Ironman-EM in Frankfurt mit Roger Zoch

Athleten-Bericht von Roger Zoch

Traumhafte Bedingungen herrschten am 15. August, als das Startsignal für
den 19. Frankfurter IRONMAN gegeben wurde. Etwa 1290 Starter waren trotz
der Covid-19 Pandemie bereit die Strecke von 3,8Km Schwimmen, 185Km Rad
und 42Km Laufen anzugehen. Die Wetterbedingungen am Langener Waldsee
waren mit 16 Grad Lufttemperatur morgens um 6:00 Uhr angenehm
erfrischend, nachdem in den Tagen zuvor eine schwüle Hitze mit 31 Grad
über der Stadt Frankfurt gelegen hatte. Das fühlte sich mehr nach
Hawaii, als nach Frankfurt an.

Damit der Start überhaupt stattfinden
konnte hatte der Veranstalter einiges am gesamten Ablauf von der
Registrierung über Rad-CheckIn bis zum Wechselzonenaufbau geändert. Die
traditionellen Pasta-Parties waren Corona zum Opfer gefallen, wie auch
die Siegerehrungen am Tag nach dem Rennen. Jeder Starter hatte entweder
eine vollständige Impfung oder Genesung vorzuweisen. Diejenigen die noch
keinen vollständigen Impfschutz besaßen hatten ein täglich
aktualisierten Test, vorzuweisen. IRONMAN hatte eigene Teststationen zu
dem Zweck aufgebaut. Jeder Athlet einschließlich der Supporter wurden
mit farbigen Armbändern getaggt. Auf der Triathlon-Messe, bei der
Registrierung und auch beim CheckIn war zusätzlich Maskenpflicht. Und
jeder hat mitgemacht. Doch zurück zum Start, der natürlich unter dem
tosenden Beifall der Zuschauer stattfand. Was eben ca. 200-300 Zuschauer
so hergeben.

Durch die begrenzte Teilnehmerzahl, früher starteten 3000
Triathleten, und dadurch dass auch beim Start ein Abstand von 1,5m
einzuhalten war, lief der Rolling-Start nochmal deutlich entspannter ab
als sonst. Nach 3,8Km durch den Langener See und anschließend die
berüchtigte Sandrampe hoch zur Wechselzone. Da hat der ein oder andere
Fuß vergeblich nach Sandkörnern gesucht, die noch den nötigen Widerstand
zum Abstoßen gaben. Die Radstrecke begann flach und verlief durch die
Frankfurter Innenstadt. Nach 25Km kamen die ersten Highlights wie der
Hühnerberg oder das Kopfsteinpflasterstück in Hochstadt. Die Fahrt nach
Friedberg war dieses Jahr nicht möglich, anstelle dessen führte die
Strecke über Altenstadt nach Stammheim. Stammheim war der höchste Punkt
auf der Radstrecke, die laut IRONMAN 1600 Hm haben sollte, gemessen mit
Garmin aber irgendwie auf 1800 Hm angewachsen sind. Auf der Strecke gute
Bedingungen, optimaler Asphalt, mit Ausnahme der Abschnitte in
Frankfurt. Lange Berganfahrten, kurze harte Steigungen, lange Abfahrten
oder freier Fall, wie in Stammheim, alles war dabei.

Ein Zuschauerspektakel gab es nur an wenigen Stellen abseits der Hotspots,
aber die waren trotzdem aufmunternd. Die Lufttemperaturen stiegen auf
28Grad, es war warm, aber nicht unbedingt heiß. Die Laufstrecke, 4
Runden am Mainufer entlang, führte an fachkundigen Zuschauern entlang,
die gut versorgt mit allerlei Getränken zu jedem Zeitpunkt die richtigen
Schlachtenrufe fanden. „Halt durch“, „quäle dich“, „sieht gut aus“, „da
geht noch was“, völlig egal, ob man dem Boden näher war als dem Himmel.
Getränke, ja das war das einzige Manko dieser Veranstaltung. Wenn etwas
flüssiges süßes gebraucht wurde, um den Energiehunger abzumildern,
führte kein Weg um Red Bull herum. Diese Party-Getränke hat nicht jeder
vertragen, was in einigen nicht so prickelnden Szenen im Grünstreifen
sein Ende fand.

Für den Starter der SG Welper, Roger, gab es nach
13h:12min ein Happy End an der Ziellinie. Die Zeit war nicht der Brüller
aber nach 2 Boxenstopps im Werkstattzelt, einem Reifenplatzer nach 45Km
und kochendem Red Bull im Magen war das für diesen Tag das Optimum. Der
Kampf war hart und schmerzhaft wie nie, aber wie ist noch der Spruch:
„Wo Schmerz ist, da ist auch noch Leben.“ Ich bin total am Leben.

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