Eine komplette Familie im Becken

WAZ, Sport in Hattingen und Sprockhövel
19. Juni 2014, Hendrik Steimann

Bei Familie Dumke spielt sich ein Großteil der Freizeit im Becken ab. Denn alle fünf Familienmitglieder sind aktive Schwimmer. Die Holthausener treten bei Wettkämpfen für die SG Ruhr an.

Serie: Sportliche Familien

Saskia und Tilman Dumke haben sich beim Schwimmen kennengelernt. Wie schon jeweils deren Eltern. Die 43-Jährige ist Holländerin und war in der Jugend beim Schwimmverein in Tolhekke. Dort traf sie bei einem Pfingstaustausch auf ihren heute 46-jährigen Mann Tilmann Dumke, der mit dem SSC 90 Schloss Holte-Stukenbrock am Austausch teilnahm. So sahen sich die beiden regelmäßig, bis es zwischen ihnen funkte.

Saskia Dumke zog nach Deutschland. Seit 1995 wohnt sie mit ihrem Mann in Hattingen. Als 1998 und 2001 ihre Söhne Lasse und Mika geboren wurden, waren sie zunächst noch dem Verein Blau-Weiß Bochum angeschlossen.

Söhne lernen von den Eltern

Doch die Söhne lernten nicht im Verein Schwimmen, sondern schauten sich die Technik bei ihren Eltern ab. „Einen Kursus brauchten sie danach nicht mehr“, sagt ihre Mutter. Dann wechselten die Dumkes den Verein und meldeten sich bei der SG Welper an. Die Eltern starteten bei Masters-Wettkämpfen für die SG Ruhr, die Söhne probierten sich an den vier Schwimmstilen aus.

Das Besondere dabei: allen vier Dumkes liegt das Rückschwimmen am besten. Der 15-jährige Lasse hat sogar zwei neue Vereinsrekorde über 100- und 200m-Rücken für die SG Ruhr aufgestellt. Bei den offenen Deutschen Meisterschaften in Berlin, für die er sich durch außergewöhnliche Leistungen qualifizierte, erreichte er eine Top-Zeit von 1:00,31 Minute (100 Meter) und 2:10,66 Minuten (200 Meter). In beiden Kategorien liegt er in seinem Jahrgang bundesweit auf dem vierten Platz der Bestenliste. Zuvor wurde er NRW-Meister über 50- und 200-m-Rücken. Sein 13-jähriger Bruder Mika erreichte bei den NRW-Meisterschaften über 50-m-Rücken den dritten Platz.

Die Eltern schwimmen nicht mehr oft zur Wettkampfvorbereitung, zweimal die Woche sind sie im Becken. „Es muss Spaß machen und darf nicht stressig sein“, so Tilman Dumke. Denn die Kinder haben manchmal viele Wettkämpfe, so dass wenig Zeit für einen eigenen bleibt.

Der Vater ist seit Jahren auch aktiver Triathlet. „Damals haben mich die SG-Triathleten angesprochen, weil ich gut schwimmen konnte“, erzählt der Familienvater. Seine Frau fragte die Triathleten beim Umzug, ob sie helfen könnten. Im Gegenzug würde ihr Mann sich ihnen dann anschließen – was dann tatsächlich passierte. Nun tritt Tilman Dumke für die SG Welper in der Verbandsliga an. Die Söhne denken noch nicht an einen Triathlon. „Ich muss nach dem Schwimmen nicht noch unbedingt laufen“, so Lasse Dumke. Sein Bruder wurde in diesem Jahr überraschend NRW-Meister bei einem Swim&Run in Kalkar. „Vielleicht ist Triathlon für mich eine Option für später“, sagt er.

Vielleicht rückt auch noch der Fünfte im Bunde nach. Denn Bjarne Dumke schwimmt auch zweimal in der Woche und lernt so langsam die Techniken. Auch der Achtjährige ist ein Spezialist auf der Rückenstrecke. „Wahrscheinlich liegt es an der guten Beweglichkeit der Schulterachse“, vermutet der studierte Sportwissenschaftler Tilman Dumke. Im Wasser hält sich die Familie auch gerne in der Freizeit auf. Dann baden sie aber auch gerne mal, ohne dabei auf Zeit zu schwimmen. „Es macht Spaß, auch mal mit Freunden einfach so im Becken zu sein“, so Lasse Dumke.

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