KnappenMan 2020 – einer der wenigen Triathlons in diesem Jahr – Athletenbericht von Berthold Janzen

The same procedure as last/ every year… so lautete das auch Motto für dieses Wettkampfjahr. Wieder sollte eine Langdistanz den sportlichen Höhepunkt des Jahres darstellen. Geplant waren die üblichen Vorbereitungs-Wettkämpfe inkl. Liga und im Juli der Ironman Austria in Klagenfurt… Corona hatte was dagegen.

Nahezu alle Wettkämpfe wurden abgesagt und auch der auf Mitte September verschobene IM in Klagenfurt wurde endgültig terminiert. Bitter, wenn man ein Ziel vor Augen hat und es sich dann in Luft auflöst. Aber wieso sollte es mir besser als vielen anderen Sportlern und Triathleten gehen, die dieses Jahr ihre Herausforderungen nicht bestreiten konnten bzw. können?!

Irgendwie wollte ich dieses „Schicksal“ nicht akzeptieren und stürzte mich auf die Suche nach einem adäquaten Wettkampf. Beim KnappenMan in Lohsa (Sachsen, Nähe Bautzen) wurde ich fündig. Hier sollten tatsächlich Ende August Wettkämpfe über jede Distanz im Triathlon stattfinden, inkl. einer Langdistanz. Das Problem: alles ausgebucht! Die einzige Möglichkeit noch einen Startplatz zu ergattern bestand über die Startplatzbörse, bei der man von bereits gemeldeten Teilnehmern den Slot übernehmen kann. Hier kam das Glück mir zu Hilfe, denn tatsächlich konnte ich den Langdistanz-Startplatz eines verhinderten Teilnehmers übernehmen.

So machte ich mich am 28. August auf die Reise Nahe der polnischen Grenze. Dort angekommen ging es dann zur Abholung der Startunterlagen im Bereich der Wechselzone. Jetzt konnte ich auch mit eigenen Augen feststellen, dass hier tatsächlich ein Wettkampf stattfinden wird. So sollte es in weniger als 12 Stunden dann sein.

Der Wecker klingelte um kurz vor 4, Frühstück, Sachen packen und ab zum Ort des Geschehens. Dort angekommen dann zum Check-in und ab in die Wechselzone… alles unter Beachtung der Hygiene-Vorschriften.

Der Wettkampf startete mit dem Schwimmen um 7 Uhr am Dreiweibener See. In mehreren Gruppen (zu je 30 Athleten) ging es nacheinander ins Wasser. Bei angenehmen 21 Grad Wassertemperatur wurden 2 Runden zu je 1,9 KM geschwommen. Der Auftakt verlief ganz zufriedenstellend. Zwar war ich mit einer Zeit von knapp unter 1:20 Std. alles andere als schnell, aber dafür konnte ich Kräfte für die nächsten Disziplinen sparen.

Nach einem kurzen Aufenthalt in der Wechselzone wurde dann das Rad bestiegen. Teil 2 führte über eine flache Strecke von knapp 170 KM, die auf 6 Runden verteilt waren. Es gab dabei einen Verpflegungspunkt, bei dem die Athleten anhalten und mit Abstand sich selbst mit Essen und Getränken bedienen mussten. 

Das Radfahren auf trockener Strecke und mit windigen Abschnitten konnte ich gleichmäßig absolvieren und gelangte nach knapp 5 Stunden zum zweiten Mal in die Wechselzone.

Jetzt hieß es noch einen Marathon, verteilt auf 4 Runden um den Dreiweibener See, zu finishen. Da es auf der Runde nur zwei Verpflegungsstationen gab und die Sonne gut einheizte war die Getränkeaufnahme ein kritischer Punkt. Nach den ersten beiden Runden ging meine Tanknadel nach unten. Der Verbrauch an Flüssigkeit überstieg bei weitem die Zufuhr. Entsprechend ging die Zeit in den Keller. Glücklicherweise hatte ich beim Check-in eine Trinkflasche als Special Needs an einer Station deponieren können. Diese nahm ich dann ab Runde 3 mit auf die Strecke und konnte fortan hydriert weiterlaufen.

Nach 3:54 Stunden Marathon konnte ich sehr zufrieden das Ziel in insgesamt 10:21 Stunden durchlaufen. Geschafft!

Von den gemeldeten 150 Teilnehmern erzielte ich Rang 43 Gesamt und Platz 3 in meiner AK (von 15).

An dieser Stelle ein großer Dank an den Veranstalter und die vielen Helfer für eine toll organisierte und familiäre Veranstaltung… und das unter schwierigen Bedingungen und anspruchsvollen Auflagen!

Fazit: Definitiv kein normales (Wettkampf-)Jahr… aber dennoch mit positivem Ausgang! 

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