Der Absturz der SG Welper

WAZ, Sport in Hattingen und Sprockhövel
10. Juni 2014 , Julian Resch

SG Welper –
SV Germania Bochum-West 0:6.

Tore: 0:1 (4.), 0:2 (13.), 0:3 (18.), 0:4 (54.), 0:5 (61.), 0:6 (87.).
SGW: Schwabedissen, Sonnenschein (32. Krischer), Weutke, Amade, Yildirim, Ferreira, Hoppen, Grzona, Claus, Inci (77. Schmitz), Nwosu.

So richtig glauben und verstehen konnten es wohl nur wenige, was sich am Montagnachmittag auf dem Fußballplatz in Welper abspielte. Im entscheidenden Spiel um den Klassenerhalt gegen den SV Germania Bochum-West verlor Welper blamabel mit 0:6 und muss nun den bitteren Gang in die Kreisliga B antreten.

Das Drama nahm schon früh im Spiel seinen Lauf. Gleich nach vier Minuten gingen die Gäste mit 1:0 in Führung. Welpers Innenverteidigung wirkte so, als wäre sie überhaupt noch nicht auf dem Feld. Und das änderte sich auch in den folgenden Minuten nicht. Immer nach dem gleichen Muster schafften es die Bochumer, sich vor dem Tor zu positionieren. Ein langer Pass durch die Lücken der Viererkette – und dann lief ein Stürmer frei auf das Tor von Welpers Keeper Tim Schwabedissen zu. In der zwölften und 18. Minute bedeutete das die Tore zwei und drei für Germania. Die Grün-Weißen waren komplett von der Rolle. „Die ersten drei Gegentore haben wir überhaupt nicht verteidigt“, sagte Welpers Trainer Wolfgang Westerkamp.

Nach dem Seitenwechsel keimte ein bisschen Hoffnung auf, als Emmanuel Nwosu in der 53. Minute alleine vor dem gegnerischen Torwart auftauchte, doch Nwosu verpasste den Abschluss. Die Gäste machten es im direkten Gegenzug deutlich besser und erzielten nach einem schnellen Konter das vierte Tor. „Wenn wir das 3:1 machen, passiert vielleicht noch etwas, aber so haben danach alle die Köpfe hängen lassen“, so Westerkamp.

Wenn das Spiel nicht schon vorher entschieden war, so war es das spätestens nach diesem Treffer. Die Gastgeber ergaben sich in ihr Schicksal. Bochum-West legte bis zum Schlusspfiff noch zwei Tore nach und freute sich dank einer starken Leistung über den Klassenerhalt.

Auf der anderen Seite herrschte vor allem Ratlosigkeit. Mit diesem Szenario, nämlich dem Abstieg, hatte wohl niemand gerechnet. „Das hatten wir gar nicht auf dem Schirm“, sagte Welpers Geschäftsführer Dino Carrafiello. „Aber wir haben all das nicht heute vergeigt. Nach dem Spiel gegen Linden-Dahlhausen ging fast gar nichts mehr.“

Wie es nun in Welper weiter geht, ist weitestgehend unklar. Klar ist nur, dass die Mannschaft in der nächsten Saison in der Kreisliga B antritt. Welche Spieler bleiben, kommen und gehen ist jetzt ungewiss. „Wir hatten schon fünf feste Zusagen von neuen Spielern für die nächste Saison“, so Carrafiello. „Da ist wohl jetzt alles wieder hinfällig, und wir müssen wieder bei Null anfangen und einen Neuanfang in der Kreisliga B starten.“

Am Donnerstag gibt es in Welper mehrere Gespräche mit der Mannschaft und dem Trainer über die nahe Zukunft des Vereins. Die Weichen müssen also neu gestellt werden.

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