Ironman Hamburg – Athletenbericht von Berthold Janzen

Berti
Berthold Janzen
Berthold

Der Wettkampftag beginnt um 3:30 Uhr mit dem Weckruf des Handys. Nach dem Frühstück noch schnell ein Check der noch mitzunehmenden Ausrüstung (Neo, Schwimmbrille, Trinkflaschen etc.) und wenig später geht es auch schon in Richtung des Startbereichs bzw. der Wechselzone. Angekommen in der Wechselzone verkündet der Moderator die mit Jubel der Athleten gehuldigte Nachricht: „24,1 Grad Wassertemperatur, Schwimmen im Neo erlaubt“. Der Wettkampftag fängt gut an!

Dann der Start um ca. 7 Uhr. Im sogenannten Rolling Start (im Abstand von ca. 5 Sekunden werden 4-5 Athleten schubweise ins Wasser geschickt) stürze ich mich in die Binnenalster. Von dort weiter bis zur Außenalster und wieder zurück, insgesamt 3,8 KM. Nicht wirklich klares Wasser, aber von der Qualität besser als befürchtet. Auf Kosten von etwas Zeit verlasse ich (nicht ganz freiwillig) die Ideallinie, finde aber schnell meinen Rhythmus und schwimme die erste Disziplin ziemlich entspannt durch.Im Anschluss der Wechsel auf das Rad. Schnell den roten Beutel mit dem Rad-Equipment mitnehmen und dann durch die wahrscheinlich längste Wechselzone im Triathlon eilen, das Rad dabei möglichst nicht vergessen. Der Einstieg in die zweite Disziplin erfolgt problemlos.

Auf dem flachen Kurs finde ich zügig meine Trittfrequenz und ich bin jetzt richtig im Wettkampf. Die Radstrecke bietet als Highlight die Köhlbrandbrücke, die es auf zwei Runden zu überqueren gilt. Wirklich toll hier hochzufahren, kurz die Aussicht genießen und auf der anschließenden Abfahrt die Räder richtig rollen zu lassen. Der Großteil der Strecke findet entlang von Industriegebieten und vor allem am Deich statt. Die Fahrt am Deich erfordert von den Athleten zwei Dinge: Sich dem Wind stellen und den Kampf gegen einen scheinbar endlos langen Abschnitt mit immer gleichbleibender Landschaft aufnehmen. Das Ganze zwei- bzw. viermal, 2 Runden, hin und wieder zurück. Insgesamt sind laut Veranstalter 183 KM zurückzulegen (3 KM mehr als „normal“ bei einer Langdistanz). Meine technischen Gadgets zeigen zwar etwas mehr an, aber diese Kröte muss jeder Athlet schlucken.Nachdem zum Ende der mittleren Disziplin der KM-Schnitt etwas nachlässt dann der Wechsel in die Laufschuhe.

Wie immer gehe ich zu schnell an. Das geht allerdings vielen so, da man vom Radfahren ein anderes Geschwindigkeitsgefühl hat. Nach dem ersten Kilometer zeigt meine Uhr die zu hohe Pace an, also Tempo raus und von da an läuft es rund. Apropos rund: es sind insgesamt 4 Runden in zentraler Lage zu absolvieren (jeweils ca. 10,5 KM), die dann in Summe die Marathon-Distanz ergeben. Gesäumt ist die Strecke von sehr vielen Zuschauern, die die Triathleten großartig unterstützen und für eine tolle Atmosphäre sorgen. Auch dadurch konnte ich zwei Tiefpunkte auf dem zweiten Halbmarathon überwinden und sehr zufrieden nach 11:10 Std. den Zielbogen durchqueren.Vorgenommen hatte ich mehr zwar einen kürzeren Wettkampfaufenthalt, aber am Ende zählt dann doch vor allen Dingen eins: Finishen und den Satz hören „You are an Ironman“.

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