Die SG Welper ist im Aufwind

WAZ, Sport in Hattingen und Sprockhövel
19. November 2013, Sebastian Schneider

Das Interview zum Spieltag: Wolfgang Westerkamp

Fußball-A-Ligist SG Welper hat sich nach einem schwachen Saisonstart mit vier Niederlagen aus fünf Partien gefangen. Zuletzt feierte die Mannschaft des neuen Trainers Wolfgang Westerkamp drei Siege in Folge, das 4:2 bei Germania Bochum-West am Sonntag war bereits der sechste Sieg insgesamt. Wir sprachen mit Wolfgang Westerkamp über den bisherigen Saisonverlauf und seine Erwartungen für den Rest der Spielzeit.

Was waren die Gründe für den schwachen Auftakt?

Westerkamp: Es war klar, dass es nicht einfach wird, Jakob Bergheim, Maxim Albov und Philipp Durek zu ersetzen. Aber wir haben gewissenhaft gearbeitet. Es ging zunächst darum, der Mannschaft ein Profil zu verschaffen, das sich an den Möglichkeiten der Spieler orientiert. Wir haben die Räume jetzt wesentlich dichter als zu Beginn noch. Und taktisch können wir flexibel auf Änderungen reagieren. In den ersten Spielen hatten wir vorne auch wenig Durchschlagskraft. Da sind wir jetzt mit Marvin Krischer oder Emmanuel Nwosu sehr gut besetzt.

Sie sind neu in Welper und mussten einen Umbruch vollziehen. Gab es einen Punkt, an dem sie am Erfolg gezweifelt haben?

Nein, ich wollte diese Aufgabe ja auch. Wir haben ja einige Spieler dazubekommen, wie Martinho Ricardo und andere, so dass wir jetzt einen Kader haben, mit dem man arbeiten kann. Und damit meine ich nicht nur acht, neun Spieler. Die Trainingsbeteiligung ist gut.

Gab es umgekehrt einen Zeitpunkt, an dem Sie dachten: Jetzt geht es aufwärts? Kann man das an Personen festmachen?

Ich glaube, ein guter Punkt für das Selbstbewusstsein war das Spiel gegen den AC Hattingen, das wir in Unterzahl noch gedreht haben. Da haben einige Spieler endgültig verstanden, dass man mit unbedingtem Teamgeist und Siegeswillen auch eine individuell vielleicht etwas bessere Mannschaft schlagen kann.

Auch wenn die SG Welper besser geworden ist – optimieren kann man immer. Was sind die Punkte, an denen Sie weiter arbeiten wollen?

Wir versuchen immer noch manchmal zu schnell, geradlinig nach vorne zu spielen. Wir gewinnen einen Zweikampf und versuchen sofort vertikal zu spielen. Im Mittelfeld ist aber manchmal der sichere Ball wichtig. Manche Spieler sind da zu hektisch. Ein wichtiger Punkt, den wir noch reinkriegen müssen, ist die Spielverlagerung.

Die Lokalrivalen TuS Blankenstein und AC Hattingen stehen in der Tabelle noch etwas besser da. Schauen Sie darauf, oder interessiert Sie das nicht?

Mich persönlich interessiert das in der Momentaufnahme nicht, denn meine Aufgabe ist es, meine Mannschaft kontinuierlich weiterzuentwickeln. Ich will den Spielern Handlungsoptionen an die Hand geben. Der TuS Blankenstein hat sich aber sicherlich gut mit erfahrenen Spielern verstärkt.

Ihre Mannschaft hat ein Spiel weniger absolviert als viele Konkurrenten. Drei Punkte daraus eingerechnet, könnten sie mit Blankenstein auf Platz fünf gleichziehen. Ist das ein realistisches Ziel für die Abschlusstabelle?

Ich denke, das könnte realistisch sein, sollte auch das Minimalziel sein. Ich glaube, dass es in der Rückrunde noch spannend wird. Denn ich glaube nicht, dass Hordel (Tabellenführer DJK TuS Hordel II, d. Red.) so einen Marsch noch mal durchzieht. Das wird sich pausenlos was ändern. In dieser Liga kann jeder jeden schlagen.

Die SG Welper wird bald auf Kunstrasen spielen können. Was hat der Belag in Ihren Augen für eine Bedeutung?

Ich bin in meiner Trainerarbeit seit Jahren Kunstrasen gewohnt. Das Arbeiten auf Asche ist ein anderes, vieles lässt sich auf Kunstrasen besser trainieren. Wir können dann vor allem am Offensivspiel besser arbeiten. Ich freue mich darauf, wenn das Ding fertig ist.

Sie trainieren neben der SG Welper auch noch die C-Jugend der TSG Sprockhövel, die in der Bezirksliga oben mitspielt. Klappt das parallel ohne Probleme?

Für mich ist das keine Belastung. Mit der C-Jugend der TSG habe ich auch noch einiges vor. Wir wollen eine sehr gute Rückrunde starten und oben dran bleiben.

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