Der Kapitän geht voran

Patrick Eilmes im Gespräch mit der Hattinger Zeitung.

WAZ, Sport in Hattingen und Sprockhövel
9. August, Julian Resch

Er hat schon einiges erlebt bei der SG Welper. Fast-Aufstiege in die Landesliga, aber auch den Abstieg in die Kreisliga A – Patrick Eilmes. In der neuen Saison führt der aus Essen stammende Innenverteidiger seine Grün-Weißen als Spielführer auf den Platz.

„Es ist schon eine Ehre, dass die Mannschaft mich ausgewählt hat“, sagt Patrick Eilmes. Auch wenn er sich wohl gewünscht hätte, dass Jeffrey Cybart die Binde behalten hätte, doch der Ex-Kapitän hat das Schiff der SG Welper verlassen. Cybart zog im Sommer um und hinterlässt neben Eilmes eine Lücke in der Innenverteidigung. Aber nicht nur sportlich ist es einer herber Verlust, sondern auch menschlich bedauert Eilmes den Weggang seinen langjährigen Weggefährten.

„Es war schon ein Schlag für mich“, sagt Eilmes. „Wir haben zusammen mit 18, 19 Jahren angefangen bei Welper und uns auch neben dem Platz sehr gut verstanden“. Aber Eilmes habe natürlich Verständnis dafür, dass Cybart nicht drei bis vier Mal die Woche rund vierzig Kilometer von Dortmund bis nach Welper fahren möchte. Das könne auch keiner von ihm verlangen, so Eilmes.

Mit seinen Partner in der Verteidigung hat er so einiges erlebt. Erst der knapp verpasste Aufstieg in die Landesliga, der nur mit einem mickrigem Punkt verfehlt wurde und danach die Horrorsaison, die in dem Abstieg in die Kreisliga A gipfelte. „Das war damals eine riesige Enttäuschung“, sagt Eilmes. „Davon hätte keiner träumen können.“ Auch Eilmes stand nach dem Abstieg kurz vor dem Absprung, doch entschied sich gemeinsam mit Jeffrey Cybart die SG Welper nicht einfach so aufzugeben und ein neues, starkes Team in der A-Liga zu formen. „Wir wollten Welper nicht einfach aufgeben, denn Welper ist immer noch ein Aushängeschild“, erklärt Eilmes. Weitere Abstiege hätte Welper nicht verdient gehabt.

Nun hat sich die Spielgemeinschaft wieder gut erholt und lieferte in den beiden vergangenen Spielzeiten zwei Mal den zweiten Platz ab. Für den Aufstieg reichte es jedoch leider nicht.

Nach dem Wechsel von Jeffrey Cybart ist nun ein Platz in der Innenverteidigung vakant. Einnehmen könnte ihn Dennis Sonnenschein. „Wir müssen so langsam die jungen Spieler heranführen und Dennis ist eine gute Perspektive für Welper“, sagt Eilmes. Aber auch der erfahrene Rui Ferreira könne diese Position übernehmen, falls es mal eng werde sollte.

In der neuen Saison gibt es bei Welper einen mehr oder weniger großen Umbruch. Leistungsträger wie Florentine Cheuffa und eben Jeffrey Cybart sind weg und jetzt müssen andere Spieler in die Bresche springen. Junge Leute sollen die Lücken füllen und auch irgendwann die altgedienten Spieler wie Eric Mpongo, Artur Grzona und auch Patrick Eilmes ersetzen können. „In der neuen Saison wollen wir wieder oben mitspielen“, sagt Eilmes. „Um den fünften Rang sollten wir uns platzieren können, um in den darauffolgenden Jahren wieder ganz oben anzugreifen“.

Eine besondere Rolle dabei spielt sicherlich auch der Teamkapitän, der seine Mitspieler aufbauen und vorweg gehen will. „Ich werde sicherlich auf dem Platz kein Tyrann sein und lautstark meckern“, sagt Eilmes. Stattdessen versuche er den jungen Spieler moralisch zur Seite zu stehen und zu helfen. „Fehler passieren, da bringt es nichts noch draufzuhauen. Wir dürfen nur keinen in ein Loch fallen lassen“, erklärt Eilmes.

Diese Mentalität, die in Welper in den vergangenen beiden Jahren herrsche, sei gut für den Teamgeist, der sich im Gegensatz zu früheren Zeiten deutlich verbessert habe.

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