Kreisjugendtag: Die Gewaltbereitschaft im Jugendfußball steigt

WAZ, Sport in Hattingen und Sprockhövel
26. März, Hendrik Steimann

61 Vereine mit einer Jugendfußball-Abteilung tagten am Wochenende in der Aula der Gesamtschule Welper. Vereine aus Bochum, Hattingen und Witten, die dem Fußballkreis Bochum angehören. Die SG Welper richtete den Kreisjugendtag aus, der alle drei Jahre ansteht.

140 Delegierte der Vereine lauschten den Berichten des Kreisjugendausschusses und der Kreisjugendspruchkammer. Einen besonderen Stellenwert räumte der Vorstand des Kreises diesmal dem Thema Regelwidrigkeiten auf dem Platz ein. In den vergangenen drei Jahren hat die Spruchkammer insgesamt 78 Fälle bearbeitet. Dazu zählen beispielsweise Sperren für Tätlichkeiten, Beleidigungen, Gewalt oder andere Arten von Unsportlichkeit. „Zwar sind die Zahlen insgesamt rückläufig, doch es herrscht steigende Gewaltbereitschaft“, sagt Thomas Harder, Vorsitzender des Kreisjugendausschusses. Besonders im Bereich der B-Jugenden sei dies ein Problem. Harder bedauert es, dass manche Vereine darüber hinwegsehen oder Fälle „schönreden“.

Bemühungen um Prävention durch Ehrenkodex laufen schon länger

Denn um die Gewaltprävention ist der Fußballkreis seit längerer Zeit stark bemüht. Er hat sogar einen Flyer mit einem Ehrenkodex zusammengestellt, um auf das richtige Verhalten hinzuweisen. Auch für die Zuschauer, die sich die Spiele anschauen. „Jeder von uns hat eine Vorbildfunktion. Aber nur, wenn alle an einem Strang ziehen, können wir diese auch erreichen“, betont Ulrich Jeromin, Vorsitzender des Fußballkreises Bochum. Vom Kreis beauftragt, kümmert sich Ralf Dux um die Vereine, die Probleme sehen. „Wir werben weiter für sportliche Fairness. Lasst uns allen Provokateuren und Rassisten die Rote Karte zeigen“, appelliert Harder und meint damit auch Eltern, die sich am Spielfeldrand unsportlich verhalten.

Als Erfolg betrachtet der Fußballvorstand die Abwendung der angedachten Kreisstrukturreform. Sie wurde bei einer Abstimmung im Kreis Bochum zu 100 Prozent abgelehnt, und auch auf höherer Ebene fand sie im letzten Gremium keine Mehrheit. „Es ist aber nur vorerst gelungen. Wahrscheinlich werden ähnliche Überlegungen bald wieder vorgeschlagen“, warnt Harder.

Schiedsrichter bekommen höhere Aufwandsentschädigung

Einen Vorschlag während der Tagung machte die DJK Arminia Bochum. Die Spielklassen sollten ab der kommenden Saison nach den Spielstätten eingeteilt werden. So sollten Vereine mit Kunstrasen ausschließlich gegeneinander spielen, um keinen Wettbewerbsvorteil gegenüber den Vereinen ohne Kunstrasen zu haben. Der Antrag wurde allerdings mit großer Mehrheit abgelehnt.

Der Kreisschiedsrichterausschuss stellte beim Kreisjugendtag des Bochumer Fußballkreises außerdem einen Antrag auf höhere Aufwandsentschädigungen. Nach Abstimmung gibt es in Zukunft pro Zeitstunde in Zukunft zwei Euro mehr.

Im Seniorenbereich wird der Antrag ebenfalls gestellt werden. Dort muss jedoch separat entschieden werden. Der Kreisseniorentag des Bochumer Fußballkreises findet am 6. August in der Aula der Gesamtschule Welper statt, Ausrichter ist ebenfalls die SG Welper.

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