Kunstrasen: SG Welper kooperiert mit dem TuS Blankenstein

Die Kooperation verläuft nach Vorstellungen beider Vereine. Die Jugendarbeit soll ebenfalls von beiden Seiten aus mit einer eigenen Sparte gesteuert werden. Die Finanzen belaufen sich auf 460 000 Euro. Beide Vereine zahlen jeweils 130 000 Euro, den Rest die Stadt. Der Bautermin wird so kurzfristig wie möglich ausgewählt, um ab der nächsten Saison mit dem Spielbetrieb auf Kunstrasen zu starten.

Aktuell ist der Tennenplatz an der Marxstraße noch weiß. Wenn der Schnee geschmolzen ist, wird er wieder rot aussehen. Doch noch in diesem Jahr wechselt sie Farbe in grün. Denn die SG Welper und der TuS Blankenstein kooperieren, um den Kunstrasen zu finanzieren.

Erst war Welpers Präsident Wolfgang Zimmermann öffentlich gegen ein Kunstrasen-Projekt. Der Verein könne dies nicht stemmen. Im November 2011 hat sich die Fußball-Abteilung dann doch dafür entschieden. Die Zustimmung durch den Gesamtverein folgte im April 2012. Der Verein war danach auf der Suche nach einem Partner, der sich an dem Vorhaben beteiligt. „Erster Kandidat wäre für uns der AC Hattingen gewesen, weil sie ja auch an der Marxstraße trainieren. Bei Versuchen, eine Vereinbarung zu treffen, sind wir allerdings nicht weitergekommen. Denn der AC hat geblockt“, blickt Zimmermann zurück. Hedefspor Hattingen hatte kurz nach der eingeräumten Kooperationsmöglichkeit der SG Welper mit einem zweiten Verein angeklopft. „Das hätte aber überhaupt nicht gepasst“, so Zimmermann.

Nun ist der TuS Blankenstein der Partner der SG Welper. Ein Vertrag wurde am Montag unterschrieben. „Von Anfang an war der TuS eigentlich schon unser Wunschpartner. Auch wegen der Nähe der Ortsteile“, sagt Zimmermann. Auch die Blankensteiner haben Gedanken an einen Kunstrasen gehegt. Der Verein hatte sich im vergangenen Sommer bereits dazu entschlossen, eigenständig den Bau eines Kunstrasens in näherer Zukunft in Angriff zu nehmen. Beide Vereine haben dabei vorzüglich an die Zukunft der Fußballjugend gedacht, die ohne einen Kunstrasen sehr gefährdet ist, da viele Spieler zu „moderneren“ Vereinen mit Kunstrasen überlaufen könnten.

Die Jugend war letzten Endes auch der Aufhänger für eine Verhandlung zwischen der SG Welper und dem TuS Blankenstein, dessen Seniorenmannschaften übrigens beide in derselben Liga spielen. Die ersten Mannschaften in der Kreisliga A und die zweiten Mannschaften in der Kreisliga C. „Das wird es dann öfter Heimspiele für beide Vereine geben“, freut sich Frank Schwedt, erster Vorsitzender des TuS Blankenstein. Für die spätere Aufstockung der Seniorenmannschaften muss eine funktionierende Jugend im Verein verfügbar sein. Die soll zukünftig auch von beiden Vereinen in Kooperation gemanagt werden. Die Altersklassen werden auf die Vereine aufgeteilt. Bei dem Alt-Jahrgang der A-Jugend, die dem TuS Blankenstein zugeteilt sein wird, sollen die Spieler eine doppelte Spielgenehmigung erhalten, um bereits in der Seniorenmannschaft auflaufen zu können. Für welchen Verein sie dann spielen, ist den Jugendlichen selber überlassen. Die aktuelle A-Jugend des TuS Blankenstein ist auch schon eine Kooperation mit der SG Welper.

Die Belange der Jugendlichen sind beiden Vereinen sehr wichtig. Durch die gemeinsame Arbeit sollen sie noch verstärkt erfüllt werden. Es wird auch eine vereinsübergreifende Sparte für die Fußballjugend geben. Frank Schwedt glaubt, dass es zwar ein schwerer und holpriger Weg in der Zusammenlegung der Jugend, aber durch das Gremium aus beiden Vereinen verspricht er sich Erfolg. „Wir schicken entsprechende Leute nach vorne, die den Weg ebnen, so dass die Gemeinschaft mehr als erfolgsversprechende Chancen für die Zukunft hat.“

Der TuS Blankenstein verlegt seinen Spielbetrieb komplett nach Welper. Was aus dem Platz an der Behrenbeck wird, steht in den Sternen. Die Stadtverwaltung ist Besitzer und vergibt den Platz. Möglicherweise wir der FC Sandzak-Hattingen dort sein Training aufnehmen. Klar ist auch, dass der AC Hattingen nicht mehr in Welper trainieren kann. Dort soll aber ein neues Vereinsheim entstehen, angegliedert an das der SG Welper. „Wir ziehen komplett um, auch wenn das teilweise mit starken Emotionen verbunden ist. Seit 1972 waren wir auf dem Sportplatz in Holthausen, da hängen auch Erinnerungen dran“, sagt Frank Schwedt. Doch die Mitglieder des TuS nehmen die Entscheidung wohlwollend an. So spielen demnächst etwa 600 Fußballer aus Jugend und Senioren auf der neu entstehenden Sportanlage, die auch von der Stadt als positiv betrachtet wird. „Wir müssen nur noch klären, wie genau wir die Anlage bauen möchten. Also unsere Vorstellungen miteinander verbinden“, sagt Wolfgang Zimmermann.

Die Kosten belaufen sich nach den aktuellen Kalkulationen auf 460 000 Euro für die geplante Kunstrasen-Anlage. „Sie sind auch transparent, da beide Vereine zufällig beim selben Architekturbüro nachgefragt haben“, erzählt Frank Schwedt. Die SG Welper und der TuS Blankenstein müssen jeweils 130 000 Euro stemmen, was über Kredite geregelt wird. Den restlichen Betrag von etwas mehr als 200 000 Euro übernimmt die Stadt. Denn der Tennenplatz war an der Reihe, renoviert zu werden. Das war durch den geplanten Kunstrasen überflüssig, wodurch das Geld für die Renovierung dem Projekt zur Verfügung steht. Außerdem zahlt die Stadt 25 000 Euro dafür, dass die Gesamtschule Nutzen durch die Kunstrasen-Anlage hat.

Die SG Welper und der TuS Blankenstein sind gleichberechtigte Partner. „Der TuS Blankenstein war sehr dankbar, dass wir zusammengekommen sind. Wir sind dankbar, dass man die Finanzierung auf zwei Schultern tragen kann. Die Zeit wäre uns am Ende wohl zu knapp geworden, alleine alle Mittel zusammenzutreiben“, gibt Wolfgang Zimmermann zu. Für unseren Verein bedeutet das aber keine Nachteile für die anderen Abteilungen. „Das habe ich immer gesagt und dazu stehe ich“, so Zimmermann. Auf der Jahreshauptversammlung im März wird die Kooperation den Mitgliedern nochmal erläutert. Die Finanzierung ist aber nun leichter geworden. Die Beiträge werden übrigens gleich sein. Wenn für eine Jugendmannschaft Anschaffungen anstehen wird präzise nach Anzahl der Mitglieder aufgeteilt.

Grundlegende Überlegungen wurden bereits in den ersten Verhandlungsgesprächen besprochen. So beispielsweise die Trainingszeiten. Der AC Hattingen ist nicht mehr da. Durch die Zusammenlegung der Jugend ergeben sich auch Trainingseinsparungen. Im Sommer steht außerdem noch der Rasenplatz zur Verfügung.
Der Bautermin für den Kunstrasenplatz soll kurzfristig festgelegt werden. Aber der kommenden Saison wollen die SG Welper und der TuS Blankenstein auf dem grünen Untergrund spielen.

Fußball-Abteilungsleiter Wolfgang Wortmann ist begeistert: „Das ist der richtige Weg. Und hier sitzen Leute am Tisch, mit denen man vernünftig reden kann. Ich möchte gerne erleben, wenn es richtig zum Blühen kommt. Sportlich gesehen sind wir auf der gleichen Ebene. Es wäre aber auch kein Problem, wenn einer in einer höheren Klasse spielen würde.“

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