Kanadier Duo verpasst knapp das Treppchen

WAZ, Sport in Hattingen und Sprockhövel
20. September, Thorsten Miloszewski

Nach Platz fünf mit seinem Teamkollegen Florian Schubert holt sich der Hattinger Martin Möllmann bei den Deutschen Meisterschaften mit der Mannschaft die Sílber-Medaille.

“Mit ein bisschen Glück ist eine Medaille drin”, hatte Martin Möllmann vor den Deutschen Meisterschaften im Kanu-Slalom in Hagen-Hohenlimburg gesagt. Doch eben jene Fortuna war ihm und seinen Partner Florian Schubert im Zweier-Kanadier nicht hold. Als Achter hatten sich die beiden für das Finale der besten zehn Paddler qualifiziert und liefen dort zu großer Form auf. Ihre Zeit hätte gereicht, um als Drittplatzierter das Podium zu besteigen – wäre da nicht dieser eine kleine Patzer gewesen. Nach gut der Hälfte des Rennens berührte Möllmanns Boot eine Torstange. Die Folge: zwei Strafsekunden und Platz fünf. “Das war unnötig, aber mittlerweile überwiegt bei uns die Freude.” Zumal sie dank dieses Ergebnisses in der nationalen Rangliste auf Rang vier vorrückten.

Die Strecke, die die Bundestrainer für die Kanuten gesteckt hatten, forderte den Athleten alles ab. Die Tore folgten in derart kurzer Distanz aufeinander, dass die Boote praktisch auf der Stelle die Drehung vollziehen mussten, um nicht von der Strömung erfasst zu werden und die nächste Durchfahrt zu verpassen. “Das war schon sehr anspruchsvoll, aber es war ja eben auch eine Deutsche Meisterschaft”, so Möllmann, der auch mit der NRW-Mannschaft am Start war.

In dieser Disziplin gehen drei Zweier-Kanadier gleichzeitig auf die Strecke. Die Uhr stoppt erst wenn alle drei Boote im Ziel sind. “Das ist nicht einfach. Da ist es wichtig, den richtigen Abstand zu den Vorderleuten zu halten”, erklärt der Elektrotechnik-Student. Im ersten Durchgang beherrschten diese Kunst die Mannen aus dem Westen der Bundesrepublik am besten und lagen vor dem zweiten Lauf deutlich in Front.

Doch bereits vor dem Start erfuhren sie, dass das Team aus Leipzig einen Fabellauf hingelegt hatte. Um fünf Sekunden hatten sich die Sachsen auf 2:09 Minuten verbessert. Möllmann und Co. war klar, dass sie jetzt etwas riskieren mussten, um sich doch noch die Gold-Medaille um den Hals legen zu lassen. Und tatsächlich hielt bei ihnen die Uhr ebenfalls bei 2:09 Minuten an. Allerdings kassierten sie wegen zweier Berührungen gleich vier Strafsekunden und mussten sich mit Rang zwei begnügen. “Ich sehe das so: Wir haben zwar Gold verloren, doch dafür Silber gewonnen”, erklärt der Kanadier-Fahrer, der auch noch in seiner zweiten großen Leidenschaft, dem Kajak, an den Start ging.

Dort ging es für den Hattinger zwar nicht nach ganz vorne, aber immerhin qualifizierte er sich für den Zwischenlauf und holte sich hier einen achtbaren 18. Platz. “Seit einem Jahr läuft das Kajak ja nur noch nebenbei. Dafür war es schon ganz gut”, erklärt Möllmann

In Zukunft wird er aber womöglich auf die Starts im Kajak verzichten. “Wir müssen jetzt erst einmal eine Videoanalyse machen. Aber es kann schon sein, dass mich die vielen Rennen am Ende zu viel Kraft gekostet haben.”

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