Backhaus’ Tor trifft den TuS ins Mark

WAZ, Sport in Hattingen und Sprockhövel
21. November 2013, Sebastian Schneider

Wann hatte es das zuletzt gegeben? Anfang Mai des Jahres 2009 kämpfen mit dem TuS Hattingen und der SG Welper neben der SpVg Hagen 11 noch zwei heimische Mannschaften um die Meisterschaft, die der langen Wartezeit auf ein Team in der Landesliga ein Ende machen würde. Seit dem VfL Winz-Baak in den 1980er Jahren hatte kein Hattinger Verein mehr in dieser Liga gespielt. Der TuS hatte als Tabellenführer fünf Spieltage vor Schluss die besten Karten.

Serie: Spiele, die man nie vergisst…

Schon vor der Partie plagten den Spitzenreiter vom Wildhagen allerdings Sorgen. Zwar wollte Spielertrainer Marius Kundrotas vor dem Spiel nichts davon wissen, dass bei seiner Mannschaft das große Zittern eingesetzt habe. Die Ergebnisse der vorangegangenen Spiele allerdings sprachen eine deutliche Sprache: Aus drei Partien hatte Kundrotas’ Team zwei Punkte geholt – so würde es nichts werden mit dem Aufstieg. „Nach dem Spiel wissen wir mehr“, sagte er. Welpers damaliger Trainer Peter Kursinski dachte schon weiter: „Ich hoffe nur, dass einer von beiden es jetzt auch schafft“, sagte er. „Ganz schlimm wäre es, wenn es am Ende dann keinen Hattinger Landesligisten gäbe – wenn also Hagen der lachende Dritte wäre.“

Spannende Zweikämpfe

Das Derby an der Marxstraße hielt an Spannung, was die Konstellation versprach. Artur Grzona hatte die beste Chance der ersten Hälfte für Welper, häufig stand zudem das Duell Jeffrey Cybarts mit Hattingens Torjäger Dennis Weber im Mittelpunkt. Nach der Pause prüfte der eingewechselte Kevin Kessner Selcuk Aydin in Welpers Tor, der letztlich entscheidende Treffer fiel allerdings auf der anderen Seite. Yavuz Derin flankte nach 75 Minuten auf Michael Backhaus, und der überwand Ingo Müller zwischen den Hattinger Pfosten. Sven-Nils Jahn verpasste drei Minuten darauf das 2:0 bei seinem Lattenschuss.

Welper bleibt an Hagen dran

Am Ende brachte die SG das Ergebnis über die Zeit – Welper jubelte, die TuS-Spieler ließen sich enttäuscht auf den Rasen sinken. Der TuS-Vorsprung auf Hagen 11 war von einstmals zehn Punkten auf einen zusammengeschrumpft, auf Welper waren es noch zwei Zähler.

„Die Bälle, die vor ein paar Wochen noch reingegangen sind, die springen jetzt vom Pfosten zurück“, sagte Hattingens damaliger und heutiger Fußball-Abteilungsleiter Günter Ecker nach dem Spiel fassungslos. „Wir haben das Glück verloren.“

Peter Kursinski richtete den Blick nach dem Erfolg im Derby nach vorne: „Wir wollen das jetzt auch durchziehen. Allerdings sind wir nicht der Favorit Nummer eins“, sagte er. „Der TuS ist immer noch die einzige Mannschaft, die es aus eigener Kraft schaffen kann.“

Die Kraft reichte allerdings nicht. Eine Woche nach dem Derby gewann Hagen 11 am Wildhagen mit 4:1 und löste den TuS damit als Tabellenführer ab. Bis zum Saisonende schaffte die Kundrotas-Elf keinen Sieg mehr, unter dem Strich belegte man einen enttäuschenden Platz sechs. Anders Welper, das bis zum Ende an Hagen dran blieb, allerdings über ein 0:0 drei Spieltage vor Schluss dort nicht hinaus kam und so die Chance auf die Spitze verpasste. Dem Vizemeister blieb die Tür in die Landesliga verschlossen, da es in dieser Saison keine Aufstiegsrelegation gab.

So war am Ende doch Hagen 11 der lachende Dritte, vor dem Peter Kursinski vor dem Derby gewarnt hatte. Die Hattinger Fußballfans mussten sich weiter gedulden, bis es wieder Landesliga-Fußball zu sehen gab. Das war erst nach dem Aufstieg der Sportfreunde Niederwenigern 2011 wieder der Fall. Im vergangenen Sommer folgte dann Hedefspor – mit Peter Kursinski als Trainer.

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