800 Jecken feiern an zwei Tagen ausgelassen Karneval

Die fünfte Jahreszeit war für die SG Welper ein Erfolg. Kinder und Erwachsene erfreuten sich an vollem und mitreißendem Programm.

Zur Eröffnung präsentierte sich das Präsidium zum Auftakt ins Jubiläumsjahr. Fotos: Hendrik Steimann

Die Karnevalsfeiern bei der SG Welper waren ein gelungener Auftakt in das Jahr des 125-jährigen Bestehens. Sowohl der Kinderkarneval am Freitag als auch die Feier der Erwachsenen am Samstag waren sehr gut besucht. Aus den eigenen Reihen, ergänzt durch wenige Gastauftritte, wurde den Narren in der Aula der Gesamtschule Welper viel geboten – was diese durch fröhliche Gesichter und Jubelrufe bestätigten.

Organisator Michael Kreutz, der wie viele andere Ehrenamtliche unseres Vereins lange Stunden auf den Beinen war, war absolut zufrieden. „Alles gut“, lautete sein kurzes Fazit. Doch einen Wunsch äußerte er dennoch, den Kinderkarneval betreffend. „Beim nächsten Mal dürfen ruhig noch mehr Erwachsene verkleidet kommen“, sagte er augenzwinkernd. Denn von den rund 375 Gästen am Freitag waren überwiegend die Kinder in sämtlichen Kostümen vertreten. Dies war einen Tag später bei den rund 415 Gästen der Erwachsenenfeier natürlich anders.

Präsidium zeigt sich zum Jubiläum

Monika Kaps alias Rosi Matulke trat in die Bütt.

Dort trat mit der Tanzgarde der Ruhrölften, die später noch einmal gemeinsam mit der Garde vom Querenburger Karnevals- und Theaterverein einliefen, das Präsidium auf die Bühne. Vizepräsident Michael Boehnke, Hauptgeschäftsführer Jörg Hillebrand und dessen Stellvertreter Tobias Kleinschmidt waren mit den Ziffern 1, 2 und 5 verziert, die das Jubiläum kennzeichneten und begrüßten die Gäste. Dabei glaubten sie kaum, dass sie dort oben standen und wussten nicht recht was sie sagen sollten – glaubt man ihren vorgetragenen Worten.

Das wusste im Gegenteil dazu Rosi Matulke (Monika Kaps) sehr gut, die eine längere Büttenrede hielt und dabei unter anderem von kuriosen Erlebnissen ihrer Nachbarin, der verzweifelten Berufssuche ihres Sohnes, dessen gewöhnungsbedürftiger Freundin und sogar den Zeugen Jehovas erzählte. Dabei nahm sie fast alle aufs Korn. Egal welcher Herkunft. Die spielte auch bei den „No Limits“ eine Rolle, denn der Jazz-Nachwuchs präsentierte verschiedene Tanz-Stile unterschiedlicher Länder, beispielsweise Brasilien, Griechenland oder Indien. Einen Tag vorher gestalteten sie bereits das Programm beim Kinderkarneval mit und zeigten sich mit elegantem Outfit und Fliegen.

Piraten und Enten erobern die Bühne

Die Jazz-Ladies tanzten mit viel Ausdruck.

Theatralisch und ausdrucksstrak traten die Jazz-Ladies auf, gekleidet mit roten Westen und weißem Shirt. Sie ließen nicht nur ihre Hüften schwingen, sondern ab und zu auch ihr langes Haar. Und es ging auch mal zu Boden, gewollt und ohne Sturz. Genauso wie bei den „Upstairs“, die bei einer Piraten-Nummer auf Step-Brettern in Schwung kamen und dabei die Sau rausließen. Sie tanzten wild, tranken zwischendurch auch aus Bierpullen und eroberten die Bühne durch Hissen von zwei Fahnen.

Eine wilde Kombination tanzten die Montagsfrauen, die in einer Reihe aufs Parkett traten und dabei mit der Nebenfrau in einer Hose steckten. So machten sie Bewegungen überkreuz und hinter den Beinen der Partnerinnen her. Später traten sie in wechselnden Kostümen bei einem Medley mit Pantomime erneut vor die Jecken. Auch die Gruppe „Power of Ten“ zog sich zum Teil während der Nummer um – und hoffentlich keinen Muskelfaserriss zu, als sie mit Gewichten hantierten. Dabei wurde auch ein dickes Telefonbuch sowie eine Eisenkette zerissen. Außerdem tauchten auf einmal Enten und Tretroller auf der Bühne auf.

Fußballer verkleiden sich als Schwimmer

Mit viel Liebe traten Welpers Wilde Weiber und ihre Männer vor das Publikum.

Auch Herzen kamen zum Vorschein, als Welpers Wilde Weiber und ihre Männer ihren Moment hatten. Knallrote Liebeszeichen kursierten von links nach rechts und wieder zurück. Am Ende ganz dicht gedrängt vor den sich direkt vor der Bühne versammelten Narren, die dort zwischen den Nummern eng zur abwechslungreichen Musik von DJ Bademeister tanzten.

Dabei flogen auch eine Luftmatratze und eine Poolnudel durch die Luft – denn unsere zweite Mannschaft der Fußballer war als Schwimmer verkleidet gekommen. Bereits im vergangenen Jahr zeigten sie sich als Einheit, passend in Trikots. „Wir arbeiten schon an einer Verkleidung für nächstes Jahr. Dagegen war unser Schwimmer-Outfit kein großer Aufwand“, sagte Mittelfeldspieler Philipp Strauß.

Sogar eine Luftmatratze flog durch die Menge.

Zum Finale trommelten die „Black Drummer“ auf ihre großen Pezzibälle. Eine der beliebtesten Nummern der vergangenen Jahre, die zum Standard-Lied „Played Alive“ ordentlich Pep in die Aula bringt und die Jecken zum Takt mitklatschen lässt. Die feierten noch bis vier Uhr weiter, bis sich die letzten in die leicht schneiende Nacht verabschiedeten.

Kinderkarneval mit reichlich Kamelle

Beim Kinderkarneval regnete es dagegen im Übermaß Kamelle. Zum Jubiläumsjahr sollte einmal mehr Süßes an die Kleinen verteilt werden, die sich eifrig nach der heiß begehrten Ware bückten. Mehr als zwei Stunden wurden die von ebenfalls jungen Gruppen in der Aula unterhalten. Jung war auch Moderatorin Emelie Baltes (14), die souverän und gemeinsam mit Haidy Sielaff durch das Programm führte. Bei dem traten die Eltern-Kind-Gruppen auf, der Jazz-Nachwuchs, die Leistungsriege der Turnerinnen und die Tanzmariechen mit dem Holti und dem Jugendprinzenpaar.

Die jugen Jecken wurden oft eingeladen, mitzumachen. Foto: Torsten Küper

Die Tanzteufel bewegten sich flink zum Lied „More Than Friends“. Sie waren mit 14 Tänzerinnen die zweitstärkste Gruppe – und dass, obwohl erst ihre Auflösung drohte.  Beim Ententanz zeigte das Solomariechen Lucy, was es kann. Zu einigen anderen stimmungsvollen Liedern konnten die jungen Jecken zwischendurch immer wieder selbst mittanzen. Disney-Songs wie die Themen zum „Dschungelbuch“, „Eiskönigin“, „Tarzan“ oder „König der Löwen“ kamen mit den Turnerinnen auf die Bühne. Sie zeigten zu zweit ihr Können, machten Rollen vor- und rückwärts, Räder, Handstände und sogar Schrittüberschläge.

Noch mehr Bilder gibt es hier in unserer Galerie (Fotos von Hendrik Steimann):

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