Fußball kompakt: Nur die Straube-Elf überzeugt

Die erste Mannschaft verliert nach schwacher Leistung das Topspiel in Wattenscheid deutlich. Auch Zweite kassiert eine Pleite. Dritte siegt souverän.

Erste Mannschaft

DJK Wattenscheid – SG Welper 6:1 (3:1)

Da war noch alles in Ordnung: Tolga Dilek jubelt über sein Tor. Es blieb der einzige Welperaner Treffer. Fotos: Hendrik Steimann

Auch wenn Trainer Thorsten Kastner etwas Personalnot hatte und mit Marvin Grumann sowie Sidney Rast zwei angeschlagene Spieler auf dem Platz standen, war der Grund für die Niederlage im Topspiel ein ganz anderer: Das Trainergespann vermisste die fast durchweg die Einstellung auf dem Platz. Spätestens nach der Roten Karte gegen Florian Pemöller in der bereits neunten Spielminute war die Partie gelaufen.

Dabei ging es so gut los. Welper war wach und zeigte sich auch in den ersten Minuten hungrig. Sascha Friedrich scheiterte noch an Wattenscheids Keeper; Marc Duic stecke aus dem Gewühl heraus den Ball wenig später zu Tolga Dilek durch, der ihn freistehend in die kurze obere Torwartecke hämmerte. Doch kurz darauf fiel der Ausgleich per direktem Freistoß. Nikita Wirt, der sonst eine der wenigen Lichtblicke im Team war, hatte einen Gegenspieler in gefährlicher Position gefoult.

Köpfe gehen nach dem 1:4 runter

Für das nächste Foul wegen Haltens sah sein Innenverteidiger-Kollege Pemöller dann Rot, da er letzter Mann war. Mit mehr Platz gelang der DJK nach einem Angriff mit Diagonalball auf die linke Seite und anschließender Hereingabe die Führung. Nach einer Ecke faustete David von Hagen neben dem Ball her und ein Gegner erschreckte sich förmlich, dass der Ball sein Schienbein traf und von dort aus ins leere Tor sprang. Weil Dileks Elfmeter vom gegnerischen Torhüter gehalten wurde, ging es mit 1:3 aus Welperaner Sicht in die Kabine.

Marvin Grumann war einer der besten und sehr präsent in den Zweikämpfen.

Mit Motivation heraus kam aber scheinbar nur die Stadtgartenelf, wie die Wattenscheider genannt werden. Auch, wenn in der ersten Phase nach dem Seitenwechsel beide Mannschaften keinen guten Fußball zeigten, schafften es die Gastgeber doch, nachzulegen – durch ihren Torjäger Kamil Kokoschka, der damit das Spiel entschied. Die Köpfe der Welperaner gingen runter, teilweise meckerten sich die Spieler sogar lautstarkaus. Das Mannschaftsgefüge war irgenwie auseinandergebrochen.

Aufstieg rückt in weite Ferne

Zwar suchten unsere Jungs weiterhin den Weg nach vorne, leisteten sich dabei aber zu viele Fehlpässe oder verschätzten sich bei langen Bällen. Einer, der sich trotzdem noch die Seele aus dem Leib rannte, war Grumann. Er zeigte sich sehr präsent in den Zweikämpfen und brachte die Gegner doch noch oft ins Schwitzen. Doch mehr als den Pfosten traf er an diesem Tag nicht. So war es der Tabellenführer, der noch zwei weitere Tore nachlegte und den noch möglichen Aufstieg der SG Welper in weite Ferne rücken ließ.

Tore: 0:1 Tolga Dilek (), 1:1 (7.), 2:1 (24.), 3:1 (32.), 4:1 (60.), 5:1 (64.), 6:1 (90.).
Welper: David von Hagen, Michael Baum, Nikita Wirt, Florian Pemöller, Philipp Durek, Nico Walschburger, Marc Duic, Sidney Rast, Sascha Friedrich, Tolga Dilek, Marvin Grumann.

Zweite Mannschaft

RW Stiepel III – SG Welper II 7:2 (5:0)

Obwohl die Niederlage gegen den nun neuen Tabellenführer sehr deutlich ausfiel, war Interimstrainer Dino Carrafiello sehr zufrieden. Die Personalnot hält weiter an, weshalb der Coach in der ersten Halbzeit als einziger Auswechselspieler auf der Welperaner Bank saß. „Die Stiepeler waren einfach viel besser, sie dominieren nicht umsonst die Liga gemeinsam mit dem TuS Hattingen II“, so Carrafiello.

Thorsten Krause (r.) traf einmal. Foto: Hendrik Steimann

Er gab vor, tief zu stehen und erst ab der Mittellinie die Gegner anzulaufen. Doch nach einem Doppelschlag in der Anfangsphase erholte sich Welper nicht mehr, zur Halbzeit stand es bereits 5:0 für Stiepel. Dabei waren drei individuelle Fehler, unter anderem ein zu kurzer Rückpass sowie ein Torwartfehler. Doch die Zweite nahm sich vor, noch zu kämpfen und schaffte dann noch zwei eigene Tore in der zweiten Hälfte des Spiels.

Zwei Tore nach ähnlichem Muster

„Die Spieler haben das umgesetzt, was ich gesagt habe, wir haben eng gestanden und kaum mehr etwas zugelassen“, freute sich Carrafiello. Die Gegner ließen etwas nach, vor allem bei der Rückwärtsbewegung. Das nutzten unsere Jungs aus. Thorsten Henke setzte sich links gegen zwei Stiepeler durch und schoss aus elf Metern in die kurze Torecke. Nach einer Kombination lief Marius Stratmann über den linken Flügel alleine aufs Tor zu und wählte ebenfalls die kurze Torecke, um den gegnerischen Keeper zu überwinden.

Die Möglichkeiten ergaben sich auch, weil die Hausherren weniger Pressing ausübten als noch in der ersten Halbzeit. „Die haben sich richtig über die zwei Gegentreffer geärgert, sich danach aber zusammengerissen und noch zwei eigene Tore gemacht. Aber wir haben unsere Aufgabe trotzdem gut gelöst. Alle Spieler waren am Ende platt, weil sie viel gearbeitet haben“, sagte Carrafiello.

Tore: 1:0 (12.), 2:0 (14.), 3:0 (30.), 4:0 (35.), 5:0 (36.), 5:1 Thorsten Krause (56.), 5:2 Marius Stratmann (56.), 6:2 (74.), 7:2 (82.).
Welper: Marc Stadler, Marius Stratmann, Tobias Schmidt, Lars Sonnenschein, Philipp Strauß, Thorsten Krause, Andreas Weutke, Atef Abidi, Alin Leahu, Sven Nockemann (46. Marco Schmidt), Max Brüggerhoff.

Dritte Mannschaft

SG Linden-Dahlhausen II – SG Welper III 0:5 (0:4)

Eine souveräne Leistung lieferte unsere Dritte gegen die Reserve der SG Linden-Dahlhausen ab. Der Sieg war laut Trainer Carsten Straube zu keiner Zeit gefährdet und verdient – und das trotz des tiefen und kräftezehrenden Rasens am Lewacker, auf dem die Mannschaft ran musste.

Umut Sardar traf doppelt. Foto: Hendrik Steimann

„Es war eine gute Mannschaftsleistung von Nummer eins bis 14. So kann es weitergehen. Die Einstellung war sehr vorbildlich“, lobte der Trainer nach dem Abpfiff. Vor allem in der Defensive stand Welper sicher, hatte hinten auf eine Dreierkette umgestellt, um so gleichzeitig mehr Druck im Mittelfeld auszuüben. Dieses Konzept ging auf. „Es ist uns gelungen, früh zu pressen und so die Gegner zum Verteidigen zu zwingen“, sagte Straube zufrieden.

Mit Doppel- und Dreierpack zum Sieg

Und die Tore fielen auch fast alle schon in den ersten 45 Minuten. Umut Sardar glänzte dabei durch einen Doppelpack in der Anfangsphase, bevor der Top-Torjäger Robin Pollap (mittlerweile 32 Tore in der laufenden Kreisliga-C-Saison) ein Dreierpack schnürte. „Es war ein entspanntes Spiel, in der ich zu keiner Zeit die Gefahr eines Gegentores gesehen habe“, freute sich Straube.

Der Trainer konnte es sich leisten, seinen Frisurenartisten Joshua Ost zu schonen. „Wir können ihn nun mit frischer Energie nächste Woche gegen den TuS Hattingen III bringen“, kündigte der Coach an. Voller Vorfreude darauf nahm Ost nach dem Einlaufen der Mannschaften in Bochum ein Video mit guter Laune auf, was locker mit der Bundesliga-Übertragung von Sky mithalten kann.

Tore: 0:1, 0:2 Umut Sardar (2., 15.), 0:3, 0:4, 0:5 Robin Pollap (17., 44., 83.).
Welper: Tim Hebestreit, Pascal Wellhäußer (46. Sergios Zosimidis), Daniz Varol, Fabio Rampin (45. Baris Gültepe), Umut Sardar, André Knaut, Mehmet Yildirim, Robin Neuhaus, Robin Pollap, Hasan Varol, Thomas Smolczyk (70. Marcus Schulze).

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