Janzen beim Ironman Austria

Athletenbericht von Berthold Janzen

Berthold Janzen

Nachdem der Ironman Austria, bedingt durch Corona, im Jahr 2020 nicht stattfinden konnte und der Termin Anfang Juli 2021 aus dem gleichen Grund nicht realisiert wurde, schauten alle (verbliebenen) Teilnehmer auf den 19. September. An diesem Tag sollte die größte Triathlon-Veranstaltung des Landes endlich vollzogen werden. Da ich bereits zwei Tage vorher nach Klagenfurt angereist war konnte ich mich vor Ort von den nahezu abgeschlossenen Wettkampfvorbereitungen überzeugen und feststellen: Der Ironman findet statt! Natürlich auch hier unter bestimmten Auflagen und Einschränkungen (u. a. 3G). Sind für gewöhnlich mehr als 3.000 Athleten am Start, so war die Anzahl diesmal auf etwa die Hälfte reduziert.
Der Wettkampftag versprach sehr gute Bedingungen für die Starter, Temperaturen von ca. 20 Grad, wenig Sonne und kaum Wind.
Das Schwimmen am frühen Morgen fand im 22 Grad warmen Wörthersee start. Die Dreikämpfer wurden per Rolling Start ins Wasser geschickt und durften im Neo die 3,8 KM  absolvieren. Der Kurs ging über ca. 3 KM im See gegen den Uhrzeigersinn und führte abschließend durch einen Kanal zum Schwimmausstieg. Da Schwimmen nicht zu meinen Stärken zählt und auch das Training unter den Corona-Restriktionen gelitten hatte, stieg ich mit etwas Unsicherheit und mehr Respekt als üblich ins Wasser. Glücklicherweise fand ich relativ schnell meinen Rhythmus und das „weiche“ Wasser erleichterte mir die erste Aufgabe. Ziemlich unaufgeregt kam ich nach ca. 1:22 Std. an Land. Keine dolle Zeit (später stellte ich fest, dass ich laut meiner Uhr 350 Meter mehr geschwommen bin), aber ich fühlte fit und hatte keine Körner gelassen.
Vor dem Aufstieg aufs Rad mussten vom Schwimmausstieg ca. 800 Meter zur Wechselzone zurückgelegt werden. Die Radstrecke über 180 KM ging über eine Runde und sehr guten Asphalt. Das Profil der ersten Hälfte enthielt moderate Anstiege, die zweite Hälfte konnte als durchaus selektiv bezeichnet werden (insgesamt ca. 1.500 HM). Das Radfahren fing gut für mich an, jedoch ließ mich das anfangs flache Profil zu einem nicht nachhaltigen Tempo hinreissen. Nach ca. 60 KM passte ich mein Tempo an, rechtzeitig genug, um später nicht zu explodieren und auch noch genug Energie für die dritte Disziplin zu haben… so meine Hoffnung. Ich konnte das Radfahren solide nach ca. 5:25 Std. beenden. Damit war ich nicht unzufrieden, wobei meine Erwartungshaltung eine andere war (oder zumindest der Wunsch).
Nach einem guten Wechsel in die Laufschuhe startete ich in den finalen Abschnitt. Die 42,2 KM mussten über zwei Runden bestritten werden. Die Strecke führte entlang des Wörthersees und ging in die andere Richtung nach Klagenfurt-City. Objektiv betrachtet eine absolut flache und angenehm zu laufende Strecke. Subjektiv jedoch mit einigen Kurven und zwei fiesen „Anstiegen“ behaftet. Ich fand schnell ein gutes Tempo, von dem ich überzeugt war, es auch bis zum Ende halten zu können. So meine Gedanken bis ca. KM 17. Ab da hatten die Beine was dagegen, meine Vorgaben umzusetzen. Mir blieb nichts anderes übrig, als Geschwindigkeit rauszunehmen und mittels Gels und Cola schnelle Energie einzuspeisen. Das gelang zumindest soweit, dass ich das verlangsamte Tempo durchhalten konnte. Zudem konnte ich die inneren Stimmen ausblenden, die mir öfters eine Pause oder einen Spaziergang schmackhaft machen wollten. Am Ende sollte ich belohnt werden. Ich konnte den Marathon knapp unter vier Stunden beenden und auch die Uhr mit der Gesamtzeit hielt bei knapp unter elf Stunden an. Natürlich kam auch ich auf der Zielgeraden in den Genuss via Mikrofon bzw. Lautsprecher zu hören, dass ich ein Ironman bin.
Zusammenfassend bin ich ziemlich happy, an diesem sehr schönen Wettkampf teilgenommen und mit einer (für mich) guten Zeit gefinished zu haben.


Für die Statistik die genauen Zahlen:
Schwimmen: 1:22:15 Std.
T1: 7:34 Min.
Radfahren: 5:25:11 Std.
T2: 4:50 Min.
Laufen: 3:59:22 Std.
Gesamt: 10:59:10 Std.
Platzierung AK: 56 (von 181)
Platzierung Gesamt: 391 (von 1.034)

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