Eine Welperaner Legende

WAZ, Sport in Hattingen und Sprockhövel
13. Juli 2016, Heiner Wilms

Die Spieler, die zur erfolgreichen Landesliga-Mannschaft der SG Welper gehörten, genießen immer noch große Anerkennung. Einer davon ist Wolfgang Wortmann.

Als Turner hat er angefangen. Damals war er noch ein Knirps und hatte seine große Liebe noch nicht gefunden. Aber eigentlich gibt es in Wolfgang Wortmanns Leben drei große Lieben. Die erste ist natürlich seine Frau Dorit, die zweite der Fußball und die dritte die SG Welper. Seit 60 Jahren ist Wolfgang Wortmann Mitglied der Grün-Weißen.

Wolfgang Wortmann

Wolfgang Wortmann

Um seine Leidenschaft Fußball wird sich in den kommenden Tagen ganz viel drehen. Denn die SG Welper richtet vom kommenden Freitag an die Hattinger Fußball-Stadtmeisterschaft aus. Wolfgang Wortmann, der Leiter der Welperaner Fußball-Abteilung wird dann täglich vor Ort sein und mit dafür sorgen, dass das Turnier um den Lothar-Gries-Gedächtnispokal ein Erfolg wird. Und natürlich wird es an den Abenden auf dem Platz an der Marxstraße ausreichend Gelegenheit geben, sich noch einmal über die großen Zeiten der SG Welper zu unterhalten. Zu diesem Thema wird sicher auch Wolfgang Wortmann die eine oder andere Anekdote beisteuern können. Denn der heute 69-Jährige hat diese Zeiten mitgeprägt.

Aber noch einmal zurück zu den Wurzeln. Drei Jahre lang hat Wolfgang Wortmann fleißig geturnt, doch dann orientierte er sich neu. Er wechselte zu den Fußballern, spielte in der D-Jugend und startete seine Karrie mit einem Spiel gegen den SC Dahlhausen. Wolfgang Wortmann erinnert sich noch genau. Im August 1958 war das. Gespielt wurde am Kassenberg, und die jungen Welperaner wurden tüchtig eingeseift. 0:4 stand es am Ende.

Doch der kleine Wolfgang ließ sich nicht entmutigen. Ganz im Gegenteil. In den nächsten Spielen setzte es zwar weitere Niederlagen, doch das stachelte den Ehrgeiz erst richtig an. Und es wurde ja auch bald besser. Viel besser sogar.

Mit Welpers B-Jugend wurde Wolfgang Wortmann Kreismeister, er wurde in die Kreisauswahl berufen, und 1965 schaffte er den Sprung in die erste Mannschaft – zusammen mit „Ede“ Krapp.

Die Grün-Weißen spielten damals in der Landesliga, was zu dieser Zeit die zweithöchste deutsche Amateurliga war. „Wir waren alle Welperaner Jungs“, sagt Wolfgang Wortmann, der ein hervorragender Mittelläufer war. Zur Mannschaft gehörte auch sein Zwillingsbruder Gerhard. In Welper war damals nur vom dünnen (Wolfgang) und vom dicken Wortmann (Gerhard) die Rede. „Mein Bruder war aber nicht dick, er war im Gesicht nur etwas fülliger. Er ist nach unserer Mutter gekommen, ich eher nach dem Vater“, sagt Wolfgang Wortmann.

Von 1965 bis 1971 spielten die Welperaner in der Landesliga. Der Abstieg war dann sehr unglücklich, in der Endabrechnung fehlte nur ein Punkt. Wolfgang Wortmann wechselte dann zum FC Bochum, wo Klaus Hilpert, der spätere Manager des VfL Bochum, Trainer war.

Doch da hielt es ihn nicht lange. 1972 kehrte er zurück zu seinen Grün-Weißen, und in der Saison 1975/76 gelang dann auch die Rückkehr in die Landesliga – unter Spielertrainer Hansi Wagner.

Seit 2002 Abteilungsleiter

Doch diesmal konnte sich Welper nicht so lange halten, und auch die aktive Karriere von Wolfgang Wortmann näherte sich ihrem Ende. 1981 absolvierte er sein letztes Spiel in der zweiten Mannschaft.

Alter Spielerpass.

Alter Spielerpass.

Schon während seiner aktiven Zeit hatte sich Wortmann, den in Welper heute alle „Worti“ rufen, schon als Jugendtrainer engagiert. Sein erste Station im Seniorenbereich war dann Preußen Steele. In der Saison 85/86 wurden die Preußen mit 53:7 Punkten und 104 erzielten Toren Vizemeister. Besser war nur der SV Kupferdreh mit 55:5 Punkten und 106 Toren. „So ist halt der Fußball“, sagt Wolfgang Wortmann, der sich später beim SC Weitmar, Wacker Steele und auch bei der DJK Märkisch Hattingen engagierte. In der Saison 1989/90 trainierte er dann mit Märkisch und Wacker Steele sogar kurzfristig zwei Mannschaften gleichzeitig. Weiter ging es dann über den Hammerthaler SV wieder zu Preußen Steele, wo er bis 1998 aktiv war.

Danach wollte es Wolfgang Wortmann eigentlich etwas ruhiger angehen lassen. Doch es blieb bei dem Vorsatz. Bei der SG Welper begann es zu kriseln. Fachschaftsleiter war damals Michael Neumann, der im Jahr 2002 aber nicht mehr antrat. Die Suche nach einem Nachfolger war schwierig. „Wie es sich für einen guten Ehemann gehört, habe ich erst nach Abstimmung mit meiner Frau entschieden zu kandidieren“, sagt Wolfgang Wortmann. Er wurde dann gewählt, und Abteilungsleiter ist auch heute noch. Und zwar einer, der in seinem Fußballer-Leben viel erlebt hat. Unter anderem die große Zeit der SG Welper.

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