Ironman Hamburg aus Athletensicht von Thomas Wagner

Thomas Wagner im Ziel: mal wieder ist er ein Ironman.

Zum ersten Mal fand in Hamburg ein Original-Ironman statt (3,8 km Schwimmen, 182 km Radfahren, 42,2 km Laufen), bei dem sich auch insgesamt 40 Altersklassen-Athleten für die Ironman-WM auf Hawaii qualifizieren konnten. Für die SG Welper ging ich als Einziger gut vorbereitet und voll motiviert in meinen 13. Langdistanz-Triathlon, welcher zugleich mein 200er Triathlon insgesamt war, auch wenn die Hawaii-Quali für mich meilenweit entfernt war. Die Wetter-Vorhersage war ganz OK, obwohl es in den Tagen vorher dauerregnete. Pünktlich zum Rennen war es dann aber tatsächlich trocken, und einem schönen Rennen stand nichts mehr im Weg.

Der Start am Jungfernstieg fand mittels “Rolling Start” über eine Rampe in die Binnenalster statt. Das heißt ab 6:50 Uhr gingen alle 2 Sekunden je 4 Altersklassen-Athleten über die Startzeit-Matte ins Wasser. Für mich war dies der erste Rolling Start, aber das klappte wirklich gut, obwohl der Erfolg dieser Methode davon abhängt, dass die Starter sich vorher realitätsnah in den zu erwartenden Schwimmzeiten einsortieren. Der Effekt des erfolgreichen Ablaufs dieser Methode war dann im Wasser zu erleben, denn von Beginn an war ich direkt in einer Gruppe, in der alle gleich schnell schwammen, so dass es keine Prügeleien und kraftraubenden Überholungen gab. Zudem war auch der letzte der rund 2500 AK-Athleten bereits um 7:10 Uhr im Wasser.

Schwimmstrecke durch die Alster

Nach dem Start ging es gerade durch die Binnenalster, und unter der Lombardsbrücke hindurch in die Außenalster, wo ein großzügiger Dreieckskurs um die Bojen abgeschwommen wurde. Danach wieder zurück in die Binnenalster mit einem kurzen Landgang bei km 2,6 am Jungfernstieg. Solche Landgänge sollen die Rennen für die Zuschauer spektakulärer machen, aber ich hasse diese, weil dabei der Kreislauf mal richtig rauf und wieder runterkommt. Diesmal hasste ich den Landgang allerdings besonders, da ich beim Wiederreinlaufen voll vor eine dicke Rolle im dort ausgelegten Teppich getreten bin.

Zunächst hielt sich der Schmerz allerdings in Grenzen, da das Wasser bis zum endgültigen Schwimmausstieg gegenüber des Rathausmarktes, erstmal kühlte. Dort lief ich dann nach 1:05:42 h über die Treppen hinaus, um dann endgültig an Land zu bleiben, und zunächst die 300 m in die Wechselzone zu laufen. Dort angekommen den Radbeutel geschnappt, im Wechselzelt umgezogen, noch kurz ein Dixi besucht und mit dem Rad den Rest der 600! m langen, riesigen WZ zum Radaufstieg gelaufen. Entsprechend lange dauerte der erste Wechsel.

Wind erschwert die zweite Radrunde

Die überlange Radstrecke bestand aus zwei Runden, welche über die Köhlbrandbrücke nach Süden aus Hamburg in die Nordheide hinausführten, und auch einige Höhenmeter zu bieten hatten. Die erste Runde lief sehr rund, und mit 2:52 h sogar schneller als geplant. In der 2. Runde wurde es zunehmend windiger und somit auch schwerer, aber ich beendete das Radfahren mit einem gleichmäßigen Tempo, ohne mich zu sehr zu verausgaben. Darüber hinaus merkte ich ein immer stärkeres Pochen in meinem Zeh, den ich ja bereits beim Schwimmen geprellt hatte.

Nach insgesamt 5:56 h netto hatte ich das Radfahren absolviert, und es ging wieder durch die ewig lange WZ zum Laufen. Dabei galt es 4 Wendepunkt-Runden entlang der Alster und am Rathausmarkt vorbei zu absolvieren. Mit einer hohen Frequenz konnte ich die erste Runde bereits nach rund 57 min absolvieren. Doch hier merkte ich jetzt doch schon, dass der rechte Fuß ganz schön warm geworden war. Im weiteren Verlauf konnte ich nicht mehr wirklich über die Zehen auf der rechten Seite abrollen, und wurde folglich auch immer langsamer.

Stimmung auf der Laufstrecke

An der Laufstrecke war jetzt aber wirklich viel Stimmung von Tausenden von Zuschauern, und so versuchte ich die Schmerzen zu unterdrücken, und alles auf mich wirken zu lassen. Am Schluss nahm ich wieder ein wenig mehr Tempo auf und erreichte überglücklich das Ziel am Rathausmarkt, wo ich durch das Spalier von unzähligen Zuschauern im Ironman-Tor das Rennen abschließen konnte, dabei hörte ich den Sprecher unter dem Jubel von den Tribünen den traditionellen Satz „You are an Ironman“ ins Mikrofon rufen.

Am Ende bleibt eine Laufzeit von 4:18 h für den abschließenden Marathon, und eine für mich sehr zufriedenstellende Endzeit von 11:34:36 h stehen. Dies bedeutete in der Gesamtwertung Platz 966 von allen, und Rang 123 der Altersklasse M50. Im Sani-Zelt hinter dem Ziel kam dann ein geschwollener, blauer Fuß mit einer Blutblase am großen Zeh zum Vorschein, aber der Schmerz vergeht…

Wagners Zieleinlauf im Video:

Und was Hawaii betrifft: Der letzte der M50, der das Hawaii-Ticket in Hamburg löste, war Thorsten Schröder, der am Tag darauf schon wieder die Tagesschau moderierte, und sich riesig freute, da er bereits im Juli die Quali in Frankfurt um nur 1:30 min verpasst hatte. Er war eine Minute langsamer geschwommen als ich, hat mich beim Wechsel überholt, und es dann auf dem Rad und beim Laufen richtig krachen lassen.

Die Zeiten im Einzelnen

3,8 Kilometer Schwimmen: 1:05:42 Stunden
182  Kilometer Radfahren: 5:56:18 Stunden
42,2 Kilometer Laufen: 4:17:58 Stunden
Gesamtzeit: 11:34:36 Stunden

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