Fußball kompakt: Pemöller erlöst Erste in 93. Minute

Gegen Schlusslicht Eppendorf macht die Kastner-Elf den Sack erst ganz spät zu. Dritte feiert Schützenfest.

Erste Mannschaft

SG Welper – SW Eppendorf 3:2

Florian Pemöller wurde mit seinem späten Tor zum Matchwinner. Fotos: Hendrik Steimann

Ganz tief schnauften Chefcoach Thorsten Kastner und seine Co-Trainer Daniel Gerling und Robert Lewicki nach dem Abpfiff durch. Ihre Schützlinge hatten es in einem eigentlich recht klaren Spiel schlicht verpasst, viele Chancen in Tore zu verwandeln. So kam der Tabellenletzte zwischenzeitlich zum Ausgleich und erst ein Kopfball von Florian Pemöller in der 93. Spielminute erlöste Welper zum 3:2-Endstand.

„Wir müssen das Spiel gegen so einen Gegner schon in der ersten Halbzeit entscheiden“, betonte Lewicki nach der Partie. Und dazu hatten unsere Jungs mehrere Gelegenheiten. Allerdings mussten sie dann erst wieder einem unnötigen Rückstand hinterher laufen, nachdem die Gegner zu viel Raum hatten und Meikel Wagner aus kurzer Distanz überwunden wurde. Tolga Dilek glich nach einem Diagonalball von Sidney Rast per gekonntem Heber zum 1:1 aus. Allein Nikolai Nehlson hatte dann zwei riesige Chancen. Nach einem nicht geahndetem Foul musste er mit einer Verletzung an der rechten Hüfte ausgewechselt werden.

Eppendorf wacht nach 80 Minuten auf

Per Heber traf Tolga Dilek (r.).

Nikita Wirt ersetzte ihn, war aber im gesamten Spiel auch nur nah dran am Tor, was ihm nicht gelingen wollte. Rast versuchte es einige Male, während er dabei den mit aufgerückten Rechtsverteidiger Danny Hustert oft übersah. Das 2:1 war Rast aber vorbehalten, nachdem er aus dem Halbfeld heraus nach innen zog und den Ball im linken Toreck unterbrachte. Kurz darauf dann durch fahrlässiges Abwehrverhalten der Ausgleich, der die Trainer ärgerte. Bis zehn Minuten vor Schluss suchten unsere Jungs weiter ihr Glück, vergebens. Am nahesten dran war ein Freistoß von Marvin Grumann, der von der Unterkante der Latte zurück ins Feld prallte.

Plötzlich merkten die Gäste aus Bochum, dass sie ja auch theoretisch bei dem Spielstand von 2:2 gewinnen können. Sie suchten auf einmal den Weg zum Welperaner Tor, was in den 80 Minuten zuvor außer im Falle der beiden Gegentore nie so wirklich der Fall war. Kastner beorderte auf eigener Seite den langen Florian Pemöller nach vorne, der von Nehlson die Kapitänsbinde übernommen hatte. Der Coach warnte aber lautstark vor „Auflösungserscheinungen“ in der Defensive. Bei gegnerischen Standards sollte „Pe“ auch wieder hinten klären, was er zweimal tat.

Lucky Punch in der Nachspielzeit

Nikita Wirt (r.) war nah dran an einem Tor.

Vorne lief er eher neben seinen Leuten her und konnte keine Bälle verwerten. Aber in den fünf Minuten Nachspielzeit stieß er wieder mit nach vorne. Dilek trieb den Ball auf dem linken Flügel nach vorne und flankte an den Fünf-Meter-Raum, wo Pemöller einlief und die Kugel ins Netz köpfte. Lucky Punch, kurz darauf war Schluss. „Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen“, sagte Kastner.

Tore: 0:1 (13.), 1:1 Tolga Dilek (33.), 2:1 Sidney Rast (55.), 2:2 (57.), 3:2 Florian Pemöller (90. + 3).
Welper: Meikel Wagner, Danny Hustert, Michael Baum, Florian Pemöller, Mirco Heinzer, Philipp Durek (46. Marc Michel), Levent Dalgic (78. Vaslint Postolli), Sidney Rast, Marvin Grumann, Tolga Dilek, Nikolai Nehlson (41. Nikita Wirt).

Dritte Mannschaft

SG Welper III – Hedefspor Hattingen III 7:5

Immer eine Stufe höher als Hedef spielte Robin Neuhaus (l.) mit Welper. Fotos: Hendrik Steimann

Unnötig spannend machte es am Sonntagnachmittag auch unsere dritte Mannschaft in der Kreisliga C. Sie feierte beim 7:5 gegen die dritte Mannschaft von Hedefspor ein wahres Schützenfest, was den besseren Ausgang für die Welperaner hatte. „Der Sieg ist total verdient, aber die Gegentore zu viele“, sagte Trainer Carsten Straube.

Nicht nur ihm fiel es auf, dass der Schiedsrichter eher Karten auf Seite der Grün-Weißen verteilte. Muzaffer Eyidöner war früher auch Hedef angeschlossen – wobei dies keine Vermutung auf Parteiergreifen sein soll. „Wir foulen und kriegen Gelb, Hedef foult genauso und kriegt keine Karte. Dann das gleiche Spiel nochmal“, ärgerte sich Straube. So kamen die Gegner auf dem Platz an der Marxstraße immer mal wieder heran. „Wir sind aber stark zurückgekommen, mit der Brechstange“, lobte Straube seine Jungs.

Sascha Vollmann wieder gut in Form

In Topform: Sascha Vollmann (r.).

Vor allem einer kam stark zurück, frisch aus dem Urlaub: Stürmer Sascha Vollmann. „Er spielte so, als sei er nie weggewesen“, freute sich Straube. Mit einem Dreierpack stellte er seine Qualitäten unter Beweis. Nach einer Ecke, die gefährlich in den Hedef-Strafraum segelte, zeigte er zum Beispiel das, was einen Strafraumstürmer ausmacht: Kaltschnäuzigkeit. Er haute den Ball gnadenlos in die Maschen. Doch später erwies er sich auch noch als Vorlagengeber für Hasan Varol. Beide hatten Pech, als bei einem Angriff der Ball erst an den Pfosten klatschte und dann ein gegnerisches Bein den Nachschuss blockte.

Hinten ließen sich unsere Jungs aber immer mal wieder in Bedrängnis bringen. Und zu kleinen, aber ausreichenden Fouls hinreißen, weshalb der Schiri auf Elfmeter entschied. Zweimal sogar, beide verwandelte Hedef, obwohl Torhüter Tim Hebestreit jeweils die Ecke erahnte. Zu hibbelig war die Defensive teilweise – auch, wenn etwa der Frisurenartist Joshua Ost auf der Position des linken Verteidigers fokussiert war, nicht nur auf seinen Dutt. „Wir haben teilweise katastrophal gespielt, aber gewonnen“, fasste Innenverteidiger Mehmet Yildirim zusammen.

Joshua Ost legte den Fokus nicht nur auf seine Frisur.

Tore: 0:1 (3.), 1:1 Sascha Vollmann (5.), 1:2 (9.), 1:3 (25.), 2:3 (ET/30.), 3:3 Hasan Varol (35.), 4:3 Umut Sardar (37.), 5:3 Sascha Vollmann (43.), 5:4 (FE/50.), 6:4 Sascha Vollmann (56.), 6:5 (FE/81.), 7:5 Hasan Varol (88.).
Welper: Tim Hebestreit, Marcus Schulze (46. Sasun Avanesian), Robin Neuhaus, Hasan Varol, Umut Sardar, Deniz Caglar (46. Joshua Ost), Mehmet Yildirim, Pascal Wellhäußer, Baris Gültepe, Dominic Adolphs Silva, Sascha Vollmann.

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