Auf den Flüssen Europas unterwegs

Der Welperaner Wolfgang Dombrowksi hat in seinem Kanu schon über 40 000 Kilometer zurückgelegt.

WAZ, Sport in Hattingen und Sprockhövel
29. Dezember, Hendrik Steimann

Seit 1954 nimmt der Kanute Wolfgang Dombrowski regelmäßig an Wanderfahrten teil. Auch heute noch – mit 83 Jahren. (Foto: Caroline Seidel)

Seit 1954 nimmt der Kanute Wolfgang Dombrowski regelmäßig an Wanderfahrten teil. Auch heute noch – mit 83 Jahren. (Foto: Caroline Seidel)

Über 40 000 Kilometer hat er in seinem Leben bereits gepaddelt. Über 200 Flüsse innerhalb von Europa ist er dabei geschippert. Über 40 goldene Wanderfahrt-Abzeichen hat er so gesammelt. Jetzt ist Wolfgang Dombrowski 83 Jahre alt und gehört immer noch zu den aktivsten Kanuten der SG Welper.

„Mein Vetter hat mich 1953 mal mit seinem Boot mitgenommen. Das hat mich so beeindruckt, dass ich mir direkt danach ein eigenes gekauft habe“, blickt Dombrowski auf seine Anfänge im Kanu-Sport zurück. Er schloss sich der SG Welper an und fährt seit 1954 regelmäßig auf Wanderfahrten mit. Nebenbei verbrachte er viel Zeit mit der eigenen Familie auf dem Wasser.

„Mit meiner Frau Helga bin ich oft am Wochenende unterwegs gewesen, wenn es das Wetter zuließ. Später haben wir unsere Kinder Bert und Silvia mitgenommen“, sagt der leidenschaftliche Kanute. Mit seiner Frau hat er auch seine Urlaube mit Wanderfahrten verbunden. „Wir sind viel herumgekommen. Wir waren an der Mosel, am Rhein oder an der Böhmischen Seenplatte.“

Am Kanufahren reizt ihn der Kontakt mit der Natur. Er sei schon immer ein Naturfreund gewesen, sagt er. Das Wasser reizt ihn, vor allem, wenn es Strömungen gibt oder er im Wildwasser paddelt. „Man muss dann blitzschnell reagieren, um nicht umzukippen. Auch wenn man einen kleineren Wasserfall hinunterfährt. Der Kanute muss das Wasser beherrschen“, beschreibt Dombrowski die Voraussetzungen. Er selbst ist in 59 Jahren nur sehr selten mit seinen verschiedenen Booten umgekippt. „Vielleicht zehnmal, öfter nicht“, schätzt der Welperaner. Für unterschiedliche Gewässer hat er im Laufe der Zeit sechs Boote besessen. Aktuell hat er noch vier.

Zu seiner Ausstattung gehören ansonsten ein Neoprenanzug, ein Helm für Wildgewässer, Gummischuhe und eine Schwimmweste. „Früher hatte ich einen normalen Trainingsanzug aus Stoff“, weiß Dombrowski noch.

Im Kanu-Sport nimmt er nicht an größeren Wettkämpfen teil. Die Wanderfahrten reichen Dombrowski völlig aus. Über Ostern ist er regelmäßig in Luxemburg auf einer Rundfahrt. „Nur zu dieser Zeit darf ich dort einen Fluss befahren. Denn das restliche Jahr über steht er unter Naturschutz“, erklärt der erfahrene Sportler. Er erinnert sich noch, wie er früher auf einigen Flüssen gepaddelt ist, die heute ebenfalls unter Naturschutz stehen. Je nach Wetter paddelt er sonst aber auch nicht immer auf den Flüssen, wo es ihm gestattet ist. „Bei stärkerem Wind muss man sehr darauf achten, nicht umzukippen. Bei Regen und Kälte frieren die Finger so schnell.“

Wolfgang Dombrowski fühlt sich mit seinen 83 Jahren noch fit. Zwar merkt er, dass es ihm schwerer fällt als früher, aber die Leidenschaft klingt trotzdem nicht ab. Daher nimmt er auch seine Kraft. Die Geselligkeit unter den Vereinskameraden ist für ihn ebenfalls wichtig. Und im Jahr 2013 möchte er wieder mindestens 600 Kilometer paddeln, um das nächste Abzeichen in Gold zu schaffen.

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