Eine neue Liga ist wie ein neues Leben

WAZ, Sport in Hattingen und Sprockhövel
6. November 2013, Heiner Wilms

Nein, eine solche Saison ist natürlich nicht zu wiederholen. Schon gar nicht in einer höheren Liga. 20 Partien bestritten die Basketballer der SG Welper in der Spielzeit 2012/2013. Alle 20 haben sie gewonnen und damit das Startrecht für die Bezirksliga erworben. Aber eine neue Liga ist halt wie ein neues  Leben. Will sagen: Die Grün-Weißen müssen sich auch wieder an Niederlagen  gewöhnen. Von  drei Spielen haben sie zwei verloren.

Zum Auftakt unterlagen sie der TG Voerde mit 50:77, in der zweiten Partie schlugen sie dann den TSV Hagen II mit 63:59, und in Spiel drei gab es eine 48:69-Niederlage gegen den TSV Hagen III. Das ist eine neue Situation, aber für einen Aufsteiger ist die Ausbeute natürlich ordentlich.

Und so macht sich Welpers Spielertrainer Ronnie Schmale auch keine größeren Sorgen. Schmale  steigt erst am kommenden Sonntag in die Saison ein, wenn es in der Halle in Blankenstein um 18 Uhr gegen die BG Hagen IV geht. Die ersten Ergebnisse hat er sich aus dem Netz gezogen, denn der Geografie-Student nahm an einer dreiwöchigen Exkursion in den USA teil.

Um das Training kümmerten sich in dieser Zeit drei Spieler. „Das haben unser Stammesältester, also Carsten Widera-Trombach, sowie Witold Müller und Sven Löschner gemacht“, sagt Ronnie Schmale.

Basisarbeit von Frank Hegmann

Ein Trumpf der Welperaner ist, dass sie über eine eingespielte Mannschaft verfügen. Und sie profitieren zudem immer noch von der Arbeit, die Frank Hegmann als Trainer abgeliefert hat. Hegmann saß im Aufstiegsjahr zwar schon nicht  mehr auf der Bank, doch er schuf im Jahr zuvor die Grundlagen. „Die Spielsysteme, die er mit uns einstudiert hat, haben wir inzwischen drauf“, sagt Ronnie Schmale. „Die sind uns in Fleisch und Blut übergegangen.“

Dass die Saison 2012/2013 dann so grandios verlaufen sei, habe man aber doch nicht erwartet, sagt Schmale. „Wir haben ja auch in den Jahren zuvor schon gedacht, dass es  für den Aufstieg reichen könnte, und haben es dann doch nicht geschafft. Dass es dann jetzt so glatt lief, war sicher nicht unbedingt zu erwarten.“

Ich glaube, dass wir unterschätzt werden. (Ronnie Schmale, Spielertrainer der Welperaner Basketballer)

Wie gesagt: Eine solche Saison ist sicher nicht wiederholbar. Aber dennoch gehen die Welperaner davon aus, dass es eine ruhige Spielzeit wird. „Wenn es gut läuft, dann können wir einen Platz im unteren Mittelfeld schaffen“, sagt Ronnie Schmale. „Ich glaube eigentlich nicht, dass wir unmittelbar in den Abstiegskampf verwickelt werden.“

Stark macht Welper auch die Ausgeglichenheit. Den absoluten Überflieger gibt es zwar nicht, dafür ist die Mannschaft aber auf allen Positionen gut besetzt. „Wir können auch immer noch von der Bank aus reagieren“, sagt Ronnie Schmale.

Zweitvertretung in der Kreisliga

Ein bisschen spekulieren die Welperaner darauf, dass sie in der neuen Liga unterschätzt werden. „Gerade die Mannschaften aus dem Kreis Hagen kennen uns ja überhaupt nicht“, sagt Schmale. „Ich denke schon, dass einige uns auf die leichte Schulter nehmen werden. Vor allem in den ersten Spielen. Ich glaube deshalb, dass wir in der Hinrunde mehr Punkte holen werden als in der Rückrunde.“

Welpers erste Mannschaft ist als Bezirksligist natürlich das Aushängeschild der Abteilung. Aber es gibt auch noch eine Zweitvertretung, die in der Kreisliga um Punkte kämpft. Hinzu kommen im Jugendbereich eine U18 und eine U16. Auch ganz kleine Korbjäger gibt es bei den Grün-Weißen. Doch die sieben- bis zwölfjährigen Kinder nehmen noch nicht am Meisterschaftsbetrieb teil. Eine Mädchen-Team gibt es zurzeit indes nicht. „Das ist ein bisschen schwierig, da stoßen wir auch an unsere Grenzen“, sagt Schmale. „Dafür haben wir nicht genügend Trainer. Außerdem reichen die Hallenkapazitäten nicht aus.“

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