Auch ein Ironman ist ihm nicht zu lang

WAZ, Sport in Hattingen und Sprockhövel
17. Januar 2014, Hendrik Steimann

Seit jeher ist Norbert Breucker ein sportlicher Typ. Vor 35 Jahren studierte er auch Sportwissenschaft an der Ruhr-Universität in Bochum. Eine Hauptsportart hatte er aber lange Zeit nicht. Seit 2005 ist er nun als Triathlet auf Wettkämpfen in ganz Deutschland unterwegs.

Serie: Die Dauerbrenner

„Ich habe relativ spät angefangen, mich sportlich zu betätigen“, erinnert sich Breucker. Erst im späten Jugendalter begann er mit Jogging. „Das waren kleine Waldläufe, die ich gemacht habe.“ Mit dem Laufen begann er, wenn auch nicht leistungsmäßig.

Heute ist er immer noch dabei und fordert sich im Alter von 56 Jahren über lange Distanzen. Er fand Interesse an der Kombination seiner Hobbys Laufen, Schwimmen und Radfahren. Sein erster Triathlon im Münsterland war dann gleich über die olympische Distanz (1,5 Kilometer Schwimmen, 40 Rad, 10 Laufen). „Natürlich war ich vorher aufgeregt, weil man noch nicht weiß, was auf einen zukommt“, sagt Breucker.

Die Atmosphäre fasziniert

Norbert Breucker beim Ironman im österreichischen Podersdorf 2013Er lief als Viertletzter ins Ziel, was ihn aber nicht störte. Denn in den ersten Jahren seiner Wettkampfzeit stellte er den Spaßfaktor noch an die erste Stelle. Ihm ging es nicht um Medaillen, sondern darum, überhaupt teilzunehmen und das Ziel zu erreichen. Und bei einem Triathlon wird auch den letzten Läufern noch motivierender Beifall vom Straßenrand gespendet. Diese Atmosphäre hat es Breucker angetan. Außerdem gefällt es ihm, in schönen Gegenden zu starten.

„Einer meiner Trainingspartner hatte mit einer Teilnahme schon gar nicht mehr gerechnet“, erzählt der Triathlet. Denn vor seinem ersten Wettbewerb trainierte er schon längere Zeit mit, ohne sich für einen Lauf anzumelden.

In den folgenden Jahren trainierte der Holthauser weiter mit der SG Welper, ohne große Triumphe ins Auge zu fassen. Damit startete er erst vor drei Jahren. 2011 steckte sich das Ziel, weiter vorne im Feld mitzulaufen und es auf das Treppchen zu schaffen – zumindest innerhalb seiner Altersklasse.

Das gelang ihm zum Beispiel bei den NRW-Meisterschaften 2012, als er Dritter in seiner Altersklasse wurde. Sein Training wurde intensiver. „Ich muss genau planen, bei welchen Wettkämpfen und wie oft ich innerhalb eines Jahres starte“, erklärt der erfahrene Sportler. Denn ab mittleren Distanzen kann man die Strecke nicht mehr auf die leichte Schulter nehmen.

Man muss auf den Körper hören

Im vergangenen Jahr lief Breucker sogar einen Marathon und später einen kompletten Ironman in Österreich. „Dabei muss man schauen, was man dem Körper zumuten kann. Ein Ironman geht auch nicht jedes Jahr“, weiß er. Vor allem muss er in der Vorbereitungszeit die privaten Interessen enorm zurückschrauben. Vor und nach der Arbeit hat er Trainingseinheiten eingelegt. „Das war mein Ziel und daran habe ich mich auch strikt gehalten. Man weiß, welche Leistung man bringen muss“, sagt Breucker. Dadurch hat er Disziplin gelernt.

Im Jahr 2014 möchte sich der Sportler nun erstmal ein klein wenig erholen. Denn Norbert Breucker ist klar: „Regeneration ist das Wichtigste, um wieder volle Kraft zu schöpfen.“

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