Alles neu macht der Herbst

 

Athletenbericht von Lorant Jeschina

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Während meine Kollegen in die wohlverdiente Winterpause starteten, bzw. noch in Essen einen Herbstmarathon bewältigten stand  für mich wieder der Start in eine neue Querfeldeinsaison an. Diesmal ging es in Mannheim los, ich konnte so die Fahrt in den Urlaub mit einem Rennen in meiner alten Heimat und dem Besuch meiner ehemaligen Schwimmschützlingen der MTG Mannheim verbinden.

Wie immer hatte „Josch“ Joachim Schmidt auf dem Gelände der MTG Mannheim einen feinen Cross- Kurs gebaut und ich hatte mich gleich für 2 Rennen gemeldet:

  1. für das ganz normale Querfeldeinrennen über 50min in der Mastersklasse ab 40+, wozu ich zweifellos mit meinen mittlerweile 46 Jahren zähle, und
  2. für das „Night Race“ auf einer verkürzten Runde mit und auch ohne Flutlicht ab 21 Uhr und ohne Altersklasseneinteilung, aber erst ab 18 Jahren…

Passend 1h vor dem Start kam ich an und nach einer kurzen Besichtigung des Kurses wurde noch mit einem „Bunny- Hop Contest“, bei dem man zwei gespannte Schnüre möglichst ohne Berührung überspringen musste, die Startaufstellung ausgehüpft…Da ich leider wie fast alle anderen kläglich scheiterte stand ich im 3ten Startblock. Nur einer stand im 1ten Startblock weil er ohne Berührung beide Seile übersprungen hatte, ein weiterer 5m dahinter im 2ten Startblock und dann der Rest im 3ten Startblock nochmal 5m dahinter.

Nach dem Start wurde dann gleich ein schönes Tempo angeschlagen und ich reihte mich als 4ter ein, was in Anbetracht meiner Startschwäche in Ordnung ging, wusste ich doch, dass ich bei zunehmender Renndauer meistens noch weiter nach vorne komme. Soweit die Theorie, bevor mich dann gegen Ende der ersten Runde ein Platten hinten stoppen ließ. Was nun? Einen Ersatzlaufradsatz hatte ich mal wieder im Auto liegen gelassen, er leistete dort gute Dienste bei meinem schlafenden Hund…Nach einiger Zeit entdeckte ich das abgestellte Rad meines ehemaligen Zahnarztes, welches ich vor einigen Jahren für ihn zusammengebaut hatte und kurzerhand lieh es mir dann aus und konnte meine Fahrt somit zumindest fortsetzen- wenn auch als Letzter. Schade war nur, dass es weder klein genug war, noch seit meinem Umzug nach Essen einen Service gesehen hatte. Kurzgesagt, es funktionierte nicht viel und musste mich redlich mühen um damit einige Plätze gut zu machen. Am Ende der 2ten Runde konnte ich dann aber auf das Rad von Josch, welches ich ihm vor 4 Monaten verkauft hatte umsteigen, musste aber feststellen, dass es zwar wohl öfter gefahren, aber auch nicht sonderlich gepflegt worden war. Immerhin passte die Größe besser und so knatterte ich weiter, Runde um Runde. Merke: es galt die alte „Rocky“- Regel: „it ain´t over `til it´s over“! Und so konnte ich gegen Ende der vorletzten Runde auf den Zweit- und Drittplatzierten aufschließen und beide mit einem beherzten Antritt stehenlassen. Leider reichte es dann nicht mehr für den Führenden, der 15 Sekunden vor mir jubelnd ins Ziel fuhr. Nun ja, immerhin stand ich somit auf dem Treppchen und es gab den von mir so sehr begehrten Preis in Form einer grünen „Hulk“- Figur auf einem Holzsockel!

Nachdem ich beim Auto dann meinen Hund erlöst und ein neues Hinterrad montierte hatte blieb noch 1h für Kaffee, Kuchen, Geschwätz und eine „Schnupperrunde- zuerst für den Hund und anschließend für mich auf dem Kurs vom „Night Race“.

Der Ablauf des Selben sollte folgender sein: nach jeder Runde musste man sein Rad abstellen und sich ein 0,25l Kronenbourg Bier greifen und selbiges austrinken und danach wieder eine weitere Runde drehen und wieder anhalten, etc. Insgesamt waren 5 Runden und 4 Bier angesagt, also auch für mich als jemand, der im Schnitt vielleicht eine Flasche Bier im Monat trinkt noch machbar…

Night- Cross

Und wieder ging es flott los und ich konnte doch glatt als 2ter das erste Bier greifen und aufgrund meiner ausgefeilten Trinktechnik sogar als erster wieder auf mein Rad steigen und weiterfahren. Leider hatte ich aber jemanden im Nacken, der sowohl schnell fahren, als auch schnell trinken konnte und so musste ich die Führung leider nach dem zweiten Bier abgeben und ihn enteilen sehen. Durch geschicktes Krisenmanagement konnte ich aber meinen zweiten Platz halten und konnte so bei der anschließenden Siegerehrung meinen zweiten Preis an dem Tag- diesmal eine kleinere Figur des „Silver Surfers“ auf einem Holzsockel- in Empfang nehmen! Somit konnte ich den Tag als vollen Erfolg werten, auch wenn ich natürlich gerne ohne den Platten durchgekommen wäre. Aber so ist das eben und ich nahm mir vor NIE WIEDER ohne Ersatzmaterial am Start zu stehen.

Und dieses Versprechen konnte ich schon zwei Wochen später beim Saisonauftakt vom Jos Feron Cup in Holland wahrmachen, aber das meine Freunde ist eine andere Geschichte und wird sicher noch erzählt werden…

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