Fußball kompakt: Schiri verpfeift Dritte

Erste Mannschaft muss einen ungewohnten Rückstand aufholen, Zweite verliert Derby. Dritte hat beim Auswärtsspiel nicht nur Fans und Gegner gegen sich.

Erste Mannschaft

WSV Bochum – SG Welper 1:4 (1:1)

Nikita Wirt und Oliver Triestram freuten sich über ihre Treffer.

Nikita Wirt und Oliver Triestram freuten sich über ihre Treffer.

Unser Aushängeschild musste im Ligaspiel beim WSV in der ersten Halbzeit durch eine unangenehme Situation hindurch: es passiert in der laufenden Spielzeit nicht oft, aber die Gegner gingen in Führung. Tolga Dilek traf zuvor nur den Pfosten und die Bochumer nutzten ihre einzige Chance nach einer halben Stunde. “Es wurde nach der Anfangsviertelstunde sehr hektisch auf dem Platz, auch durch viele Zurufe von außen. Wir haben den Fehler gemacht, uns davon aus dem Konzept bringen zu lassen, waren unzufrieden”, beschrieb Wolfgang Westerkamp den Spielverlauf der körperbetonten Partie.

Die Hektik verschwand erst kurz vor dem Pausenpfiff. In der 45. Minute gelang Welper dann der Ausgleich, was in Augen von Westerkamp womöglich die Schlüsselszene war, um zurück ins Spiel zu finden. Philipp Durek brachte den Ball von der rechten Seite in den Strafraum zu Sidney Rast, der direkt zu Nikita Wirt an die Strafraumkante ablegte. Wirt schlenzte den Ball hart in den rechten Winkel. “Wir waren dann da, waren viel konzentrierter als zuvor”, schilderte der Cheftrainer. Jakob Bergheim köpfte seine Elf in der 48. Minute in Führung. Danach ergaben sich Chancen durch die Offensivreihe (Dilek, Nikolai Nehlson, Rast).

Maxim Osterhage.

Maxim Osterhage deckte hinten gut und traf per Elfmeter.

Das nächste Tor sollte aber vom Punkt aus fallen. Hakan Gültekin wurde im Strafraum gefoult, Maxim Osterhage verwandelte den fälligen Elfmeter in die rechte untere Ecke. “Vom WSV kamen dann ein paar wütende Angriffe”, so Westerkamp. Aber es gab nur eine Torchance, bei der David von Hagen den Schuss gehalten hat. Bei zwei Standard-Situationen pflückte er sich zudem den Ball aus der Luft. Joker Oliver Triestram durfte dann auch noch einmal Jubeln und hatte sogar noch ein zweite Tor auf dem Fuß, vergab seine Möglichkeit zum Doppelpack aber.

“Die Hektik im Spiel ist nie ganz abgeklungen. Wir haben sie aber in der zweiten Halbzeit abprallen lassen und dadurch auch gewonnen. Wenn man ruhig bleibt und seinen Part spielt, dann kann man es auch lösen”, fasste der Trainer zusammen. Er möchte nochmal mit der Mannschaft darüber sprechen und daran arbeiten.

Tore: 1:0 (30.), 1:1 Nikita Wirt (45.), 1:2 Jakob Bergheim (48.), 1:3 Maxim Osterhage (FE/72.), 1:4 Oliver Triestram (84.).
Welper: David von Hagen, Philipp Durek (65. Levent Dalgic), Maxim Osterhage, Florian Pemöller, Mirco Heinzer, Jakob Bergheim, Hakan Gültekin (80. Oliver Triestram), Nikita Wirt, Sidney Rast (75. Hasan Varol), Tolga Dilek, Nikolai Nehlson.

Zweite Mannschaft

TuS Hattingen II – SG Welper II 4:3 (3:1)

Nach dem Derby-Sieg über den TuS Blankenstein II folgte die Derby-Niederlage gegen TuS Hattingen II. Unsere zweite Mannschaft hat damit wichtige Punkte im Kampf gegen den Abstieg liegen gelassen und steht nach wie vor nur vier Punkte vor dem Relegationsplatz, den aktuell der SV Höntrop II belegt. Welpers nächster Gegner.

Filipp Andreew.

Filipp Andreew traf wieder doppelt für die Zweite.

“Wir haben die ersten 25 Minuten kathastrophal gespielt, keiner war so richtig auf dem Platz”, bedauerte Trainer Dennis Sonnenschein. Die ersten beiden Gegentore fielen deshalb nach demselben Muster: über die rechte Seite griff der TuS Hattingen an, ein Steilpass in die Schnittstelle der Welperaner Abwehr schickte einen gegnerischen Angreifer. Der hatte es jeweils nur noch mit unserem Rückhalt Daniel Paries zu tun. “Dem dritten Gegentor ging ein individueller Fehler voraus”, sagte Sonnenschein, der dann einen Wandel sah.

Nach einer halben Stunde hatte sein Team das Spiel im Griff und Daniel Zukowski durfte ebenfalls sein Glück in einer Eins-gegen-eins-Situation versuchen, in der er als Gewinner hervorging und auf 1:3 verkürzte. So ging es eine gesamte Weile. “Die Gegner wussten nicht mehr, wo oben und unten war”, meinte Sonnenschein. Filipp Andreew sorgte mit seinen zwei Toren für den Ausgleich. Danach verpassten er und Atef Abidi es aber, unsere Zweite in Front zu schießen. Das wurde bestraft: nach einer erneuten Unstimmigkeit in der Abwehr klingelte es zum vierten Mal im Kasten von Paries und Welper verlor.

Tore: 1:0 (4.), 2:0 (11.), 3:0 (27.), 3:1 Daniel Zukowski (31.), 3:2, 3:3 Filipp Andreew (50., 53.), 4:3 (82.).
Welper: Daniel Pariel, Andreas Weutke, Marcus Schmitz (35. Tobias Schmidt/85. Marius Stratmann), Filipp Andreew, Florian Hoppen, Mehmet Yildirim, Tim Timpe, Atef Abidi, Nico Walschburger, Daniel Zukowski, Matthis Henke.

Dritte Mannschaft

FC Neuruhrort III – SG Welper III 1:2 (0:1)

Beim Auswärtsspiel in Bochum hatte die Elf von Trainer Carsten Straube nicht nur die gegnerische Mannschaft gegen sich, sondern auch deren Anhänger sowie den “Unparteiischen”. “Wir haben dort gegen 13 Mann gespielt”, haderte Straube. Und das war allen schon kurz vor dem Anpfiff klar, als es den ersten Paukenschlag gab.

“Der Schiedsrichter kam zu uns in die Kabine und hat gesagt, dass er keine Hattinger Mannschaften mag. Das hat er wohl auch in der Kabine von Neuruhrort gesagt und uns danach ganz klar verpfiffen”, erzählte Straube, der das im Nachhinein nicht auf sich sitzen lassen möchte und mit Staffelleiter Wolfgang Waßerloos Kontakt aufnimmt. Nach seiner Ansicht hat Schiedsrichter Öguz Kilicaslan zudem noch zwei “ganz klare” Tore aberkannt. Die hätten Andreas Mrosek und Alex Michel erzielt. Was Welper aber nicht um die Punkte brachte.

Carsten Straube.

Verärgert und erleichtert zugleich: Trainer Carsten Straube.

Denn die Dritte lieferte ein gutes Spiel ab. Kapitän Dominik Elbe zeigte sogar einen Geniestreich, der ihm und vielen anderen wohl nicht in jedem Spiel gelingen wird: Er überwand den Hünen im Tor von Neuruhrort mit einem gefühlvollen Heber.  “Wenn du einen Torwart, der über zwei Meter groß ist, mit einem Lupfer überwindest, ist das schon ganz großes Kino”, freute sich sein Trainer. Auch das zweite Tor besorgte Elbe, dieses Mal per Elfmeter. Denn zuvor wurde Michel, der im gegnerischen Strafraum für Unruhe sorgte, gefoult. Einen Treffer legten die Gastgeber noch nach. Zeit für einen zweiten hätte es sogar noch gegeben.

Der Schiri ließ am Ende sehr lange nachspielen. Für jeden Wechsel und jeden Abstoß, bei dem sich Torhüter Tim Hebestreit die Zeit nahm, die im Regelwerk noch im Rahmen liegt, kündigte der Unparteiische jeweils eine Minute Nachspielzeit an, wie die Spieler berichteten. Das zog er auch durch. “Ich habe aber keinen Druck mehr gespürt, wir hätten eher selbst noch eine Hütte gemacht. Unser Sieg war absolut verdient”, so Straube.

Mittlerweile ist der Sieg offiziell, wie die Quelle fussball.de verrät. Dort tauchen die Spielergebnisse auf, die über das offizielle System von den Schiedsrichern eingetragen werden. Egal ob in der Kreisliga oder Bundesliga. Schaute man sich am Sonntagabend die Ergebnisse der Kreisliga C an, stand dort ein 2:1-Sieg für die dritte Mannschaft des FC Neuruhrort. Das Ergebnis ist nun aber korrigiert. Den Eintrag hatte der werte Herr mit der Pfeiffe wohl absichtlich falschherum eingegeben. Kein Wunder.

Tore: 0:1, 0:2 Dominik Elbe (45., FE/66.), 1:2 (87.).
Welper: Tim Hebestreit, Daniel Grabert (46. Alin Leahu), Thorsten Böttcher, Patrick Potthoff, Joshua Ost (55. Paul Grams), Andreas Mrosek (75. Rino di Rosa), Robin Pollap, Alexander Michel, Deniz Varol, Dominik Elbe, Pascal Wellhäußer.

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