfen gestartet. Die großen Erfolge blieben aber aus, so dass sich die Schwimmerin auf die Freistil-Technik spezialisierte.

Zweimal gewann sie über 400 Meter Gold bei der Deutschen Meisterschaft, zweimal Silber. Den letzten Titel hat Janina-Kristin Götz 2007 gewonnen. Danach ist sie nach und nach aus ihrer Karriere ausgestiegen. „Mir fehlte einfach die Motivation, zweimal am Tag zum Training zu gehen und nebenbei noch zu studieren. Die Zeiten stimmten dann natürlich auch nicht mehr, als ich nicht mehr so oft trainiert habe. Aber die Entscheidung habe ich bis heute nicht bereut“, so Götz.

Der größte Moment ihrer Schwimmkarriere war die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2004 in Athen. Durch eine interne Entscheidung des deutschen Trainergespanns durfte Götz im Vorlauf für die 4×200-Meter-Freistil-Staffel starten und erreichte mit dem Team die viertbeste Zeit und somit die Qualifikation für das Finale.

Von van Almsick ersetzt

Dort war sie allerdings nicht aktiv am Gewinn der Bronzemedaille beteiligt, weil wieder Franziska van Almsick in der Staffel eingesetzt war. „Es war aber trotzdem schön. Das ist etwas ganz anderes, auf der großen Bühne in die Arena zu kommen. Einfach grandios“, freut sich Götz heute noch. Insgesamt ist sie stolz darauf, was sie erreicht hat. „Ich denke auch gerne an die Zeit zurück. Die Trainingslager waren super und ich habe viele Freunde gewonnen. Zu manchen habe ich heute auch noch Kontakt. Aber ich habe auch immer die anstrengenden Zeiten im Hinterkopf.“

Nun schwimmt sie privat noch sehr gerne und lehrt die Sportart als Dozentin an der Ruhr-Universität Bochum. Für die Triathlon-Abteilung der SG Welper startet sie mittlerweile auch bei Wettkämpfen. Durch ihren Mann, Gonzalo Gonzales, ist sie zum Triathlon gekommen. „Ich habe mal bei einem Ironman zugesehen und war von der Atmosphäre begeistert“, so die ehemalige Leistungsschwimmerin. Erst wollte sie nie wieder auf Zeit schwimmen, doch dann entschied sie sich anders und tritt nun bei kleinen Wettkämpfen an. Aber auch an der Challenge in Roth hat sie schon teilgenommen – einem Rennen über die Ironman-Distanz.

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