Gerd Strömer: Welpers Tormaschine wird 80

Im Laufe seiner langen Karriere erzielte der Stürmer mehr als 1000 Tore für die Grün-Weißen. In seinem Viertel rufen ihn alle nur Szepan. Heute schaut er seinem Enkel Joel auf dem Fußballplatz zu.

WAZ, Sport in Hattingen und Sprockhövel
27. Januar 2017, Heiner Wilms

Die SG Welper ist ein Verein, in dem die Tradition hochgehalten wird. In Welper blickt man mit einigem Stolz auf eine erfolgreiche Vergangenheit zurück, und in Welper schätzt man die Spieler der ehemaligen Landesliga-Mannschaft, die einen festen Platz in der Vereinsgeschichte haben. Als Welperaner Legenden werden diese Spieler gerne bezeichnet. Dazu gehört auch Gerd Strömer, der am heutigen Freitag 80 Jahre als wird.

“Szepan” Strömer (li.) mit Wolfgang Wortmann.

Nein, er habe für diesen Tag nichts Großes geplant, sagt der Jubilar. Keinen großen Zauber auf jeden Fall, ein paar Schnittchen wird es aber wohl dennoch geben, und natürlich werden an einem solchen Tag auch einige Anekdoten ausgetauscht. Denn davon gibt es reichlich, und Gerd Strömer ist ein Mann, der auch gerne über die alten Zeiten plaudert.

Diese Eigenschaft schätzt auch Wolfgang Wortmann, der Fußball-Abteilungsleiter der SG Welper, der Anfang des Monats ebenfalls einen runden Geburtstag feierte und 70 Jahre alt wurde und der mit Gerd Strömer noch in einer Mannschaft gespielt hat. „Ich war damals mit Ede Krapp einer von den jungen Rotzigen in der Mannschaft“, erzählt Wolfgang Wortmann. „Szepan war da schon ein erfahrener Spieler, ein wuseliger Stürmer. Ein Stürmer mit einem enormen Antritt und einem angeborenen Torinstinkt. Und er war enorm beliebt, weil er ein Geschichten-Erzähler, ein richtiger Spaßmacher war. Das ist er heute immer noch.

“Szepan war ein toller Fußballer und enorm beliebt. Er war ein Geschichtenerzähler und Spaßmacher.”
Wolfgang Wortmann, Fußball-Abteilungsleiter der SG Welper

Gerd Strömer wird von Wolfgang Wortmann nur „Szepan“ gerufen. Wie eigentlich von allen Welperanern, und Gerd Strömer hört diesen Spitznamen, der an die Schalker Legende Fritz Szepan erinnert, auch nicht ungern. „Szepan Strömer“ – das ist ein Name, der in Welper mit großer Anerkennung ausgesprochen wird.
Auch deshalb, weil dieser „Szepan“ Strömer ausschließlich für die SG Welper gespielt hat. Das ist nicht selbstverständlich, denn Gerd Strömer hat im Laufe seiner langen und erfolgreichen Karriere mehr als 1000 Tore für seinen Verein geschossen, was übrigens auch dem Kicker-Sportmagazin einen längeren Bericht wert war.

Eine solchen Stürmer, einen solchen Torjäger hätten natürlich auch andere Vereine gerne gehabt. Anfragen gab es auch zuhauf, doch „Szepan“ Strömer blieb standhaft. Auch weil er durch und durch Welperaner war und zudem deshalb, weil der lokale Fußball damals noch einen höheren Stellenwert hatte als in der heutigen Zeit.

Ein Wechsel kam nicht in Frage

„Ich habe damals auf der Hütte gearbeitet“, erinnert sich der lange Zeit heftig Umworbene. „Und hätte ich die SG Welper verlassen, dann hätte ich mir wahrscheinlich auch gleich meine Papiere abholen können.“

Also ist er geblieben – und spielte bis ins fortgeschrittene Fußballer-Alter. Mit 37 kickte er noch unter Trainer Hansi Wagner in der ersten Mannschaft, mit 42 half er noch gelegentlich aus. Das ging aber nur, weil er von schweren Verletzungen verschont geblieben ist. Und gesund gelebt hat er auch. Ab und zu mal ein kleines Bierchen, das war es dann aber auch schon.

Gespielt hat er auch im Juni 2014 noch einmal – damals wurde in Welper der Kunstrasen eingeweiht. Doch inzwischen hat er die Fußballschuhe an den Nagel gehängt. Fit ist er aber immer noch, gelegentlich spielt er Tischtennis. Aber allein durch den Wald joggen – das ist eher nicht sein Ding, weil Gerd Strömer ein Mensch ist, dem die Geselligkeit wichtig ist.

Auf dem Fußballplatz an der Marxstraße ist er noch regelmäßig anzutreffen. Jetzt halt als Zuschauer. Oft dann, wenn Welpers erste Mannschaft spielt, und immer dann, wenn sein Enkel Joel für Welpers B-Jugend aufläuft. Und natürlich würde er dem jungen Mann auch gerne noch ein paar Tipps mit auf den Weg geben, doch da hält er sich dann doch schon einmal zurück. „Die jungen Leute haben das ja nicht so gerne“, so Gerd Strömer. „Und mein Enkel sagt dann auch gelegentlich: Ach Opa, lass mal.“

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