Der Sonne entgegen

AbpaddelnTief im Westen steht an diesem Samstagnachmittag die Herbstsonne. Bereits am Vormittag trafen sich bestimmt 35 Kanuten der SG Welper. Auf dem Programm stand das Vereinsabpaddeln, eine Veranstaltung die traditionell unsere Saison beendet und schon einmal Vorfreude auf die kommende bereitet.

Als ich mit meiner Familie am Bootshaus ankam, waren beide Mannschafts-Kanadier schon auf dem großen Bootsanhänger verladen und unsere Sportfreunde waren damit beschäftigt, zahlreiche Kajaks auf dem zweiten Bootsanhänger zu verladen. Die Boote für meine Family verlud ich noch auf meinem Auto. Viele Leute waren bei dem herrlichen Herbstwetter spontan zum Bootshaus gekommen, um noch einmal ins Boot zu steigen. Es herrschte ein reges Treiben, alles lief und redete durcheinander. Die Verzweiflung war unserem Wanderwart ins Gesicht geschrieben. Wie sollte er diese Massen nur zur Einsatzstelle nach Witten bekommen, wenn man in diesem Gewusel nicht einmal die genaue Personenzahl feststellen konnte.

Dieses Problem lösten wir, indem ein Auto nach dem anderen mit kleinen, großen, jungen und alten Kanuten gefüllt wurde und wir uns dann Richtung Einsatzstelle aufmachten. Mit meinem voll beladenen Bully verließ ich als erster den Platz und hatte damit einen Sitzplatz im Bootshaus des Kanu und Ski Club Witten sicher. Hier sammelten wir uns nach und nach wieder und kehrten erst einmal zu einem Mittagsmahl und kühlen Getränken ein. Nach ca. eineinhalb Stunden waren dann alle eingetroffen und wir dachten zumindest darüber nach, nun los zu paddeln. Die letzten Nachzügler sollten aber auch die Gelegenheit bekommen, etwas zu essen und noch ein kühles Bier zu trinken. Die herbstliche Sonne stand bereits tief am blauen Himmel und lachte uns in die Gesichter, als wir in unseren Booten Platz nahmen.

Ein leichter Wind und angenehme Temperaturen, dazu ein Flusstal mit herbstlich gefärbtem Laubwald. Die ersten Kilometer bis zum Wehr an der Burgruine Hardenstein vergingen wie im Flug. Die Bootsgasse in Hardenstein ist leider seit langem außer Betrieb, so dass wir das erste Mal unsere Boote verlassen mussten. Mit vereinten Kräften war dieses Hindernis schnell umtragen und wir paddelten weiter in Richtung Kemnader Stausee. Eine leichte Brise wurde von zahlreichen Seglern auf dem Stausee genutzt, um ihre Boote noch einmal auszufahren. Uns verhalf sie zu einer leichten Abkühlung. Am Ende des Sees wartete die Bootsrutsche auf uns. Diese Rutsche hat kein Schott und ist praktisch das ganze Jahr in Betrieb. In flotter Fahrt überwanden wir zügig die Staumauer und sammelten uns unterhalb zu einer kleinen Pause auf dem Wasser. Nach einiger Zeit kam dann auch der Kanadier mit den ganzen Kindern. Mir schien, als ob die Kinder doch anderes als Paddeln im Kopf hatten. Der Jugendwart und sein Amtsvorgänger schienen so ziemlich als einzige im Boot gepaddelt zu haben. Nach wenigen Kilometern erreichten wir dann die Bootsumtrage am Wehr unterhalb der Burg Blankenstein. Der Steg am Ausstieg war wieder einmal überspült. Trockenen Fußes aus dem Boot zu kommen, war ein Kraftakt. Die Einen zogen die Boote samt Fahrer aufs Trockene, die Anderen mussten dann bergauf aus ihren Booten aussteigen. Hier und da musste man doch kräftig mit anpacken um den Sturz rückwärts ins Wasser zu verhindern. Lediglich die Kinder hüpften elfengleich aus ihren Booten. Vor dem langen Boote-Umtragen, hier ist der Weg sehr weit, gab es noch eine kleine Stärkung aus dem Schokobecher für die Erwachsenen.

Ab hier hatten wir zunächst flotte Strömung und erreichten bald unser Bootshaus. Wir hatten wieder einmal diese wunderschönen 15 Kilometer von Witten nach Hattingen zurückgelegt und freuten uns nun darauf, den Abend mit einem kalten Büffet ausklingen zu lassen. Kühle Getränke, leckeres Essen und einige sehr interessante Gespräche rundeten diesen schönen Tag ab.

Der Vorstand der Kanuabteilung dankt allen Mitgliedern für die vielen gepaddelten Kilometer, für die viele am Bootshaus geleistete Arbeit und vor allem für die vielen gemeinsam verbrachten Stunden in Hattingen und auf unseren zahlreichen Touren quer durch Deutschland und Europa. Wir freuen uns bereits auf eine neue, schöne und erfolgreiche Saison 2015. In diesem Sinne – bleibt uns treu.

Ahoi, Uwe Küster

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