Linda Sahmel: von der Aula auf die große Bühne

Stadtspiegel, Hattingen
26. Februar 2014, Roland Römer

Pillen, Salben und Tinkturen, Medikamente, Beratung, Wellness: Das ist der Alltag für Linda Sahmel, die gelernte pharmazeutisch-technische Assistentin. Doch die 23jährige kann auch anders: Vor allem an den Wochenenden, da steht sie mit „Backlinepit & Friends“ auf den Bühnen im Ruhrgebiet.

„Ich bin aber keine Lady Gaga“, lacht die Noch-Welperanerin und künftige Holthauserin. Stimmt, denn die Sängerinnen Pink und Adele, die liegen ihr bedeutend besser. Show auf der Bühne ist nicht so ihr Ding, Singen umso mehr.

Angefangen hat das mit der Singerei in Sichtweite ihres Elternhauses: im Chor der Gesamtschule Hattingen nämlich. Leitung: Horst Krah. Ihn kennen musikinteressierte Hattinger vor allem durch die von ihm ins Leben gerufene Konzert­reihe „Back To The Roots“ (BTTR). Die mittlerweile 12. Auflage – diesmal zum 25jährigen Bestehen der Gesamtschule – gibt es am Samstag, 5. April, ab 18 Uhr, natürlich wieder in der Aula der Gesamtschule an der Marxstraße.

Linda Sahmel als Lady-Gaga-Double bei der Karnevalsfeier der SG Welper im Jahr 2012. Foto: Ralf Neumann

Linda Sahmel als Lady-Gaga-Double bei der Karnevalsfeier der SG Welper im Jahr 2012. Foto: Ralf Neumann

Mit von der Partie ist dann selbstverständlich neben weiteren Ehemaligen auch Linda Sahmel. Der Kontakt mit ihrer alten Schule, an der sie 2010 ihr Abitur machte, ist nie abgerissen. „Mir gefiel es im Chor mitzusingen“, blickt sie auf ihre Schulzeit in der Oberstufe zurück. „Da habe ich Horst einfach gefragt, ob ich auch in der Schulband mitsingen darf. Er hat mich bei ,Nobody Knows‘ von Pink am Piano begleitet und er meinte hinterher: ,Das passt.‘ So war ich dabei.“

Ihren Eltern erzählte sie allerdings nur, dass sie 2009 erstmals bei BTTR mitmachen dürfte – im Backgroundchor. Keine Frage, wie die gestaunt haben, als ihre Linda plötzlich ganz allein auf der großen Bühne stand – und begeisterte. Spätestens seit diesem denkwürdigen Tag sind sie ihre größten Fans, begleiten sie zu möglichst vielen Terminen, filmen Konzerte ab.

Übers Internet kam sie schließlich an den bekannten Dortmunder Gitarristen und Sänger Pit Stäbner. Er lud sie zu einem Casting für seine Coverband ein. Das endete zunächst mit einer Enttäuschung – nicht wegen ihrer gesanglichen Leistung: „Es stellte sich leider heraus, dass es mir wegen der Termine nicht möglich war mitzumachen. Meine Ausbildung war mir erst einmal wichtiger“, erzählt Linda Sahmel.

Aber kaum hatte sie ihre Ausbildung erfolgreich beendet, da klingelte im heimischen Welper das Telefon. An der Strippe hing Pit Stäbner, um sie jetzt wirklich in die Band zu holen.

Seitdem ist sie dabei. Rund 40 Songs von Lady Gaga, Pink, Melissa Etheridge und Anouk gehören genauso zum Programm von „Backlinepit & Friends“ wie Songs von Bryan Adams, Stevie Wonder oder den Guano Apes. Ihre persönlichen Lieblingssongs im Repertoire sind „Hedonism“ von Skunk Anansie und „Rolling In The Deep“ von Adele.
„Für mich stehen wir mit unserer Band schon sehr weit oben“, sagt Linda Sahmel, „aber eben nur als Hobby, nicht als Beruf. Das war für mich immer klar. Die Band ist für mich ein schöner Ausgleich zum Berufsalltag, ein komplettes Abschalten.

Inzwischen hat sich die 23jährige auch einen Namen als Sängerin auf Hochzeiten gemacht, wird für Veranstaltungen als Solistin gebucht – alles über „Mund-Mund-Propaganda“. Während Mutter Ulrike fürs kaufmännische zuständig ist, steht ihr live Papa Wolfgang als Techniker zur Seite.

Linda Sahmel: „Auf der Bühne zu singen, das reizt mich. Und mit tollen Musikern zu zeigen, was wir alles drauf haben. Das gibt mir den Kick.“ Und da gibt es ja auch noch das „Backline Akustik Trio“. Damit ist Linda Sahmel – mit ihrer Gesangskollegin Andrea Massling sowie Gitarrist und Sänger Pit Stäbner – am Samstag, 29. März, ab 20 Uhr bei „Hattingen Live“ im „City Café“ am Obermarkt zu erleben.

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