Fußballer fallen Wettbewerbsverzerrung zum Opfer

Bei der Kreismeisterschaft scheidet die Auswahl der SG Welper nach unsportlichem Agieren der Gruppengegner in der Vorrunde knapp aus. Eine Entschuldigung gab es im Nachgang noch.

Eigentlich haben sich unsere Fußballer als frisch gebackener Hallenstadtmeister auf die Kreismeisterschaft in Bochum gefreut. Doch nach ein paar Spielen schlug die Freude in Frust um. Denn die SG Welper wurde Opfer von einer ganz offensichtlichen Wettbewerbsverzerrung. Die führte letzten Endes dazu, dass unsere Auswahl schon nach der Vorrunde wieder nach Hause fuhr – obwohl das Weiterkommen durchaus realistisch war.

Wolfgang Westerkamp ärgerte sich über das unsportliche Verhalten.

Aber der Reihe nach. Die Mannschaft von Trainer Wolfgang Westerkamp trat in der Gruppe B an, traf dort neben dem FC Sandzak-Hattingen und dem SV Phönix Bochum auch auf den CSV SF Bochum-Linden sowie den VfB Annen. Gegen die ersten beiden Gegner präsentierten sich unsere Jungs gut, siegten 4:1 gegen Phönix und 3:1 gegen Sandzak. “Wir haben relativ gut angefangen, gegen Sandzak hätten wir aber höher gewinnen müssen. Wir haben uns später etwas zurückgenommen”, sagte Westerkamp. Gegen den CSV gab’s vorher ein 2:2-Unentschieden, gegen Annen eine 0:2-Niederlage. Dennoch stand für unsere Fußballer bis dahin Platz 2 in der Tabelle, der zum Halbfinale berechtigt hätte. Was war dann passiert?

Annen verhilft Linden auf unfaire Weise in die Hauptrunde

Da der CSV Linden sowie der VfB Annen noch gegeneinander spielen mussten, hatten beide die Gelegenheit, noch Platz zwei zu erreichen und die SG Welper aus dem Turnier zu kegeln. “Annen hätte mit vier Toren Unterschied gewinnen müssen, Linden mit drei”, schilderte Westerkamp die Ausgangslage. Beide Teams nahmen die Aufgabe an, bis eineinhalb Minuten vor Spielende stand es 3:3. Als Linden dann das 4:3 gelang, gab sich Annen plötzlich auf. Der Konkurrent unserer Jungs in der Kreisliga A gönnte Welper das Erreichen des Halbfinales nicht. “Was in der letzten Minute passiert ist, gehört aus meiner Sicht nicht in den Sport”, beklagte Westerkamp.

Annen-Trainer Hugo Obermeier entschuldigte sich später für die Wettbewerbsverzerrung.

Annen spielte den Ball zweimal bewusst den Lindenern zu, damit sie noch zwei Tore schießen konnten. So endete das Spiel 6:3 für Linden und Welper rutschte auf Platz 3. Die unschönen Szenen können auf dem Mitschnitt von FuPa angesehen werden. “Das war nicht sauber, das hat auch die ganze Halle so mitbekommen. Wir haben aber nun eine Entschuldigung vom Annener Trainer vorliegen, der sich für die Vorkommnisse in diesem Spiel entschuldigt hat”, merkte Westerkamp an. Er ist froh, dass alle seine Spieler gesund aus dem Turnier herausgekommen sind und fit für die Vorbereitung auf die Rückrunde in der Liga sind.

Dem CSV Linden nutzte die Schiebung übrigens nichts. Im Finale stand er erneut dem SV Phönix Bochum gegenüber, der ein starkes Turnier spielte und 5:4 gewann.

+++Nachtrag +++

Dem Verstoß gegen das Fair-Play wurde seitens der Verantwortlichen des Fußballkreises Bochum in der Öffentlichkeit keine Beachtung geschenkt. Gegenüber der WAZ Bochum lobten sie die “fairen Spiele”, was ja so nicht stimmt. Selbst wenn die Mitglieder des Vorstandes nicht den Verlauf des gesamten Turniers mitbekommen haben sollten, können Sie nicht davon sprechen, wie gelungen alles war – auch wenn sich am Turnierausgang erstmal nichts mehr drehen lässt. Traurig ist dies aber zusätzlich! Auch der Coach der begünstigten Mannschaft verschwieg die Realität: „Wir sind ins Finale gekommen. Dafür muss ich meiner Mannschaft großen Respekt zollen“, äußerte CSV-Trainer Wojtek Meinert gegenüber der WAZ. Und lässt dabei ein falsches Bild entstehen.

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