Auch Andreas Moch für Triathlon-WM auf Hawaii qualifiziert

Durch den zweiten Altersklassen-Platz beim Ironman in Maastricht haben sich diesen Sommer insgesamt zwei Welperaner für Hawaii qualifiziert – aber nur einer startet. Norbert Breucker wird in Holland AK-Dritter.

2018 scheint das Jahr für unsere Triathleten zu sein. Sie haben derzeit einen echten Höhenflug. Noch nie erreichten so viele Sportler der SG Welper so gute Ergebnisse auf den Langdistanzen. Nachdem bereits Roger Zoch vergangene Woche in Zürich das Ticket zur Triathlon-WM auf Hawaii buchte, zog Andreas Moch am Sonntag in Maastricht nach, als er den dortigen Ironman auf dem Treppchen in ihrer Altersklasse beendete. Norbert Breucker erreichte dies ebenfalls nach einem starken Auftritt, bekam aber nicht die Option, auf Hawaii starten zu können.

Andreas Moch (l.) und Norbert Breucker bei der Siegerehrung. Foto: Martina Happe

Die beiden Starter sorgten über die Distanzen von 3,8 Kilometern Schwimmen, 180 Kilometer auf dem Rad und 42 Kilometern Laufen für einen spannenden Wettkampfverlauf mit Gänsehaut-Feeling unter den mitgereisten Welperanern. Die Rahmenbedingungen waren sehr gut. Die Lufttemperaturen zu Tagesbeginn um 25 Grad und damit wesentlich angenehmer als in den heißen Tagen zuvor. Zudem standen viele Zuschauer an der Strecke und feuerten die Triathleten an. Breucker vergleicht dies sogar mit dem Kölner Karneval. Er war erstmals in Maastricht am Start. Moch kannte die Strecke bereits und dominierte sie lange, ehe er vom Zweiten der AK50 noch abgefangen wurde. „Es war auf jeden Fall ein Vorteil, dass ich die Strecke schon kannte, gerade aufgrund der hügeligen Radstrecke mit 1100 Höhenmetern“, sagte Moch.

Breucker holt fünf Plätze auf

Die Strecke wird vom Veranstalter als „technisch sehr herausfordernd“ beschrieben, was Breucker nach seinem Debüt bestätigt. Denn beim Schwimmen in der Maas gibt es eine leichte Strömung, die nach dem Wendepunkt allerdings auch unterstütztend wirkt. „Besonders hart war die Radstrecke, weil sie sehr uneben war und es sehr viele Abzweigungen gab und sie eine Steigung von zehn Prozent hat, wie auch die Laufstrecke“, erzählt der 61-Jährige.  Nach dem Schwimmen war er Achter in seiner AK. Es hatte lange den Anschein, als wenn das Resultat nach dem Schwimmen schon das Endergebnis werden würde, doch Millimeter für Millimeter schob sich Breucker nach vorne und ging als Sechster in die Wechselzone zum abschließenden Laufen über die Marathon-Distanz.

Norbert Breucker beim Zieleinlauf in der Maastrichter Altstadt. Foto: Martina Happe

Auch hier setzte er seine Aufholjagd unermüdlich fort um sich quasi auf dem letzten Meter noch den dritten Platz in seiner AK zu sichern. „Nach Kilometer 37,5 hatte ich es geschafft. Durch den Rolling Start konnte ich aber den Vordermann nicht sehen. Ich habe alles herausgeholt“, sagte er, nachdem er in den letzten beiden Laufrunden noch einmal das Tempo anzog. Nach 11:41:41 Stunden (1:22:43 Stunde Schwimmen, 5:52:34 Stunden Rad, 4:13:07 Stunden Laufen) lief er über die Ziellinie und war begeistert: „Die Stimmung an der Strecke war super und hat sehr geholfen, besonders auf der Laufstrecke, wo ein ganzer Ort außer Rand und Band zu sein schien.“

Dabei war sein Start erst vor einer Woche entschieden worden. Eigentlich wollte Breucker beim Ironman in Hamburg starten, der aber aufgrund von Blaualgen in der Alster zu einem Duathlon umfunktioniert wurde. So etwas passiert schon mal, passte Breucker aber nicht in seine Planung. „Ich habe die Nachricht auf der Anreise erfahren und mich noch auf der Autobahn für Maastricht angemeldet. Ich wollte einen Ironman laufen, nicht nur Radfahren und laufen.“ Für Hamburg hatte Breucker flache Strecken trainiert und musste sich in Holland zunächst auf die ganz anderen Bedingungen umstellen.

Moch nur knapp über zehn Stunden

Gänzlich anders verlief der Wettkampf bei Andreas Moch, der sich nach dem Schwimmen gleich in der Spitze seiner Altersklasse festsetzte. Auf dem Rad, seiner Spezialdisziplin, fuhr er in die führende Position, jedoch war die Konkurrenz stark an diesem Tag und erlaubte es Moch nicht, einen Vorsprung zu erarbeiten – obwohl er schnell unterwegs war. Beim Wechsel zum Laufen konnte er noch eine hauchdünne Führung für sich beanspruchen und er versuchte abermals, einen Vorsprung gleich in der ersten Runde rauszulaufen. Die Stimmung bei den mitgereisten Welperanern knisterte förmlich. Der Marathon ging über vier Runden durch Maastrichts schöne Innenstadt.

Die Strecke war mal schattig, mal in der prallen Sonne, mal glatter Asphalt, mal holperiges Kopfsteinpflaster. Also für jeden Läufertyp war etwas dabei. So wie die Strecke, so auch der Vorsprung von Moch, mal ein paar Minuten, mal nur wenige 100 Sekunden. „Knifflig wurde es auf den letzten zehn Kilometern, da musste ich meinem hohen Anfangstempo Tribut zollen und habe leider etwas Zeit eingebüßt“, so Moch. In der letzten Runde kam es schließlich zu einem Kopf-an-Kopf-Rennen. Moch überquerte die Ziellinie als Zweiter nach 10:03:59 Stunden (1:05:43 Schwimmen, 5:13:33 Rad, 3:38:20 Laufen). Das ist im folgenden Video (von Leon Moch) zu sehen:

Welperaner verzichtet auf Startplatz auf Hawaii

Moch ist zufrieden, weil er 2017 Sechster wurde (dort schwamm er sogar mit Neoprenanzug, der dieses Jahr aufgrund der aufgeheizten Maas verboten wurde). Für Moch ergab sich nach dem Zieleinlauf und der Siegerehrung am Montag die Möglichkeit, auf Hawaii bei der Triathlon-WM starten zu dürfen. Der Erste aus jeder AK erhielt dazu automatisch die Berechtigung. Wenn er verzichtet, wird der Platz weitergereicht. So hatte Moch die Möglichkeit, nachzurücken. Doch er lehnte ab. Breucker wurde gar nicht die Option eingeräumt, da der Zweite aus seiner AK den Platz annahm, den der Welperaner aber ebenfalls weitergegeben hätte. da er zu der Zeit schon Urlaub gebucht hat. „Hawaii ist auch nochmal eine andere Dimension mit Schwimmen in offenem Meer, Laufen über Lavafelder und bei Temperaturen an die 40 Grad“, sagte Breucker.

Beide gehen nun in den wohlverdienten Urlaub, um sich von den Strapazen dieses Wettkampfs zu erholen. Mehr als eine Extremdistanz innerhalb eines Jahres ist für den Körper eine sehr große Herausforderung. Für die anderen Athleten der SG Welper geht der Liga-Alltag am nächsten Wochenende mit Wettkämpfen sowohl in der Verbands- als auch der Landesliga weiter. Dieses Mal für beide in Hückeswagen.

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